Stadtwerke Itzehoe : Eine Nacht in der Netzleitstelle

Immer ruhig bleiben, auch wenn Hektik aufkommt: Julika Hinrichs hat die Monitore im Blick und nimmt gleichzeitig Kundenanrufe entgegen. Nachts heißt es meistens warten: „Es ist wie eine Wundertüte, man weiß nie, was kommt.“
Immer ruhig bleiben, auch wenn Hektik aufkommt: Julika Hinrichs hat die Monitore im Blick und nimmt gleichzeitig Kundenanrufe entgegen. Nachts heißt es meistens warten: „Es ist wie eine Wundertüte, man weiß nie, was kommt.“

Die Zentrale der Stadtwerke Itzehoe ist Tag und Nacht besetzt, Störungsmeldungen werden von Julika Hinrichs bearbeitet.

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20. Juli 2018, 04:54 Uhr

In unserer Serie Nachtschicht begleiten wir Menschen, die nachts arbeiten. Heute: Bei der Netzleitstelle der Stadtwerke ist Julika Hinrichs die Herrin über Telefone und Bildschirme. Nachts hält sie oder ihre Kollegen die Stellung, nimmt Störungsmeldungen entgegen und regelt alles, falls es ein Versorgungsproblem gibt.

Frau Hinrichs, was ist das Besondere an Ihrem Beruf?
Julika Hinrichs: Man weiß einfach nie was kommt. Man hat mit Kunden und Anlagen zu tun, also Mensch und Maschine. Das ist eine gute Mischung.


Was genau machen Sie den ganzen Abend?
Wir überwachen das Strom- und Gasnetz, die Wasserwerke, das Klärwerk und das Vesorgungsnetz Breitband – und das nicht nur in Itzehoe, sondern in Glückstadt, Wilster, Brunsbüttel und umliegenden Gemeinden.

Und wie merken Sie, dass irgendwo ein Fehler vorliegt?

Die meisten Störungen laufen bei uns als Meldungen auf oder wir werden von Kunden informiert. Bei Stromausfall würde ich auf dem Computer genau sehen, welcher Teil der Stadt betroffen ist. Ein Monteur wird dann dorthin geschickt.

(eine Alarmsirene ertönt)

Was ist denn jetzt los?

Wir haben einen Alarm, aber nur Priorität zwei. Die Meldung hat angezeigt, dass eine Temperatur bei der Fernwärme zu hoch ist. Das ist aber noch nicht kritisch, wir beobachten das erstmal.

Wie werden Sie auf Störungen beim Wasser oder Gas aufmerksam?

Wenn man merkt, dass es Probleme mit dem Druck gibt, dann kann man davon ausgehen, dass irgendwo etwas nicht in Ordnung ist. Oder es rufen Kunden an. Riecht der Kunde Gas, wird er über Sicherheitsmaßnahmen aufgeklärt: Kein offenes Feuer, die Nachbarn warnen, vors Haus gehen, lüften. Und dann schickt man den Monteur raus. Diese Störungen haben die höchste Priorität.

Sehen das auch die Kunden so?
Meistens machen unsere Kunden bei Stromausfällen einen größeren Alarm, als bei Gasstörungen. Komisch ist, dass den Kunden Strom immer wichtiger zu sein scheint. Das Empfinden ist anders.

Wie äußern die Kunden ihre Belange?

Von bis. Manche Kunden sind wütend, stehen auch mal direkt vor dem Tor, um sich zu beschweren. Viele sind aber auch supernett. Bei der letzten größeren Stromstörung in Itzehoe hatte ich einen ganz netten Mann am Telefon, der fragte mich wo noch Strom wäre. Es lief gerade ein Fußballspiel und der Fernseher sei bei ihm ausgegangen. Dann habe ich ihm das schnell rausgesucht und so den Abend gerettet.

Sie sitzen hier ja aber alleine – wie bewältigen Sie einen Großalarm?

Wenn Großalarm ist, dann wird es hier sehr laut und hektisch. Kunden und Monteure rufen gleichzeitig an. Man ist unter Druck, denn man will, dass es schnell behoben wird. Je länger eine Störung dauert, desto hektischer wird es, denn viele Kunden wollen Informationen.

Wie lange dauert so eine Schicht?

Ich arbeite in Wechselschichten. Die Nachtschicht dauert von 23 bis 7 Uhr.

Und wie kommen Sie dann nach einer Schicht runter?

Ich trinke einen Kaffee. Es klappt eigentlich ganz gut, danach zu schlafen. (lacht)




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