Eine Ausstellung, die zeigt, was Schule leisten kann

Die Landeskulturbeauftragte, Caroline Schwarz, lobte 'Konsequenz und Zähigkeit' der Initiatoren. Foto: Winkler (2)
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Die Landeskulturbeauftragte, Caroline Schwarz, lobte "Konsequenz und Zähigkeit" der Initiatoren. Foto: Winkler (2)

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08. Februar 2012, 08:14 Uhr

Itzehoe | Der erste Sonntag im Februar: Die alljährliche Ausstellung vom AVS-Kunstkreis wird eröffnet und ermöglicht Einblicke in die künstlerische Arbeit von ehemaligen Itzehoern. Fast 150 Interessierte, darunter auch Polit-Prominenz, waren in das Wenzel-Hablik-Museum gekommen, um sich die künstlerischen Tätigkeiten von sechs Ehemaligen der Auguste-Viktoria-Schule anzusehen. Vorab aber gab es sechs Reden, aufgelockert durch Klezmermusik von Moritz und Lena Kruit (Gitarre und Klarinette), beide AVS-Schüler.

Schulkoordinatorin Sigrun Schmidt dankte eingangs den drei Sponsoren: Sparkasse Westholstein, AVS-Förderverein und Itzehoer Versicherungen. Sie und auch die Landeskulturbeauftragte Caroline Schwarz lobten ausdrücklich die Arbeit von Karl-Heinz Kock. Der pensionierte AVS-Kunstlehrer initiiert und kuratiert die alljährliche Kunstkreis-Ausstellung mit "Konsequenz und Zähigkeit", so Schwarz, und zeige damit, was Schule leisten kann. Kock seinerseits verwies darauf, dass die Aussteller allesamt im alten Schulsystem aufwuchsen und daher in Bezug auf ihre künstlerische Grundausbildung privilegiert seien.

Zum ersten Mal im AVS-Kunstkreis stellt sich Holger Vanselow, jetzt Stuttgart, vor. Der Industriegrafiker widmet seine großformatigen Instektenbilder der Hablik-Enkelin "Suse" Klingeberg, mit welcher ihn eine Freundschaft und die Faszination für die Kleinsttiere verband.

Überall zu hören ist die Klanginstallation von Nicolas Wiese. Der jetzt in Berlin ansässige audiovisuelle Künstler und Grafikdesigner versucht, historische Abbildungen, Mechanik und die rasante zeitgenössische digitale Technik miteinander zu verbinden und auf das Halbbewußtsein des Betrachters einzuwirken.

Joan Stephan, jetzt Lüneburg, zeigt Ergebnisse einer klassischen "Plein-air"-Malerei, Landschaftsimpressionen in schmeichelnden Farbklängen und kann als Künstlerin wieder auf die meisten Ausstellungen verweisen.

Sabine Koch aus Kiel arbeitet hauptberuflich als Kunstlehrerin und verfolgt als Künstlerin die Kombination von Foto und Malerei, um Alltägliches in die Abstraktion zu führen.

In den Arbeiten von Kathrin Paulsen, Kunsterzieherin, Lübeck, spielen Türen eine große Rolle. Die Dokumentation einer Tür-Foto-Aktion im September wird ergänzt durch die Sammlung schwebender leichter Türbilder auf dünnen Stelzen, die an eigene Durch- und Übergänge erinnern können.

Im Hauptraum zeigt Oliver Grajewski, jetzt Berlin, fünf große Tableaus, eine Auftragsarbeit zur deutsch-europäischen Geschichte als subjektives, gerafftes Bilderbuch. Der freie Zeichner unterstützt gerne die Ausstellungsidee: "Sowas hätte ich gerne damals für mich gehabt. Das nimmt dem Künstlersein die Abstraktion!"

"AVS-Kunstkreis" bis 19. Februar im Wenzel-Hablik-Museum, Reichenstraße 21, di-fr 14-17 Uhr, sonnabends 14-18 Uhr, sonntags 11-18 Uhr.

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