zur Navigation springen

Demo gegen Fremdenhass : Ein Signal der Nächstenliebe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarscher demonstrieren in Heide für einen weltoffenen Kreis. Polizei meldet keinerlei Zwischenfälle .

Es waren etwa 500 Menschen, die in Heide für ein weltoffenes Dithmarschen und gegen Fremdenhass demonstrierten. Mit solch einem Zuspruch hatten weder die Veranstalter noch die Behörden gerechnet. Die Organisatoren der Kundgebung, mit der man auch ein Zeichen gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung in Deutschland setzen wollte, hatten 300 Teilnehmer erwartet. Im Laufe der Veranstaltung erhöhte die Polizei mehrere Male die geschätzte Teilnehmerzahl. Am Ende zählte sie rund 500 Personen.

Zu der Aktion am Böttcher-Rondell, dem zentralsten und belebtesten Ort in der Kreisstadt, hatten sich neben dem Runden Tisch für Integration, den Kirchen, der Stiftung gegen Extremismus und Gewalt und verschiedener Schulen auch Vertreter der Parteien sowie der Stadt Heide und des Kreises angekündigt. Nach Polizeiangaben verlief die einstündige Versammlung, die mit einem Abendgebet in der nahe gelegenen St. Jürgen-Kirche endete, völlig friedlich. Die Andacht besuchten auch zahlreiche Angehörige muslimischen Glaubens.

Vorsorglich hatte das Heider Zentralrevier einige Beamte abgestellt. Die Uniformträger erlebten aber einen entspannten und fröhlichen Verlauf, wozu auch die musikalischen Beiträge des Deutsch-Amerikaners Patrick Derns beitrugen. „Wir hatten uns im Vorfeld mit den verantwortlichen Stellen in Itzehoe und Kiel ausgetauscht. Es lagen aber nirgendwo Erkenntnisse vor, dass unangemeldete Gegendemonstranten kommen würden“, erklärte stellvertretender Leiter Thomas Schulz auf Nachfrage unserer Zeitung.


WHG-Schüler geben Demo ein buntes Bild


Zu den Hauptaktivisten der Kundgebung, die unter dem Motto „Zusammenstehen für ein buntes Dithmarschen“ stand, zählten die Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG). „Uns ist das Thema ein besonderes Anliegen“, sagte Joana Suderow. Die Schülerin besucht den zwölften WHG-Jahrgang: „Wir möchten heute unsere Solidarität mit allen Menschen bekunden, die in Dithmarschen Zuflucht suchen. Sie kommen aus den Krisengebieten der Welt, sind teilweise schlimm traumatisiert. Es ist unsere christliche Pflicht, ihnen zu helfen.“ Schülerin Nina Paarmann berichtete am Rande, wie sich die Jugendlichen vorbereitet hatten. „Nachdem der Termin feststand, haben wir uns außerhalb des Unterrichts öfter getroffen. Ziel war es, der Veranstaltung ein möglichst buntes Bild zu geben.

„Für eine tolerante und humane Gesellschaft“ stellte sich die 68-jährige Siglinde Schmidt auf den Platz. „Ausgrenzung von einzelnen Menschen oder Gruppen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe darf es bei uns nicht geben“, erklärte sie. Gerade Dithmarschen als Dienstleistungs- und Industriestandort müsse Flagge zeigen. „Wir reden nicht nur über Asylsuchende, sondern auch über Menschen mit teilweise hohem Bildungsgrad, die uns als Fachkräfte willkommen sein müssen.“

Klare Worte fand auch Landrat Dr. Jörn Klimant. Der Verwaltungs-Chef machte an Zahlen klar, dass es der Region keinerlei Probleme bereite, Einwanderer aufzunehmen. „Wir registrieren im Moment 600 Asylbewerber unter 132  000 Einwohnern. Die Menschen sind unter zum Teil schwierigsten Verhältnissen zu uns gekommen. Wir leben in einer absoluten Komfortzone und haben die Pflicht, sie in unsere Mitte zu nehmen. Von Dithmarschen muss in dieser Zeit ein Signal der Humanität und Nächstenliebe ausgehen!“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen