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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 10:10 Uhr

Breitband : Eine Million Euro für schnelles Netz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amt Wilstermarsch unterstützt Grundstückseigner bei Glasfaseranschluss

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2016 | 16:02 Uhr

Wenn es um die Versorgung seiner Bevölkerung mit schnellem Internet geht, lässt sich das Amt Wilstermarsch nicht lumpen. Eine Million Euro werden bereitgestellt, um insbesondere auch die Außenbereiche mit Glasfaseranschlüssen versorgen zu können. Das Amt trägt damit auch einer im Kreisgebiet ganz besonderen Siedlungsstruktur Rechnung. Wohl in keinem anderen Steinburger Amtsbereich liegen so viele Wohngebäude so weit auseinander. Einige der 14 Wilstermarschgemeinden bestehen fast ausschließlich aus Außenbereichen, was die angestrebte flächendeckende Versorgung für den Breitband-Zweckverband und den mit dem Ausbau betrauten Stadtwerken Neumünster wirtschaftlich kaum darstellen lässt. Dabei will das Amt jetzt finanziell unter die Arme greifen.

Im Amtsausschuss, so berichtet Amtsvorsteher Helmut Sievers nach Beratungen hinter verschlossenen Türen, sei man sich einig gewesen, dass schnelles Internet ganz wesentlich zur Attraktivitätssteigerung des unter anhaltendem Bevölkerungsverlust leidenden ländlichen Raumes beitragen kann. Entsprechend sei die Entscheidung auch einstimmig ausgefallen.

Mit der Finanzspritze vom Amt wollen die Gemeinden vor allem Anreize auch für Anschlüsse weitläufiger Besiedlungsbereiche schaffen. Während die ersten 20 Meter von der Straße in Richtung Haus innerhalb der Aktionszeiträume kostenlos sind, müssen Grundstückseigentümer für jeden weiteren Meter in die eigene Tasche greifen – was ja nach Gesamtkosten abschreckend wirken könnte. Laut Helmut Sievers werde das Amt bis zu zehn Euro pro laufendem Meter Anschlussleitung übernehmen. Einzige Voraussetzung: Auch die Gemeinden selbst müssen sich an den Anschlusskosten beteiligen. Und: Es muss sich um Außenbereiche handeln. Bei zwei so genannten Fehlbedarfsgemeinden – das sind Aebtissenwisch und Kudensee – sei sogar eine Förderung von bis zu 90 Prozent möglich. Insgesamt stellt das Amt noch in diesem Jahr 250  000 Euro bereit. Weitere 750  000 Euro sollen im nächsten Jahr folgen.

Wie groß Bedarf und Interesse an einem Glasfaser-Anschluss in die Wilstermarsch ist, hatten die Ergebnisse in Beidenfleth, Dammfleth und Wewelsfleth gezeigt. Gemeinsam mit Bahrenfleth auf der anderen Stör-Seite mussten in dem Aktionsgebiet mindestens 550 Verträge unterschrieben werden. Am Ende waren es mehr als 660 – und dies nur in den jeweiligen Kerngebieten. Nach Darstellung des Wewelsflether Bürgermeisters Delf Bolten liegt die Zahl der erreichten Verträge sogar bei mehr als 800, wenn man die in einigen Gemeindeteilen zu Optionsgebieten erklärten Bereiche mitzählt. Wann es in anderen Wilstermarschgemeinden weitergeht, ist noch offen. Die jeweiligen Aktionsgebiete werden immer erst kurzfristig benannt – vor allem auch, um keine ungeliebten Mitbewerber aus der Reserve zu locken.

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