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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 09:01 Uhr

Ausstellung : Einsatz gegen Rechtsextremismus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“– diese Ausstellung des Julius- Leber-Forums ist im Kellinghusener Rathaus zu sehen. Die Schau klärt über rechte Strukturen auf und zeigt, wie ihnen entgegen getreten werden kann.

Die Stärkung der Demokratie ist die beste Strategie zur Bekämpfung von Rechtsextremismus – dies unterstrichen Dienstagabend Innenstaatssekretär Bernd Küpperbusch sowie Werner Schultze, stellvertretender Kreispräsident, in ihren Grußworten bei der Eröffnung der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“.

Die Schau des Julius- Leber-Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung in Hamburg wurde vom Kriminalpräventiven Rat der Stadt (KPR) und der Bürgerinitiative „Friedensstele Stolpersteine, Stadtwege zur Mitmenschlichkeit“ ins Rathaus geholt. In der Eingangshalle sowie im Saal des Verwaltungssitzes bieten 16 Bildtafeln einen Fülle von leicht verständlichen Informationen. Der Doppeltitel sei ganz bewusst gewählt worden, erklärte Stiftungsvertreter Till Stehn: Die Ausstellung kläre über rechte Strukturen auf und zeige zudem, wie ihnen entgegen getreten werden könne. „Dem menschenverachtenden Weltbild der Rechtsextremen sind die Grundwerte der Demokratie entgegen gesetzt.“ Der Schautitel sei zudem eine deutliche Aufforderung an jeden einzelnen, Angriffe auf die rechtsstaatliche Ordnung durch Rechtsextreme entgegen zu treten. Auch in Kellinghusen seien Neonazis immer wieder aufgetreten, verwies Küpperbusch auf eine der bekanntesten Rechtsrock Band, die hier ihre Wurzeln hat, sowie an Vorkommnisse im Jahr 2009 mit einem von der Polizei gestoppten Fackelzug zum Geburtstag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß sowie einem Molotowcocktail-Anschlag auf das Dienstgebäude der Polizei. Dass die Aktivitäten durch eine konsequentes Vorgehen vor Ort weitgehend gestoppt werden konnten, zeige, dass der Rechtsstaat funktioniere. „Dennoch ist es Aufgabe für uns alle, dem Rechtsextremismus in Form von Alltagsrassismus, Rechtspopulismus und rechter Gewalt entgegen zu treten“, so Küpperbusch. Bürgerengagement in dieser Sache sei keine Privatsache, sondern eine öffentliche Angelegenheit, unterstrich auch Schultze. Horst Nitz vom KPR hob die Ergebnisse der Studie „Vom Rand zur Mitte“ der Friedrich-Eber-Stiftung heraus. Sie zeigten deutlich, dass rechtsextremistische Einstellungen in die Mitte der Gesellschaft vordringen. Vom akzeptierten Vorurteil wie „Ausländer sind kriminell“ oder „Politiker lügen“ bis hin zu Gewalttaten. Die Ausstellung sei ein weiterer Schritt im KPR-Einsatz gegen Rechtsextremismus, sagte Nitz.

Küpperbusch verwies in diesem Zusammenhang auf die enge Zusammenarbeit mit den Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Seit 2009 seien Mitarbeiter in ganz Schleswig-Holstein unterwegs und stünden auch dem KPR der Stadt mit Rat und Tat zur Seite. Auf den Weg gebracht habe die Landesregierung außerdem das Programm zur Demokratieförderung und Rechtextremismusbekämpfung. „Wir wollen die Angebote in der Prävention, Fortbildung und Demokratiepädagogik verstärken und ein flächendeckendes Beratungsangebot sicher stellen.“

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erstellt am 24.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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