zur Navigation springen

Historisches Gebäude : Eine Zukunft für die Steinburg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Adeliges Kloster erwirbt historisches Gebäude und will es sanieren – Förderverein begleitet den Weg zu neuer Nutzung.

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 07:00 Uhr

Die Störauf-Tafeln hinter den Scheiben sind halb verblichen. Plakate zieren die Schaufenster der Steinburg in der Breiten Straße. Sie verdecken fast das „Zu verkaufen“-Schild, doch dieses dürfte nun schnell verschwinden. Das historische Gebäude steuert einer neuen Zukunft entgegen – mit dem Adeligen Kloster als Eigentümer und einem Förderverein im Hintergrund.

Um 1660 wurde die Steinburg gebaut, genutzt als „Kerns Weinstube“ und Restaurant „Zur Steinburg“, seit 1962 befand sich dort die Buchhandlung Gerbers. Die wurde 2012 geschlossen, seitdem suchte Björn Gerbers vergeblich einen Käufer für eines der ältesten Gebäude der Stadt. Der Erwerb durch einen Immobilien-Hai, dann ein Dauerleerstand oder ein Ein-
Euro-Laden, das waren Martin Kayenburgs größte Sorgen. Jetzt ist er Vorsitzender des neuen Vereins Freunde der Steinburg Itzehoe. „Das Ziel ist es, dieses Stadtbild prägende und wichtige Gebäude zu erhalten“, sagt Kayenburg. Denkmalgerecht und nachhaltig soll es saniert werden, bevor eine neue Nutzung einzieht.

Sieben Gründungsmitglieder hatte der Verein, zwei weitere kamen hinzu – „alles Bürger dieser Stadt, die wollen, dass wieder Leben in die Stadt kommt und sie attraktiv bleibt“, sagt der Vorsitzende. Die Steinburg-Freunde seien davon ausgegangen, das Gebäude selbst erwerben zu müssen, doch dann fand sich ein „außerordentlich geeigneter Partner“: das Adelige Kloster. In wenigen Tagen soll der Kaufvertrag beurkundet werden. Für Verbitter Hans Graf zu Rantzau drängte sich das wegen der Nähe auf, zudem habe man im Kloster Erfahrung damit, alte Gebäude denkmalgerecht einer vernünftigen Nutzung zuzuführen. „Wir wollen es in den nächsten Jahren so entwickeln, dass es wieder das Zentrum von Itzehoe darstellt.“ Unten Gewerbe, oben Wohnen, so die grobe Idee – Anregungen erwünscht.

Das Gutachten zu Erhaltung und Nutzung gibt der Verein bei einem Architekten in Auftrag. Detailliert soll er die Steinburg untersuchen, innen auch Teile öffnen oder Vorbauten entfernen, die über die Jahrzehnte entstanden. Fast 50  000 Euro wird das kosten, Mittel geben die Aktiv-Region Steinburg und die Förderstiftung des Kreises, für die Landrat Torsten Wendt als Vorsitzender 20  000 Euro überreicht: „Wir verbinden damit alle guten Wünsche, dass Ihre Vorstellungen sich entwickeln und das wichtige Gebäude erhalten bleibt.“

Hans Graf zu Rantzau ahnt bereits: „Das ist bestimmt kein ganz einfaches Bauvorhaben.“ Immerhin hat Vereinsmitglied Jan Theede als Bausachverständiger festgestellt, dass die Steinburg weitgehend in einem „sehr guten Zustand“ ist. Der Umbau allerdings werde nach den vielen Vornutzungen aufwändig und bis zu einer Million Euro teuer, meint Otto Carstens. „Ohne Fördermittel wird es nicht gehen.“

Dabei setzen die Initiatoren auf Denkmalschutz-Programme, aber auch die Lage in der Innenstadt, für die die Stadt Fördergelder anstrebt, spielte laut Kayenburg eine Rolle. „Möglichst zügig“ will er vorankommen, zunächst ist das Gutachten dran. Rantzau: „Die eigentliche Sanierung wird man nicht mehr dieses Jahr in Angriff nehmen.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen