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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 12:43 Uhr

Glückstadt : Ein Zuhause für die Diesellok

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Der Verein Freunde der Marschbahn baut in eigener Regie einen Schuppen. Richtfest ist voraussichtlich am 16. Juli.

Bald ist es so weit: Dann bekommt die historische Diesellok mit der Bezeichnung „V20036“ einen trockenen, sicheren Unterstand. Dabei ist der Begriff „Unterstand“ untertrieben. Denn auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht ein Bau in den Maßen 15,40 Meter Länge, sieben Meter Breite und 5,57 Meter Höhe. „Wir waren im Zugzwang“, erklärte Jürgen Friese, Vorsitzender des Vereins Freunde der Marschbahn. Denn um die Lok behalten zu dürfen, muss so groß gebaut werden.

Bereits 2013 hatte das Bundesbahn-Museum – in dessen Besitz sich Lok und Waggons befinden – einen Unterstand gefordert. Wäre der Verein dem nicht nachgekommen, hätte das DB-Museum den heute in Glückstadt stehenden Zug andernorts stationiert. Dank EU-Förderung, Mitteln des Landes, Spenden und Eigenmitteln stellte der Verein die Finanzierung auf die Beine. Etwa 50  000 Euro werden investiert.

Im Herbst 2014 begannen erste Bauarbeiten. Betonfundamente wurden geschüttet und Gleise verlegt. Nach der notwendigen Ruhephase ging jetzt alles zügig voran: Am 23. Mai dieses Jahres nahm Zimmermeister Uwe John aus Krempe die Arbeiten auf. Ihn unterstützen nach Kräften die Vereinsmitglieder. Ein wachsames Auge auf den Baufortschritt wirft der pensionierte Diplom-Ingenieur Lutz Thieme (76). Er war in seiner aktiven Zeit 20 Jahre bei der Bahn in verantwortlicher Position tätig.

Entstehen wird in Holzständer-Bauweise mit Verkleidung und dem Dach aus Trapezblechen ein Bau, der sogar historischen Ansprüchen gerecht wird. Denn die Mitglieder der Freunde der Marschbahn hatten in weiser Voraussicht Abbruchhölzer und alte Fenster gesammelt, trocken gelagert, so dass die massiven Balken und Verbretterungen jetzt wieder verwendet werden können.

Uwe John: „Das ist noch Material, dem man mit Respekt begegnet. Wir brauchten bis auf einige tragende Querbalken kaum neues Holz verbauen.“ Wenn der zügige Baufortschritt anhält, sollen am 16. Juli Richtfest und Einweihung gefeiert werden. Mit dem Innenausbau – es entsteht noch ein kleiner Raum für Werkzeug – beschäftigen sich die Vereinsmitglieder im neuen Jahr.

Der Verein Freunde der Marschbahn entstand im Dezember 2000. Zu dem Zeitpunkt um die Dampflok 64  446 im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk Glückstadt (EAW) eine Eisenbahnsammlung mit etwa 40 Fahrzeugen gewachsen. Im Jahre 2000 – mit der Schließung des EAW – mussten Teile dieser Sammlung abgegeben werden. Darunter auch die prächtige Dampflok. Übrig blieb für die Freunde der Marschbahn der Museumszug auf Gleis 305 im ehemaligen Güterbahnhof. Die Diesel-Lok stammt aus dem Jahre 1942 und tat ihren Dienst in Glückstadt bis in die 80er-Jahre. Viele Einwohner werden sich sicher erinnern, wenn sie in der Stadtstraße die Gleise Richtung früherem Temming-Werk befuhr.

Etwa 30 Mitglieder – die wenigsten sind ehemalige Eisenbahner – engagieren sich für die Aufarbeitung historischer Eisenbahnfahrzeuge und die Historie der Marschbahn. Der Vereins präsentiert sich unter anderem bei den Matjeswochen mit Draisinefahrten oder zu Tagen der offenen Tür. Jürgen Friese leitet den Verein als Vorsitzender, „aber prinzipiell sind wir eine große Gemeinschaft, die unser Anliegen aufnimmt“, unterstreicht der 62-Jährige. Der Glückstädter verweist in dem Zusammenhang auf einen Unterstützer-Kreis, „dem wir zu großen Dank verpflichtet sind“. Spenden sind natürlich immer willkommen: „Der Erhalt historischer Substanzen kostet nun mal“, erklärt Friese. Auf der Homepage www.marschbahn-glueckstadt.de können sich Interessierte über den Verein informieren.

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