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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 12:23 Uhr

Propst-Visite : Einblick in Kirchenalltag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dr. Thomas Bergemann und Christiane Zimmermann eine Woche in Stellau. Festlicher Abschluss am Sonntag mit einem Gottesdienst.

Dass die Stellauer Kirche nicht im Dorf steht, war bekannt. Wie sehr den Menschen aus Wrist, Wulfsmoor und Hingstheide ihr abgelegenes Gotteshaus aber am Herzen liegt, ist Propst Dr. Thomas Bergemann und Stellvertreterin Christiane Zimmermann erst im Laufe der Visitationswoche richtig bewusst geworden. Dabei lernte das Führungsduo des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Stellau durch ein vielfältiges Programm kennen. Staunend bekannten die offiziellen Gäste, dass sich ihnen viele Schätze offenbart haben - oft erst auf den zweiten Blick.

„Bislang war Wrist für mich eher ein Transit-Ort gewesen, in dem man eigentlich nur stehen bleibt, wenn die Schranken unten sind“, gestand Propst Bergemann. Dass hier viel mehr eine Rolle spielt als Bahn und B 206, offenbarte sich seiner Kollegin und ihm gleich zu Beginn bei einer mehrstündigen Erkundung der drei kirchlich zu Stellau gehörenden Orte. Neben Pastorin Gritta Koetzold und Stefan Willers als zweitem Vorsitzenden des Stellauer Kirchengemeinderats begleiteten auch die Bürgermeister die Besucher auf der Rundfahrt im Wrister Gemeindebus. Christiane Zimmermann war beeindruckt von der hohen Identifikation mit Stellau, die sie bei Susanne Storm (Hingstheide), Reimer Kläschen (Wulfsmoor) und Günther Biehl (Wrist) wahrgenommen habe: „Sie alle strahlen ganz klar aus – ‚Das ist unser Flecken, um den kümmern wir uns!‘“

Das Gefühl übertrug sich offenkundig auf die offiziellen Besucher. Dazu Dr. Thomas Bergemann: „Mein Blick auf Stellau hat sich massiv verändert, zum Beispiel weil ich in dieser Woche selbst erlebt habe, wie diese alte Kirche atmet.“ Auch schwärmte der Propst vom Blick auf die wunderbar restaurierte Eichenholzdecke in der Kirche oder den Altaraufbau. Christiane Zimmermann schloss sich an: „Ich kann mir wunderbar vorstellen, wie gern die Menschen auf dem Mönchsweg hier anhalten und die Natur genießen.“ Auch der Friedhof sei „spitzenmäßig gepflegt“.

Einen starken Eindruck hinterließ auch der Einblick in die Arbeit der kirchlichen Kita „Wiesenkinder“ bei der stellvertretenden Pröpstin: „Ich war überrascht, wie engagiert das Team den Kindern soziale Perspektiven aufzeigt – völlig unabhängig von deren Kirchenzugehörigkeit.“ Auch dass die Pastorin den Kindern vertraut sei und spürbar hinter den Kita-Mitarbeitern stehe, sei keinesfalls selbstverständlich.

Ein wichtiges Sachthema waren die Bauangelegenheiten, quasi ein Stellauer Dauerbrenner mit der noch längst nicht abgeschlossenen Sanierung der historischen Feldsteinkirche und dem denkmalgeschützten Alten Pastorat.

In struktureller Hinsicht bestätigten ihre Erlebnisse vor Ort und die Begegnung mit den Menschen den beiden Pröpsten zufolge die Entscheidung, kleine Gemeinden wie Stellau mit einer vollen Pfarrstelle auszustatten. „Man sieht hier, dass es funktioniert“, erklärte Christiane Zimmermann. Es erweise sich als richtig, dass Pastorin Koetzold zu 100 Prozent in Stellau angesiedelt sei und von hier aus einen Dienstauftrag in Kellinghusen erfülle. Das wirke sich zudem positiv aus in der Vernetzung innerhalb der eigenen, aber auch mit den Nachbargemeinden.

Dass die Stellauer Kirche trotz ihrer Abgeschiedenheit alles andere als isoliert ist, erlebten die Besucher auch bei dem ersten generationenübergreifenden Chorprojekt, bei der Kirchengemeinderatssitzung und dem Viertklässler-Konfirmandenunterricht mit Beteiligung von Feuerwehrleuten und Pfadfindern.

Ihren Abschluss findet die Visitationswoche am morgigen Sonntag. Im Gottesdienst um 9.30 Uhr predigt die stellvertretende Pröpstin Christiane Zimmermann. Interesse wecken dürfte auch das Wort an die Gemeinde, bei dem Propst Dr. Thomas Bergemann seine Eindrücke vom Besuch in Stellau schildern wird. Parallel zum Gottesdienst wird im Alten Pastorat Kinderbetreuung angeboten. Anschließend ist dort ein „Kirchenkaffee“ mit Gesprächen und „Fingerfood“ eingeplant, zu dem alle willkommen sind – mit oder ohne kulinarische Beiträge zum Buffet.

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erstellt am 22.Feb.2014 | 08:00 Uhr

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