Ein Pumpwerk gegen die Regenflut

Mit den offiziellen ersten Spatenstichen heben Bürgermeister Stefan Mohrdieck (links) und Holger Weber von der Abwasserentsorgung GmbH die ersten Grassoden aus dem Boden. Foto: Schwarck
Mit den offiziellen ersten Spatenstichen heben Bürgermeister Stefan Mohrdieck (links) und Holger Weber von der Abwasserentsorgung GmbH die ersten Grassoden aus dem Boden. Foto: Schwarck

Erster Spatenstich für Entwässerung an der Koogstraße / Investition in Regenwasserhebewerk rund eine halbe Million Euro

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05. Juni 2013, 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Die Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland bestimmt zurzeit die Schlagzeilen. Um ähnliche Gefahren vor Ort zu verhindern, lässt die Abwasserentsorgung Brunsbüttel GmbH seit Wochenbeginn für rund eine halbe Million Euro ein Regenwasserpump- beziehungsweise -hebewerk in der Koogstraße errichten. Gestern Morgen nahmen Bürgermeister Stefan Mohrdieck und der Geschäftsführer der Abwasserentsorgung, Holger Weber, die ersten Spatenstiche vor und setzten damit die Baustelle unmittelbar vor der Brücke über die Braake offiziell in Betrieb. Sie war am Vortag von der bauausführenden Firma Norbag Ingenieurbau aus Beverstedt eingerichtet worden.

Nach zirka fünfmonatiger Bauzeit soll das neue Pumpwerk das Niederschlagswasser aus dem Kanalnetz in die benachbarte Braake heben. Damit soll das derzeit permanent mit Regenwasser gefüllte Kanalnetz geleert und zusätzlicher Stauraum geschaffen werden. Auf diese Weise sollen bei Regenfällen im Einzugsgebiet der Koog- und Kautzstraße die Überflutungsereignisse mit Wasseraustritt aus den Straßeneinläufen der Vergangenheit angehören.

Die Baumaßnahme beinhaltet ein Schachtbauwerk aus Beton, das in einer Größe von vier mal fünf Metern sechs Meter tief in den Boden abgesenkt werden soll. Auf diesen unterirdischen Teil wird ein drei Meter hohes Gebäude für die Motorentechnik der beiden Pumpen errichtet, das sich vollverklinkert in die Umgebung einfügen soll. "Die beiden Pumpen sind schon bei der Firma Köster in Heide bestellt", berichtete der Bürgermeister. Sie könnten also bei entsprechendem Baufortschritt sofort eingebaut werden. Mit einer Leistung von zusammen 1000 Litern Wasser pro Sekunde werden sie ab November das Regenwasser über ein 60 Zentimeter starkes Stahlrohr in die Braake einleiten. Selbst bei höchstem Wasserstand soll die Braake maximal an die Unterkante des Auflaufrohres heranreichen. Trotzdem soll es aus Sicherheitsgründen mit einer Rückstauklappe versehen werden.

Die Braake, so die Erläuterungen an der Baustelle durch Bürgermeister Stefan Mohrdiek, Holger Weber und Prokurist Dirk Blanck sowie die Geschäftsführer Dipl.-Ing. Peter Hempel (Norbag) und Dipl.-Ing. Jörg Reese von der planenden Ingenieurgesellschaft Siebert & Partner in Itzehoe, nimmt das Oberflächenwasser aus dem riesigen Einzugsgebiet bis Marne und St. Michaelisdonn auf. Schon bei normalem Hochwasserstand liegt das Entwässerungsrohr aus der städtischen Kanalisation unterhalb des Wasserspiegels, so dass es zum permanenten Rückstau kommt. Bei Starkregen ist die Leitung deshalb nicht mehr im erforderlichen Ausmaß aufnahmefähig.

Geschäftsführer Holger Weber verdeutlichte, dass Starkregen-Ereignisse in den letzten zehn Jahren immer häufiger aufgetreten seien. "Dieses Wasser muss beseitigt werden." Das solle mit dem neuen Pumpwerk gewährleistet werden. Die Alternative, ein stärkeres Regenwasserrohr in der Koogstraße zu verlegen, hätte nach Auffassung der Fachleute die Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil: bei einem größeren Rohrquerschnitt wäre noch mehr Stauwasser in die Kanalisation zurückgelaufen. Der Rückstau kann nur mit dem neuen Pumpwerk behoben werden.

Während der Bauzeit sind bedingte Verkehrsbeschränkungen in der Koogstraße im Bereich der Baustelle unvermeidlich. Zeitweise soll auch eine halbseitige Sperrung der Koogstraße eingerichtet werden. Die Gehwegnutzung wird auf eine Seite des Brückenübergangs beschränkt.

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