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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 14:36 Uhr

Oldtimer-Parade : Ein Oldtimer beweist Klasse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit 25 Jahren besitzen Margot Simon ihren Singer Roadster Sport – Grund genug für das 75 Jahre alte Fahrzeug eine Oldie-Parade in Wewelsfleth zu veranstalten.

Oldtimerparade in der Straße Mühlenweide in Wewelsfleth. Historische Automobile, ausnahmslos Vorkriegsmodelle aus den 1920- und 30er Jahren, säumten die Straße. Bei Heribert und Margot Simon trafen sich Oldtimerfreunde aus Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen, um Margot Simon zum Doppel-Geburtstag ihres roten „Singer Roadster Sport“ zu gratulieren. Der als Rennwagen konstruierte Zweisitzer hat 75 Jahre auf dem Buckel und befindet sich seit 25 Jahren im Eigentum von Margot Simon.

Sie teilt sich das Oldtimer-Hobby mit ihrem Ehemann Heribert Simon. Beide haben gleich mehrere Veteranenfahrzeuge in ihrer Garage. Neben dem sportlichen Singer unter anderem auch einen komfortablen Chevrolet des Baujahrs 1927. Den Singer Roadster Sport hatten die Nachbarn mit einer bunten Blumengirlande geschmückt. Die Gratulanten aus der Nachbarschaft sowie aus dem Veteranenclub gratulierten zum Geburtstag des Singers mit Motoröl, Blumen und anderen Präsenten für die Hobby-Automobilisten. Heribert Simon steht als Präsident an der Spitze der bundesweiten Automobil-Veteranenfreunde Deutschlands (AVF).

In der Mühlenweide konnten Passanten äußerst seltene Oldtimer bewundern. Einen Ford V8 aus dem Jahr 1932, ein Adler Autobahn-Cabrio von 1938 (eigens für Autobahnfahrten konzipiert), einen Austin Six von 1934, der als Sechszylinder den Namen „Miss Sophie“ trug, ein Ford-Coupé von 1931 und einen gleichaltrigen Peugeot 402.

Das Treffen in der Mühlenweide war wegen schlechten Wetters um eine Woche verschoben worden. Nach mehreren starken Regenschauern in der Nacht und am frühen Morgen blieb es am Nachmittag weitgehend trocken, so dass eine Rundtour der beteiligten Oldtimer wie geplant stattfinden konnte. Sie führte über Uhrendorf, Kasenort, Stördorf und Heiligenstedten, dann auf der anderen Störseite zurück bis zur Beidenflether Fähre. Nach dem Übersetzen kehrten die Oldtimer-Teams zur geselligen Kaffeetafel im „Fährhaus Beidenfleth“ ein.

Der Singer Roadster Sport steht im Winterhalbjahr in der Garage und ist auch im Sommerhalbjahr mehr oder weniger ein Schön-Wetter-Auto. Ein regensicheres Verdeck bietet zwar Schutz, aber durch fehlende Seitenscheiben können Wind und Regen durch das Innere fegen. „Die Arme können dann ganz schön nass werden“, weiß Margot Simon aus Erfahrung. Dennoch scheuen die Simons keine großen Fahrten. „Die größte Tour unternahmen wir im Jahr 2009. In acht Tagen legten wir 2000 Kilometer durch die Alpen von Grainau bei Garmisch-Partenkirchen über viele Bergpässe wie die Großglockner-Hochalpenstraße nach Triest in Italien, weiter nach Slowenien und dann nach Grainau zurück“, erzählt Heribert Simon.

Das Fahren mit dem 75 Jahre alten „Singer Ten“ kostet zeitweise richtig Muskelkraft. Servolenkung gab es damals noch nicht. Fahrer- und Beifahrersitz haben zwar neue Lederbezüge erhalten, aber Kopfstützen gibt es ebenso wenig wie Sicherheitsgurte und Airbags. Heimat des Singer-Automobils ist Großbritannien. „Mit den Nähmaschinen gleichen Namens hat der Autobauer nichts zu tun; die kamen aus den USA“, erläutert Heribert Simon. Der 1939 im englischen Coventry gebaute Roadster war für den damaligen Rennsport konstruiert und, um Gewicht zu sparen, aus Aluminium auf einem Eschenholz-Rahmen gebaut worden.

Erstmalig wurde der jetzt in Wewelsfleth beheimatete Roadster, der immer noch mit der ersten Maschine unterwegs ist, im Jahr 1977 nach Schleswig-Holstein verkauft. 1986 wurde er nach mehreren Besitzerwechseln in Hamburg zugelassen, wo die Simons das Fahrzeug 1989 erwarben. „Es war in keinem guten Zustand und die Karosserie wies erhebliche Dellen auf“, erinnern sich Heribert und Margot Simon. Sie haben es umfassend restaurieren müssen, um heute dieses Zweisitzer-Schmuckstück präsentieren zu können.

Bei einem Oldtimertreffen in Rendsburg wurde der Roadster, dem Margot Simon liebevoll den Namen „Emily“ gegeben hat, für die Rudi-Carell-Fernsehshow „Lass dich überraschen“ entdeckt. Es folgten weitere Fernsehauftritte bei der Schließung der ältesten Tankstelle Deutschlands und bei einem Porträt über die Simons bei der ADAC-Rallye-Meisterschaft Schleswig-Holstein. Siege und Preise gab es bei Rallye-Veranstaltungen in Baden-Baden, rund um Berlin, in Wittenburg und Dresden sowie bei der mehrtägigen Sachsen-Klassik-Rallye.

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