Itzehoer Villa : Eine in die Jahre gekommene Schönheit

Stadtvilla mit fast 550 Quadratmetern Wohnfläche: Einst wurde das Haus in der Talstraße für eine Itzehoer Industriellentochter gebaut.
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Stadtvilla mit fast 550 Quadratmetern Wohnfläche: Einst wurde das Haus in der Talstraße für eine Itzehoer Industriellentochter gebaut.

Die Villa Clara in der Talstraße steht zum Verkauf. Das Gründerzeit-Gebäude bietet reichlich Platz, hat aber auch Renovierungsbedarf.

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25. Juli 2017, 05:05 Uhr

Wohin jetzt? Waren wir da schon? Beide Fragen tauchen unweigerlich auf in diesem Gebäude. 21 Zimmer und ein Park auf einem Grundstück von 5500 Quadratmetern – ein solches Immobilienangebot gibt es in Itzehoe nicht oft. Die Villa Clara in der Talstraße steht zum Verkauf.

Erbaut wurde sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Besitzer der Alsen-Fabrik für seine Tochter Clara. Diese vermachte das Haus mit der Nummer 16 der Stadt, als Krichauff-Stift wurde es Krankenhaus. Der DRK-Schwesternschaft Ostpreußen habe es ebenso gehört wie einem Bild-Chefredakteur, so hat es Tamara Loß recherchiert, die die Villa gemeinsam mit ihrer Kollegin Ingrid Meurer vermarktet. Die Hamburgerinnen sind spezialisiert auf hochwertige Immobilien in der Hansestadt und deren Umgebung. „Hier kann man sich so einen Wohntraum noch realisieren“, sagt Ingrid Meurer. „In Hamburg ist das unbezahlbar.“ Der Kaufpreis für Villa Clara: 1,15 Millionen Euro.

Noch gehört das Gründerzeit-Gebäude dem Architekten und Künstler Wilfried Ogilvie (88). Mit seinem Faible für geschwungene Formen in der Architektur hatte er sich einst auch in die rege Kreishaus-Diskussion eingemischt, aktuell sucht er Geldgeber für eine Kapelle auf Rügen. Ein Entwurf dafür steht noch in der Talstraßen-Villa, die in mehr als vier Meter hohen Räumen mit Stuckdecken auch viel Platz für seine teils großformatige Kunst bot. Doch die Villa wurde zu groß, jetzt wohnt Ogilvie im Westen Hamburgs.

Es brauche Arbeit und das nötige Kleingeld, um die Villa Clara und den Park direkt oberhalb der Freudenthaler Wiese wieder in alter Pracht erstrahlen zu lassen, sagen die Maklerinnen. „Sie ist eine in die Jahre gekommene Schönheit“, so Tamara Loß. Und die Liebe zum Detail ist gefordert: Zahlreiche Stilelemente von Intarsien-Parkett bis zu Fliesen und Türgriffen sind erhalten. Oft seien solche Objekte vor einigen Jahrzehnten „sehr unsanft“ saniert worden, sagt Ingrid Meurer. „Das hat diese Villa hier komplett überstanden.“

Allein der Eingangsbereich: Eine Halle und eine breite Treppe in den ersten Stock mit verziertem Eichengeländer, das Licht fällt durch ein riesiges Buntglasfenster. Ein zweites Treppenhaus gibt es auch, wenn auch deutlich weniger repräsentativ: Es war für die Bediensteten gedacht. Das Hochparterre hat fünf große Salons, vier davon verbunden durch große Schiebetüren. Im ersten Obergeschoss hat sogar ein großes Bad einen Balkon-Zugang, im zweiten Obergeschoss gibt es ein Turmzimmer auf zwei Ebenen, das das Exposé als „spektakulär“ beschreibt. Das Dachgeschoss bietet noch viel Ausbaureserve, und das bei 547 Quadratmetern Wohnfläche. Das Souterrain zählt dabei nicht mit – es enthält auch eine ehemalige Gastroküche.

Auch deshalb biete sich vielleicht eine Nutzung als Seniorenresidenz, Pension oder Reha-Klinik an, meinen die Maklerinnen. Bei Umbauten hat der Denkmalschutz mitzureden, andererseits eröffne das die Chance auf Zuschüsse. Oder eine Künstlerakademie? „Auf jeden Fall hat man hier tolle Ausstellungsräume“, sagt Ingrid Meurer. „Oder eben einfach hochherrschaftliches Wohnen in der Nähe von Hamburg.“

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