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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 14:16 Uhr

Neues projekt : „Eine Sache des Vertrauens“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erzieher-Schüler am Berufsbildungszentrum in Itzehoe unterrichten einmal die Woche junge Flüchtlinge.

von
erstellt am 25.Dez.2016 | 16:03 Uhr

Es ist ein Win-Win-Projekt: Seit Ende November besteht am Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg in Itzehoe eine Kooperationsarbeit zwischen einer Flüchtlingsklasse mit Unter-18-Jährigen und der Mittelstufe des Fachschulbereichs Erzieher. Einmal wöchentlich gestalten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher den Unterricht mit den Jugendlichen in der Berufsintegrationsklasse Deutsch als Zweitsprache (BikDaz), begleitet von den Klassenlehrern Maria Nagy (BikDaz) und Sven Jänichen (Erzieher). „Der Unterricht wird immer von zwei Schülern der Erzieherklasse geplant und durchgeführt“, erzählt Fachbereichsleiter Olaf Stahl. Das Ziel: „Die Erzieher sollen den beruflichen Alltag üben.“

Dabei gehe es um Planung, Umsetzung und Reflexion von Unterrichtseinheiten – und ganz wichtig sei dabei auch der interkulturelle Aspekt, den Flüchtlingen bei der Integration zu helfen. „Wir hoffen, dass sich aus dem Projekt noch mehr entwickelt“, fügt Olaf Stahl hinzu. Interesse der Initiatoren: Die Zusammenarbeit zwischen den Erziehern und den jugendlichen Zuwanderern sollte auf den einmal wöchentlichen Unterricht beschränkt bleiben. Schön wäre es, wenn sich der Kontakt vertiefen und „Dinge entstehen wie Hilfestellung bei den Hausaufgaben, Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen, der Suche nach Praktikantenplätzen, in Alltagssituationen wie Einkauf und Arztbesuch“, so Stahl. Für das bessere Kennenlernen und damit einhergehender leichterer Integration in die Gesellschaft werden auch gemeinsame Exkursionen unternommen, beispielsweise Besuche in der Stadtbücherei, eine Stadtrallye oder Eislauf in Brokdorf.

Das Zusammenwirken der Schüler beider Klassen läuft ausgesprochen positiv. „Es hat sich ein tolles Miteinander entwickelt.“ Von vornherein herrschte eine große Offenheit. Die jungen Frauen und Männer in der Erzieherklasse zeigten großes Verantwortungsbewusstsein den Jugendlichen gegenüber, die hauptsächlich aus Afghanistan und Syrien kommen, und hatten bereits signalisiert gern häufiger mit den Flüchtlingen zu arbeiten. „Wir sind gespannt, was noch entstehen kann. Das Ganze ist eine Sache des Vertrauens.“

Und das ist im Unterricht spürbar. In der letzten Stunde vor den Ferien war natürlich Weihnachten Thema. Die künftigen Erzieherinnen und Erzieher gingen spielerisch auf Begriffe rund um das Fest ein. Groß war das Vergnügen als es in zwei Mannschaften darum ging, Weihnachtsbaum, Christbaumkugel, Plätzchen und Co – in „Montagsmaler“-Manier an die Tafel gezeichnet – zu erraten. Weihnachtsrätsel gehörten ebenso zum Unterricht wie der Besuch des Weihnachtsmanns. Einen exemplarische Unterrichtsgestaltung für viele Möglichkeiten, Integration zu (er-)leben.  

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