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Einbrecher-Duo auf dem Weg in ein gesetzestreues Leben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Die Männer haben viel gemeinsam: Sie sind beide 24 Jahre alt, kiffen seit frühester Jugend, haben den Hauptschulabschluss und sind ohne Beruf, sitzen in Untersuchungshaft und haben gerade eine Drogenentgiftung hinter sich.

Und auch die drei Einbruchdiebstähle, wegen derer sie sich nun am Amtsgericht Itzehoe vor Strafrichter Dominik Mardorf verantworten mussten, haben die Itzehoer gemeinschaftlich begangen: Beide standen unter laufender Bewährung, als sie in der Nacht zum 4. September 2013 in einen Itzehoer Kindergarten einbrachen. In der Nacht zum 21. September verschaffte sich das Duo mit einem unbekannten dritten Täter Zugang zu zwei Wohnungen in einem Mehrfamilenhaus in der St. Jürgen-Straße. Die Beute-Erwartung dort waren vor allem Drogen. Man fand in der einen Wohnung denn auch halluzinogene Pilze. Im Übrigen stahl man alles, was sich gut tragen und schnell zu Geld machen lässt, etwa Fotoapparate, TV-Geräte, DVD-Player, Beamer, aber auch Benzinfeuerzeuge, Uhren, Messer – und im Kindergarten 58 Briefmarken.

Ein Großteil der Beute wurde von der Polizei, die schnell Wind von den Taten bekommen hatte, in den damaligen Wohnungen der Täter sichergestellt. Vor Gericht gaben die Männer zu, was man ihnen sowieso nachweisen konnte, und sicherten sich so den Rabatt eines Geständnisses bei der Urteilsfindung. Beide betonten, wie auch ihre Anwälte Christoph Heer und Mathias Rebentisch, mehrfach den dringenden Therapiewunsch. Die 24-Jährigen wollen schnellstmöglich einen Langzeitentzug antreten und anschließend wegziehen, um in ihrem Leben das Ruder herum zu reißen in Richtung einer gesetzestreuen Existenz mit Arbeit und Familie.

Die Therapiezeit wird auf die Haftzeit ebenso angerechnet wie die Untersuchungshaft. Zudem wird bei erfolgreicher Therapie die Reststrafe im Regelfall zur Bewährung ausgesetzt. Einer der Täter wurde schließlich zu 20, der andere zu 22 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt – der Unterschied ergibt sich aus den Vorstrafen: Einer brachte zwölf mit, sein Kumpel nur sechs.

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