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Nach sieben Jahren : Ein Sportplatz zum Nulltarif

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie sich die Beharrlichkeit des Oldendorfer Bürgermeisters auszahlt: Nach sieben Jahren Kampf gibt es ein neues Sportgelände. Im Sommer nächsten Jahres soll der Spielbetrieb starten.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 16:55 Uhr

Er hat gekämpft, Klinken geputzt, sich gegen Anfeindungen gewehrt, verhandelt – und vor allem: nie aufgegeben. Die Beharrlichkeit von Henning Schultz-Collet hat sich nun ausgezahlt. Nach sieben Jahren ist der Bürgermeister von Oldendorf am Ziel. Er bekommt für seine Gemeinde einen neuen Sportplatz – und das quasi zum Nulltarif. Damit ist ein Problem gelöst, das schon seit 30 Jahren Gemeindevertreter und den TSV Oldendorf beschäftigt.

Die alte Sportanlage liegt mitten im Dorf, was angesichts dichter Wohnbebauung und zunehmenden Sportbetriebs immer mehr zu einer Belastung führte. Anwohner klagten über zugeparkte Auffahrten, manche beschwerten sich über Lärmbelästigungen. Zuletzt, so Schultz-Collet, sei der Sportbetrieb von den zuständigen Behörden nur noch für eine gewisse Zeit geduldet worden.

Schon früh habe die Suche nach Alternativen begonnen. So habe man allein 14 Landwirte im Umfeld abgeklappert. Keiner wollte aber Land für einen neuen Sportplatz zur Verfügung stellen. Neun Alternativflächen seien konkret geprüft und aus unterschiedlichen Gründen wieder verworfen worden. „Das fing schon bei meinem Vorgänger Hans Nonnenbroich an. Wir konnten den gordischen Knoten einfach nicht durchschlagen“, macht Schultz-Collet deutlich, wie aufwendig die Bemühungen gewesen seien.

Dann war sein Blick auf einen knapp zwei Kilometer entfernten ehemaligen Betriebshof von EON Hanse gefallen. Erste Anfragen scheiterten aber schon an den Kosten. Das Gelände stand mit einem Wert von rund 700 000 Euro in den Büchern. Schultz-Collet ließ nicht locker. Er schaltete Landrat und Landespolitiker ein. Am Ende gab ein eher zufälliges Telefongespräch den Ausschlag. Was die Gemeinde denn zahlen würde? sei er schließlich bei einer seiner wiederholten Erkundigungen gefragt worden. Spontan habe er geantwortet: 100 000 Euro – und bekam ganz überraschend grünes Licht. Teile des Betriebshofes reichte er – für 100 000 Euro – gleich an die Stadtwerke Itzehoe weiter. So bekam die Gemeinde ein Gelände – ohne einen Cent dazubezahlen zu müssen. Dankbar weist Schultz-Collet auf die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken hin, die auch die Strom- und Wasserversorgung für das Sportzentrum sicherstellten.

Das verbleibende Areal bietet nach Einschätzung von Schultz-Collet ideale Voraussetzungen für ein dörfliches Sportzentrum. Umkleide- und Sozialräume sind in gutem Zustand vorhanden. Auf dem Gelände können mit überschaubarem Aufwand ein Fußballplatz, ein Trainingsfeld und noch ein Kleinfeld eingerichtet werden. Die Entfernung nach Oldendorf hat der Bürgermeister mit dem Fahrrad abgefahren. Genau 1,8 Kilometer sind es auf einer Spurbahn bis mitten ins Dorfzentrum. Auch ein anderer Stolperstein war schnell aus dem Weg geräumt. Die Verkehrsaufsicht hatte zunächst Bedenken wegen der Lage unmittelbar an der Kreisstraße angemeldet. Im Eingangsbereich zum Sportgelände soll jetzt eine stärkere Straßenbeleuchtung für genug Sicherheit sorgen. Auch andere Probleme seien inzwischen aus dem Weg geräumt worden. So hatte es doch tatsächlich Bedenken gegeben, ob der Querschnitt der Wasserleitungen in den vorhandenen Duschen ausreicht, um Fußballer nach dem Spiel wieder sauber zu bekommen. Spätestens mit dem Anfang des Jahres gefassten Auflassungsbeschluss ist jetzt alles in trockenen Tüchern. Auch die Finanzierung sei gesichert. Die Gesamtinvestition beziffert er auf 200 000 bis 250 000 Euro. Spätestens zur Saison 2015/2016 soll hier der Spielbetrieb laufen.

Für Henning Schultz-Collet ging es bei dem Projekt letztlich um den weiteren Bestand des örtlichen TSV. „Wenn wir nichts gemacht hätten, wäre das das Ende unseres Sportvereins gewesen.“ Der Bürgermeister unterstreicht dabei die Bedeutung sportlicher Vereinsaktivitäten für das Sozialleben. „Schließlich wollen wir auch jungen Menschen viel bieten“, erinnert er an andere Bemühungen, die Gemeinde attraktiv zu halten. Immerhin biete Oldendorf sogar schon seit 27 Jahren eine U-3-Betreuung an. Und seit schon seit zwei Jahren ist Oldendorf am Breitbandnetz angeschlossen. Bald könnten noch einige Kinder dazukommen. Der alte Sportplatz im Dorfzentrum soll Bauland werden. Da es sich hier um eine Lückenbebauung handelt, müsste dafür nicht einmal ein aufwendiger und teurer Bebauungsplan erstellt werden.

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