Kultur : Eine echte Charakterstimme

Sänger Nicolo Kramer bei einer Probe.
Sänger Nicolo Kramer bei einer Probe.

Nicolo Kramer zählt zu den meistgehörten Musikern in Glückstadt und hat gleich mehrere Projekte am Start.

shz.de von
10. Januar 2018, 05:28 Uhr

Sei es beim Kulturmärz, in der Kulturnacht oder bei einem Jazzkonzert in Glückstadt: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, Nicolo Kramer (45) mit einem seiner zahlreichen Musik-Projekte anzutreffen. Ganz nebenbei ist er auch noch Vorsitzender des Vereins „Jazz in Glückstadt“. Eines der wichtigsten Projekte des leidenschaftlichen Sängers mit der sonoren Stimme ist das Chanson-Duo „Doktor Kramer“. Zusammen mit dem Glückstädter Allgemeinmediziner Rüdiger Fock am Klavier bringt er deutschsprachige Chansons der 20er und 30er Jahre auf die Bühne. „Die Lieder sind von unwahrscheinlicher literarischer Qualität“, schwärmt der Sänger. Deswegen sei es ihnen wichtig, sie sehr reduziert auf die Bühne zu bringen, damit Wortwitz und Poesie richtig zum Vorschein kommen. Im Rahmen des Kulturmärz wird das Duo wieder zu hören sein.

Regelmäßig tritt Nicolo Kramer mit der Hamburger Band „Harlem Jump“ im Hamburger Cotton Club auf. Die neunköpfige Band hat sich dem späten Swing und frühen Rhythm and Blues verschrieben. Daraus ist auch das Cole Chandler Quartett hervorgegangen, mit dem Nicolo Kramer jüngst im ausverkauften Ratskeller zu sehen war. Zusammen mit Gitarrist Philipp Straske, Bassist Larry Bartels und Klarinettist Ben Hansen hat er Stücke aus dem Great American Songbook präsentiert, einer losen Sammlung herausragender amerikanischer Pop-Songs der 1930er bis 1960er Jahre. Zu ihrem Repertoire gehörten bekannte Stücke wie George Gershwins „They can’t take that away from me“ und Cole Porters „Let’s do it“. Aus dem Great American Songbook bedient sich auch das Duo „The Remark-eble Walsinats“ – bestehend aus Nicolo Kramer und Gitarrist Simon Stanislaw. In der jüngsten Kulturnacht sind sie in der Arztpraxis von Alexander Horak aufgetreten und haben ihr Publikum mit viel Charme und Leidenschaft in ihren Bann gezogen.

Als handgemacht, relativ schnörkellos und klassisch bezeichnet Nicolo Kramer seine Musik. Nicht nur die musikalische Seite, sondern besonders die Geschichte, die die Stücke erzählen, ist für ihn von Bedeutung. Gesangsübungen gehören für ihn zur täglichen Routine und natürlich hört er selbst ausgiebig und intensiv Musik.

Beruflich hat Kramer jedoch nichts mit Musik zu tun. Er war in der Verwaltung tätig und ist nun Rentner. „Die Musik ist Leidenschaft, Freizeitvergnügen“, so Kramer. Zur Musik gekommen ist er, als er mit neun oder zehn Jahren den Film „Die Benny Goodman Story“ gesehen hat. Daraufhin wollte er unbedingt Klarinette spielen. Mittlerweile steht jedoch der Gesang im Vordergrund.

Richtig los ging es mit seiner musikalischen Aktivität in Glückstadt, als er Rüdiger Fock kennen lernte. Mit ihm gründete er die Band „Das Swingsyndikat“. Mittlerweile treten die beiden als Duo „Doktor Kramer“ auf. Am 24. und 25. März werden sie im Wasmer-Palais zu sehen und zu hören sein. In der Vergangenheit waren die Karten ruckzuck ausverkauft.

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