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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 10:59 Uhr

Soziales : Ein Tag als Helfer für alle Fälle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreispräsident Peter Labendowicz schlüpft für einen Tag in die blaue Weste der Bahnhofsmission

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 04:45 Uhr

Das ist schnell erledigt: Peter Labendowicz hilft einer älteren Dame beim Einsteigen in den Zug. Der Kreispräsident trägt die blaue Weste der Bahnhofsmission. „In Ausbildung“ steht auf seinem Ansteckschild. Labendowicz hat nicht etwa einen neuen Job angetreten, sondern für einen Vormittag in die Arbeit der Bahnhofsmission hinein geschnuppert. „Als Pendler fahre ich jeden Tag mit dem Zug von Wilster nach Itzehoe und sehe jeden Tag die Mitarbeiter der Bahnhofsmission. Aber was machen die eigentlich?“ Diese Frage habe er sich schon länger gestellt, sagt Labendowicz. „Jetzt wollte ich einfach mal selbst mit anpacken.“

Mitarbeiter Mark Jürgens (Foto) nahm Labendowicz mit auf den Bahnsteig. Erste Tätigkeit bei Beginn der Schicht: Die Lifte prüfen. „Wir sind mit allen Aufzügen rauf und runter gefahren, um zu schauen, ob sie funktionieren“, berichtet Labendowicz. Erst dann begann die Arbeit am Gleis: Älteren Fahrgästen oder Rollstuhlfahrern beim Ein- und Aussteigen helfen, Orientierungslosen Auskunft geben oder einfach nur freundlich grüßen.

„Unsere Arbeit ist vielfältig“, sagt Mark Jürgens, der seit einem halben Jahr im Team der Bahnhofsmission mitarbeitet. „Ich habe selbst mal einen schweren Verkehrsunfall gehabt und viel Hilfe bekommen. Jetzt möchte ich etwas zurückgeben“, sagt der 34-Jährige. Zwei bis drei Mal in der Woche sei er im Einsatz. Viele nette Gespräche habe er schon geführt, aber auch Polizeieinsätze miterlebt. Größte Herausforderung seien im Moment die Flüchtlinge, die am Bahnhof ankämen. „Die sind meist völlig orientierungslos und wir müssen ihnen zeigen, wie sie in die Stadt oder zur Notunterkunft gelangen.“ Er und seine Kollegen müssten immer auf alles gefasst sein. „Aber die Arbeit macht Spaß.“

Diese Erfahrung machte auch Peter Labendowicz. „Was die Bahnhofsmission leistet, ist eine großartige Sache“, sagt er, als er nach seinem Einsatz durchgefroren am Heizkörper lehnt. „Die Bahn kann froh sein, dass es so eine Institution gibt.“

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