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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 19:15 Uhr

Chorfest : Ein Stück gelebte Kreisgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

120 Jahre alt wurde der Männergesangsverein „Frohsinn“ Vaale. Dafür gab es Geschenke und eine Flasche mit „Stimmöl“ für die Sänger.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 17:11 Uhr

Das 120-jährige Bestehen des Männergesangvereins „Frohsinn“ Vaale war Anlass, dass die Vaaler Sänger das Chorfest des Bekau-Singekreises ausrichteten. Unter der Leitung von Edda Sommer begrüßte der Männerchor die Sängerschar mit der Vaaler „Heimathymne“, ehe der Vorsitzende des Bekau-Singekreises, Gerhard Dose, die Ehrengäste begrüßte. Dem Vorsitzenden des Jubiläumschores, Dieter Dönnecke, überreichte er ein Geldgeschenk sowie ein Flasche mit „Stimmöl“ für die „Frohsinn“-Sänger.

Geldgeschenke hatten auch die weiteren Redner des Nachmittags mitgebracht. Kreispräsident Peter Labendowicz sah in dem 120. Chorgeburtstag nicht nur eine langjährige Vereinsgeschichte, sondern auch ein Stück Kultur und Kreisgeschichte. Er wertete es als herausragende Leistung, einen Chor über 120 Jahre lebendig zu erhalten. Amtsvorsteher Dirk Michels gratulierte im Namen des Amtes Schenefeld und bestätigte, dass der Männerchor „Frohsinn“ durch seine Auftritte in erheblichem Maße zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Region beitrage. „Es ist schön, dass es euch gibt“, rief er den Vaaler Sängern zu.

Die Glückwünsche aller Chöre in Steinburg und im südlichen Dithmarschen brachte der stellvertretende Vorsitzende des Sängerkreises 6, Hans Otto Sönnichsen, zum Ausdruck. Trotz großer Nachwuchssorgen – der Chor zählt gegenwärtig nur noch 13 aktive Sänger – habe man nie aufgegeben und immer noch Freude im Chorgesang. Als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Vaale bestätigte Jürgen Wiek, dass der Chor den Frohsinn, den er in seinem Namen trage, seit 120 Jahren lebe und auch weiter zelebrieren werde.

28 Männer aus Vaale und Umgebung, so erinnerte Dieter Dönnecke in einem kurzen Rückblick, hätten 1894 den Männergesangverein gegründet. Ab 1962 richtete dieser das jährliche Erntedankfest mit Festumzug aus, ehe die Gemeinde das Fest seit 2004 in eigener Regie veranstalte. Seit vier Jahren wird der Chor von Edda Sommer dirigiert und auf dem Akkordeon begleitet. Vorwiegend singt der Chor ein- und zweistimmig Volkslieder, Schlager und Shantys. „Im letzten Jahr waren wir mit 30 Auftritten voll ausgefüllt“, zog der Vorsitzende eine zufriedene Bilanz. Allein 20 Auftritte gab es in den Altenheimen in Vaale, Itzehoe und Schenefeld, weitere auf Jubiläen und anderen Festen. 43 passive Mitglieder unterstützen die Vereinsarbeit.

In den zurückliegenden 120 Jahren hatte der Männergesangverein neben Heinrich Denzau als Leiter der Gründungsversammlung elf Vorsitzende. Lehrer Boysen führte den Chor bis 1934, ehe dieser nach dem Krieg erst 1951 neu belebt wurde. Vorsitzende waren dann Karl Schulz bis 1955, Johannes Erichson bis 1956, Hans Fock bis 1964, Arnold Struve bis 1966, Erwin Wiek bis 2000, Hans Hermann Schöning bis 2007, Rolf Conrad im Jahr 2007, Erwin Wiek in den Jahren 2008 und 2009 und Hans-Hermann Stammer bis 2012. Seitdem steht Dieter Dönnecke an der Spitze des Männergesangvereins.

Einen Querschnitt ihres Lieder-Repertoires trugen die Chöre im weiteren Verlauf des Chorfestes vor: Die „Asper Daklünken“ unter der Leitung von Siegrun Marschke, der Männergesangverein „Einigkeit“ Hohenaspe (Leitung Gregor Simon), die Itzehoer Liedertafel „Die Steinburger“ (Leitung Lorenz Schroeder), der Shantychor Itzehoer „Störschipper“ (Leitung Liviu Revent), der Frauenchor Heiligenstedtenerkamp (Leitung Siegrun Marschke) und der Gemischte Chor Wacken (Leitung Klaus Schneider), ehe „Frohsinn“ Vaale den Schlusspunkt setzte. Zum Ausklang trugen alle Chöre gemeinsam den Klassiker „Amazing Grace“ vor und sangen gemeinsam mit dem Publikum das Abschlusslied „Schleswig-Holstein meerumschlungen“.

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