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Radwegkonzept für Glückstadt : Eine Ringstraße für die Radler

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Politiker diskutieren einen Vorschlag über den Ausbau des alten Wallrings.

Ein Radweg um die Innenstadt herum. Ein „Wallring“, der Radlern ermöglicht auf dem alten Wallring schnell und unkompliziert zu fahren. Dies ist die Idee von Jochen Engel. Denn der Stadtplaner im Ruhestand ist leidenschaftlicher Radfahrer und kennt alle Wege in der Elbestadt. Den Vorschlag unterbreitete der Glückstädter in Sitzungen der Arbeitsgruppe „Radwegkonzepte“. Jetzt wurde der Vorschlag auch im Bauausschuss diskutiert. Auch weil Jochen Engel angeregt hat, dass sich Planer damit beschäftigen, um ein Konzept auszuarbeiten. Sein Grundgedanke ist: Radfahrer können um den Stadtkern herumfahren, wobei Deich und Hafen miteinbezogen werden. Von diesem Ring aus können die Radler in die Straßen abbiegen, die in Glückstadt sternenförmig verlaufen.

„Die Idee ist gut“, sagte Bauamtsleiter Lüder Busch im Ausschuss. Doch gab er zu Bedenken: Wenige Teile der Strecke sind in Privatbesitz, darüber könne die Stadt nicht ohne die Eigentümer bestimmen. Und im Bereich Burggraben sei die Umsetzung mit hohen Kosten verbunden, weil dort der Weg nicht die erforderliche Breite von 2,50 Meter hat. Um dort den Weg zu verbreitern, müsste die Fahrbahn an das Gewässer herangehen und das Ufer abgestützt werden. Zudem sei die Querung am Neuendeich über die Straße ein Problem, weil die Straße stark befahren ist. „Im einzelnen wird es schwierig“, erklärte Busch. „Wir müssen auch an die Fußgänger denken. Auch das muss Aufgabe des Konzeptes sein. Es ist nicht alles so einfach, wie es scheint.“

Ein „Kompliment an den Planer“ kam von Walter Alpen (CDU). „Trotzdem finde ich die Idee nicht gut.“ Denn er fürchtet, dass dann viele Touristen mit dem Auto angefahren kommen, um in Glückstadt zu radeln. Dafür müssten dann wieder Parkplätze gebaut werden. „Das ist nicht realisierbar“, so Alpen. „Wir sollten nicht in Konkurrenz zu Münster treten, dafür sind wir zu klein“, betonte der Christdemokrat in Hinblick auf die fahrradfreundliche Stadt in Westfalen. Zudem verlangte er, dass Fahrradfahrer mehr Disziplin beim Fahren zeigen. Aus all diesen Gründen würde er nicht zustimmen, dass für solch ein Konzept Geld ausgegeben wird.

Ausschussvorsitzender Sven Wiegmann sprach sich wiederum für das „freie Durchtreten“ aus. „Ein Radfahrer sucht sich gefühlt die schnellste Route aus, damit er nicht absteigen muss.“

Die Idee wurde im Gesamtpaket mit einem neuen Radwegekonzept für Glückstadt diskutiert. Denn im Rahmen des „Zukunftskonzeptes Daseinsvorsorge“ wird von Politikern aller Parteien ein Radverkehrskonzept für Glückstadt als vordringlich betrachtet. Deshalb hat sich eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern aller fünf Fraktionen, der Verwaltung und radfahrinteressierten Bürgern gebildet, die Schwachstellen und den Istzustand fast in der ganzen Stadt dokumentiert hat. Anhand ihrer Aufzeichnungen wurden Sicherheitsmängel festgestellt und mit viel Fantasie auch Lösungsmöglichkeiten erdacht.

In der Arbeitsgruppe ist ein Radwegekonzept entstanden, das von den Mitglieder der Gruppe für gut befunden wird. Dabei kam die Arbeitsgemeinschaft einstimmig zu dem Ergebnis, die Ausarbeitung eines solchen Konzeptes Experten zu überlassen. Jochen Engel selber gab zu bedenken, er würde solch ein Konzept heute als Ruheständler nicht erstellen können. Es bedürfe eines jungen Gutachter-Büros mit Erfahrung in der Erstellung von Radverkehrskonzepten, das die Leute und das Fachwissen um die aktuelle Rechtsprechung besitzt, um ein Konzept dann auch gegenüber der Unteren Verkehrsbehörde durchsetzen zu können.

So sei bislang ein 30-Tempo-Limit in der Innenstadt gescheitert. „Die Verkehrsbehörde lehnt dies ab“, erklärte Busch gegenüber unserer Zeitung im Anschluss an die Sitzung zur Entscheidung der Behörde vor einigen Tagen.

Das neue Radwegekonzept soll jetzt – nach mehrheitlicher Entscheidung im Bauausschuss – in Angriff genommen werden. Vorsorglich wurden 20 000 Euro in den Haushalt eingeworben. Dies für den Fall, dass die Finanzierung über Fördermittel aus dem Topf der Städtebauförderung nicht möglich ist. Busch: „Dazu gibt es bereits eine Beschlussfassung im Rahmen des Projektes Daseinsvorsorge.“

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erstellt am 10.Dez.2015 | 17:46 Uhr

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