Kunst in Itzehoe : Eine menschliche Bildergeschichte

Mitten im Aufbau: Katrin Maibaum und Katharina Gräber beim Aufhängen der Bilder im Wenzel-Hablik-Museum.
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Mitten im Aufbau: Katrin Maibaum und Katharina Gräber beim Aufhängen der Bilder im Wenzel-Hablik-Museum.

Das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe feiert am Sonntag Geburtstag und präsentiert in einer neuen Ausstellung unbekannte Werke des Künstlers.

Kay Müller von
02. Juli 2015, 04:45 Uhr

Itzehoe | Er schaut selbst auf sein Werk – zumindest sieht es für manchen Betrachter so aus, der in diesen Tagen das Wenzel-Hablik-Museum in der Reichenstraße betritt. Schelmisch, mit erstauntem Gesichtsausdruck hat sich Hablik 1927 porträtiert – eines der wenigen Selbstbildnisse des Universalkünstlers, der an diesem Wochenende besonderes geehrt wird.

Es ist ein doppeltes Jubiläum: Die Wenzel-Hablik-Stiftung wird 30 Jahre alt und das Wenzel-Hablik-Museum gibt es seit 20 Jahren. Sonntag, 5. Juli, wird das mit Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) und vielen geladenen Gästen gefeiert. Um 14 Uhr wird dann für die Öffentlichkeit im Museum in der Reichenstraße die Sonderausstellung „Denn ich habe vieles mit Herzblut gemalt“ mit Porträts von Hablik eröffnet. Bis zum 8. November wird sie für Besucher geöffnet sein.

Wenzel Habliks Malerei und Grafik wird vorwiegend mit seinen Meerbildern, den Darstellungen des Weltraums oder den Architekturutopien verbunden. Dass zu seinem Schaffen auch viele Porträts zählen, ist dagegen weniger bekannt. Dabei haben sich über 50 Porträts in Öl erhalten. In dem reichen Grafikbestand lassen sich zudem über 600 Porträt- und Gestaltstudien ausmachen. „Die Ausstellung, wie wir sie jetzt zeigen, hat es so noch nie gegeben“, sagt Museumsleiterin Katrin Maibaum, die gerade mitten in den Aufbauarbeiten steckt. Die Porträts hängt sie nach verschiedenen Perioden in Habliks Leben geordnet auf, um den Betrachtern die Entwicklung in Habliks Werk und Persönlichkeit deutlich zu machen. Einige der Porträts konnten nur durch die Hilfe von Sponsoren wie der Itzehoer Versicherungen, der Kulturstiftung Itzehoe und einiger Privatleute restauriert werden, so dass sie jetzt der Öffentlichkeit zum ersten Mal präsentiert werden können.

Allein auf Habliks Orientreise 1910 entstanden etwa 100 Skizzen. Schon ab 1905, noch als Student an der Prager Akademie der Bildenden Künste, malte Hablik immer häufiger Porträts. Zu den Porträtierten zählen Weggefährten, Studienkollegen und Damen für die er kurzzeitig schwärmte. „Porträtaufträge waren für Hablik besonders zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn bedeutend – als erste Verdienstmöglichkeit und um sich als Maler einen Namen zu machen“, so Maibaum.

Nach seinem Umzug nach Itzehoe im Jahr 1907 malte er Familienmitglieder und Bekannte seines Itzehoer Mäzens Richard Biel. Auch seine spätere Frau Elisabeth Lindemann, porträtierte er schon früh.

Eine Auswahl an Porträts aus dem Besitz der Wenzel-Hablik-Stiftung, ergänzt durch Leihgaben anderer hochrangiger Sammlungen und aus Privatbesitz, zeigt den Universalkünstler nun von einer bisher unbekannten Seite. Dazu gehören auch die Selbstporträts. „Denn davon hat Hablik deutlich weniger angefertigt als viele andere Künstler“, sagt Museumsmitarbeiterin Katharina Gräber. Und der Künstler selbst sieht so aus, als schaue er vom Flur auf die Besucher – ein wenig ironisch, aber immer interessiert.

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