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Fünf Jahre Lebensmittelausgabe : Eine Fundgrube für Leib und Seele

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Burger Verein Fundgrube besteht inzwischen seit fünf Jahren. Inzwischen werden rund 400 bis 500 Personen in der Waldstraße mit Lebensmitteln versorgt. Und die ehrenamtlichen Helferinnen haben auch immer ein offenes Ohren für die Probleme der Besucher.

Früher hieß es Armenspeisung und hatte einen bitteren Beigeschmack. Vielerorts gibt es die Tafeln, bei denen sich Bedürftige mit Nahrungsmitteln eindecken können. In Burg gibt es seit fünf Jahren die Fundgrube, deren ehrenamtlichen Helferinnen und zwei Fahrer diese Aufgabe wahrnehmen. Die Gründungsmitglieder vor fünf Jahren waren Dr. Detlef Meyer, der heute noch Vorsitzender des Vereins ist, seine Frau Traute, Peter und Maren von Osten, Ute und Harald Scheel sowie Dirk Krohn und Bernhard Weber.

Gestern wurde das kleine Jubiläum groß gefeiert. Schon morgens gab es für die Besucher in der Waldstraße 9 ein leckeres Frühstück, mittags wurden Bratwürstchen auf den Grill gelegt und wer am Nachmittag in die Fundgrube kam, wurde mit Kaffee und Kuchen versorgt. Dabei konnten am Tag der offenen Tür selbstverständlich auch die Räume besichtigt des Vereins besichtigt werden.

Neben der Essensausgabe mit Kühltresen, den die Sparkasse Westholstein vor eineinhalb Jahren sponserte, gibt es ein gemütliches Zimmer mit großer Spielecke für die kleineren Gäste und ein Wohnzimmer, das auch für persönliche Gespräche unter vier Augen genutzt werden kann. Denn immer wieder kommen die Menschen nicht nur, um sich Nahrungsmittel abzuholen. Die Frauen aus dem Fundgrube-Team haben auch immer ein offenes Ohr für die Probleme ihrer Besucher. „Unsere Arbeit ist auch immer ein bisschen Seelsorge“, sagt Heidemarie Rühmann, die von Anfang an als Koordinatorin bei dem Verein tätig ist. „Bei uns gehören Leib und Seele zusammen.“

Unterstützt wird die Fundgrube unter anderem von zwei Bäckern im Ort. Zudem gibt es Spendenkästen bei Edeka und Sky. „Aber wir nehmen auch gern persönlich Lebensmittelspenden an“, sagt Heidemarie Rühmann. Es käme immer wieder vor, dass Spender mit gepackten Kartons vor der Tür stünden. Geldspenden sind bei der Fundgrube auch willkommen, denn neben den Nahrungsmittel, die zum Teil auch eingekauft werden müssen, fallen laufende Kosten für Miete und die Fahrzeuge an. Verwaltungskosten gebe es aber nicht, erklärt die 2. Vorsitzende Ute Scheel nicht ohne Stolz. Denn die gesamte Arbeit der sieben Helferinnen sowie der zwei Fahrer sei ehrenamtlich.

400 bis 500 Personen, so schätzt Heidemarie Rühmann, würden durch die Fundgrube versorgt. Dabei kämen die Bedürftigen, die nachweisen müssen, dass sie einen Anspruch auf Unterstützung haben, keineswegs nur aus Burg. „Wir haben auch Besucher aus Hochdonn, Buchholz, Großenrade – eigentlich fast aus dem gesamten Amtsbereich“, sagt Ute Scheel. Aus Hochdonn gebe es deshalb auch eine jährliche Zuwendung für die Vereinsarbeit; weitere Zuschüsse kämen eher sporadisch oder auf speziellen Antrag. Gäste aus Brunsbüttel kämen auch von Zeit zu Zeit, aber die werden abgewiesen und zur Tafel in der Schleusenstadt geschickt. In St. Michaelisdonn wird diese Aufgabe von Hoelp übernommen. Der Personenkreis, der in die Waldstraße kommt, sei vielfältig. Aber, so Heidemarie Rühmann, es kämen immer häufiger auch ältere Frauen, denen ihre geringe Rente nicht zum Leben reicht. Kein Wunder, solange Haushalts- und Erziehungsarbeiten bei der Rentenberechnung nicht anerkannt würden, sind sich Ute Scheel und Heidemarie Rühmann einig. Genug Menschen, die die Lebensmittelausgabe der Fundgrube benötigen, wird es aber immer geben, sind beide überzeugt.

>Geöffnet ist die Fundgrube dienstags und freitags von 10 bis 11 Uhr und von 15 bis 16 Uhr. Auskünfte gibt es unter 0152/27015389.

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erstellt am 23.Aug.2013 | 18:36 Uhr

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