zur Navigation springen

Finnentag in Hohenlockstedt : Einblick in finnische Soldatenstube

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Vorbereitungen für den 100. Jahrestag der Ankunft der finnischen Jäger in Hohenlockstedt laufen auf Hochtouren. In der ehemaligen Unterkunft, im heutigen Kunsthaus M1, wurde eine Soldatenstube nachgebaut.

Die letzten Vorbereitungen für den Finnentag am Freitag und Sonnabend, 27. und 28. Februar, mit dem der 100. Jahrestag der Ankunft der ersten finnischen Jäger im Lockstedter Lager gefeiert wird, laufen auf Hochtouren. So gehörte jetzt auch das Einrichten einer Soldatenstube, in denen die finnischen Jäger untergebracht waren, dazu. Und wo könnte diese besser eingerichtet werden, als in dem ehemaligen Unterkunftsgebäude M1 bis M5 – dem heutigen Kunsthaus M1.

„Bei Renovierungsarbeiten hat die Arthur Boskamp Stiftung, die das Kunsthaus betreibt, den gelb-braunen Farbton des Wandanstrichs der ehemaligen Soldatenstube freigelegt“, berichtet Achim Jabusch vom Verein Kultur und Geschichte. Er zeigte sich besonders dankbar, dass dem Museumsverein am Wasserturm diese Räumlichkeiten zum Finnentag zur Verfügung gestellt wurde. Insbesondere fasziniert ihn aber, dass noch heute der alte Bodenbelag aus Holz zu sehen ist und auch die Fenster originalgetreu nachgebaut wurden.

„227 finnische Kriegsfreiwillige waren im M1 untergebracht“, weiß Siegfried Schäfer, der dem Verein anlässlich des Finnentages den gesamten geschichtlichen Hintergrund aus der Zeit lieferte. So wusste er unter anderem auch zu berichten, dass bis zu 36 Finnen sich eine Stube teilen mussten. Diese diente den Soldaten jedoch nicht nur als Schlafraum, sondern zugleich auch als Waschstube. „Die standen damals hier im Adamskostüm über ihren Waschschüsseln - für uns heute unvorstellbar“, sagt Schäfer. Hilfe und Unterstützung aber erhielt der Verein außerdem durch Erwin Sonnenberg und Wolfram Lange, die jeweils einen original Spind für die Ausstellung zur Verfügung stellten. „Diese wurden von Tischlermeister Harald Reinholz aufgearbeitet und restauriert“, erklärt Jabusch. Mit der Leihgabe eines Steh-Spinds trage außerdem der Schlotfelder Antiquitätenhändler Jens Vehrs zum Gelingen der Ausstellung bei. Besonders erfreut sei man zudem über die Schenkung zweier original Metall-Etagenbetten der Stader Festung „Grauer Ort“, die nach Abholung von Lothar Matheuszik und Jürgen Schmidt entrostet und aufgearbeitet wurden. Anhand alter Bilder recherchierten die Museumsfreunde um Achim Jabusch letztendlich auch das klein-karierte Muster der damaligen Soldaten-Bettwäsche, die von Margret Rudolph genäht wurden. Zudem zieren Geschichtliches in deutscher und finnischer Sprache auf Rollplakaten und 55 Portraits der ersten finnischen Ankömmlinge vom 25. Februar 1915 das Soldatenzimmer. Diese wurden dem Verein für Kultur und Geschichte vom finnischen Traditionsverein Jägerbataillion 27 überlassen. Für den „Marsch der Erinnerung, der am Freitag, 27. Februar (17.30 bis 19 Uhr) ab dem ehemaligen Bahnhof bis zur ehemaligen Jägerunterkunft (M1) gehen wird, hat sich der Museumsverein etwas ganz Besonderes einfallen lassen. „Wir wollen die ersten damaligen 19 Ankömmlinge in Zivilkleidung nachstellen“, so Jabusch.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen