Ein Nistplatz für Klapperstörche

Hans-Jürgen Meyn, Heiko Weidlich, Jörg Hermann, Birgit Aufderheide, Hans-Helmut Dürnberg und Annika Meyn mit dem neuen Storchennest.     Foto: Tietje-Räther
Hans-Jürgen Meyn, Heiko Weidlich, Jörg Hermann, Birgit Aufderheide, Hans-Helmut Dürnberg und Annika Meyn mit dem neuen Storchennest. Foto: Tietje-Räther

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09. Oktober 2010, 06:26 Uhr

AUUFER | Adebars erlebten nicht mit, was ihre Menschenfreunde in Sachen Wohnungsbau für sie in Gang setzten. Die schwarz-weiß gefiederten Groß vögel haben sich bereits dem Zug gen Süden angeschlossen. Staunen werden sie allerdings bei ihrer Rückkehr im kommenden Frühling: Auf dem Hof von Landwirt Hans-Jürgen Meyn in Auufer befindet sich dann ein nagelneues Nest - groß genug für eine Familiengründung. "Natürlich hoffen wir neben der Ansiedlung auch auf Nachwuchs", sagt Bauer Meyn und schaut zufrieden auf die frisch angelieferten Bauteile für die Nistofferte.

Für den regionalen Storchenschutz tüchtig ins Zeug gelegt haben sich der NABU Elmshorn und die E.ON Hanse AG. Ihren Anfang nahm die Storchengeschichte bereits im vergangenen Sommer. "Wir beobachteten zwei Störche auf der Suche nach einer passenden Unterkunft", erzählt Tochter Annika Meyn. Die Vögel, bekannt dafür, sich gerne in Menschennähe anzusiedeln, hatten sich fernab des Dorfkerns einen idealen Standort ausgewählt. Das reetgedeckte Bauernhaus der Familie Meyn im Hintergrund, die offene Weidelandschaft mit reich gedecktem Tisch direkt vor dem roten Schnabel - hier hätte es sich gut leben lassen. So sehr sie aber auch suchten und testeten, Adebars fanden keinen geeigneten Platz für den Bau der typischerweise recht ausladenden Behausung.

Mit dem nachlassenden Eifer der Vögel schwanden auch Hoffnungen der Familie Meyn, den Glücksbringer fortan in den erweiterten Familienkreis aufnehmen zu können. In den vergangenen Jahren zählten dazu bereits Schleier eule und Steinkautz, die es sich in Hofnähe und unter dem Reetdach gemütlich gemacht hatten. "Ein aus dem Nest gefallenes Junges haben wir wieder aufgepäppelt und dann nach Eekholt gebracht", berichtet Annika Meyn.

Da die Familie den Störchen eine Ansiedlungshilfe bieten wollte, rief sie Hans-Helmut Dürnberg auf den Plan. Der Vorsitzende des NABU Elmshorn bat die E.ON Hanse um Unterstützung bei der Maßnahme im Vogelschutz. Mit ungewöhnlicher Fracht steuerte Jörg Hermann von der Firma HTI Feldtmann nun seinen 32-Tonner über die engen Asphaltbänder der Gemeinde Auufer. "Kein Problem", grient der erfahrene Trucker. Passen auf durchnässtem Untergrund muss er erst kurz vor dem bereits vorbereiteten Standort für den Storchennistplatz. "Die E.On Hanse unterstützt den NABU schon länger im Bereich des Vogelschutzes und half auch hier gern, um die Bedingungen für die Weißstörche weiter zu verbessern", sagt Birgit Aufderheide.

Die Vogelschutzbeauftragte des Konzerns nennt zudem beeindruckende Zahlen. Nach ihren Worten investierte E.ON in den vergangenen zwei Jahren rund 90 000 Euro reine Materialkosten in den regionalen Vogelschutz. "Um und bei 1000 Euro kostet die Nisthilfe in Auufer", gibt Aufderheide Auskunft. Dazu gehören ein kerzengerader schlanker Holzstamm mit umweltfreundlicher Imprägnierung sowie ein Nest aus Weidengeflecht. Demnächst wird Bauer Meyn den rund elf Meter hohen Mast sowie die kreisrunde Storchenbehausung mit einem Durchmesser von rund 1,70 Meter aufstellen. Seiner Familie sowie den Vertreter von NABU und E.ON bleibt dann nur zu hoffen, dass Adebars die extra für sie installierte Komfortwohnung im kommenden Frühjahr beziehen werden.

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