Brunsbüttel : Eine Wattolümpiade der Rekorde

Die Wattlethen sind zum Wettkampf bereit.
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Die Wattlethen sind zum Wettkampf bereit.

Zum zehnten Mal feierte Schleswig-Holstein das „matschigste Sport-Spektakel der Welt“: Rund 400 Freizeit-Sportler tobten sich bei der „Wattolümpiade 2014“ aus. In Brunsbüttel gab es aber nicht nur Klamauk.

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06. Juli 2014, 12:43 Uhr

Brunsbüttel | Bei schwülen Gewittertemperaturen haben am Sonntag tausende Menschen in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) die „Wattolümpiade 2014“ gefeiert. Mehr als 4000 Besucher feuerten nach Veranstalterangaben vom trockenen Deich aus die 400 Sportler im feuchten Schlick an. Es herrschte Volksfeststimmung. Beim feierlichen Einlauf der „Wattlethen“ genannten Sportler und dem Ablegen des „Olümpischen Eides“ standen die Spielflächen noch weitgehend unter Wasser.

Bei Ebbe traten anschließend 37 Teams in den Disziplinen Wattfußball, Watthandball, Wolliball und Schlickschlittenrennen gegeneinander an. Ihnen blieben nur vier Stunden, Sieger zu ermitteln. Danach überschwemmte die Flut die 35.000 Quadratmeter große Wattkampf-Arena wieder und beendete die 10. Auflage des schrägen Turniers.

Das „schmutzige Spiel für einen guten Zweck“ sei eine Veranstaltung der Rekorde gewesen, sagte Michael Behrendt vom Organisatoren-Team. Die erste Rekordmarke fiel bereits am Neujahrsmittag, als die Startplätze binnen 55 Sekunden ausgebucht waren. Und auch zum Auftakt der Olümpiade am Sonntag gab es einen Rekord: 350 „Schlick-Engel“ legten sich ins weiche Watt und wedelten fünf Minuten lang wie klassische Hampelmänner und -frauen gleichzeitig mit Armen und Beinen, um ihre Spuren zu hinterlassen.

Insgesamt versuchten sich sogar 364 Sportler an den Schlick-Engeln. Doch Richter Olaf Kuchenbecker vom Rekord-Institut für Deutschland musste einen Teil von ihnen disqualifieren. Der alte Weltrekord lag bei 280 Sandengeln, aufgestellt im vergangenen Jahr im nordfriesischen St. Peter-Ording. Am erfolgreichen Brunsbütteler Rekordversuch beteiligte sich auch ein Australier, der Sportler mit der längsten Anreise. „Der sammelt solche verrückten Veranstaltungen“, sagte Behrendt.

In den vergangenen zehn Jahren nahmen an den Wattolümpiaden insgesamt rund 3500 Watt-Sportler aus 17 Nationen teil. Ihre Wettkämpfe verfolgten insgesamt mehr als 40.000 Besucher, sagte Behrendt. Auch bei den internationalen Medien stößt die Brunsbütteler Wattolümpiade mittlerweile reges Interesse. Fernseh- und Radioteams reisten in diesem Jahr unter anderem aus Australien, Thailand und Belgien an, sagte Behrendt.Mit den Einnahmen des Spektakels unterstützen die Watt-Sportler traditionell die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft. Seit 2005 kamen nach eigenen Angaben bereits weit über 200.000 Euro zusammen.

Damit wurden in den vergangenen neun Jahren unter anderem zwei Beratungsstellen für Krebspatienten und deren Angehörige finanziert und die Kinderhospiz-Arbeit des Hospizvereins Dithmarschen unterstützt.

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