Kellinghusen : Ein Muss für Keramikfreunde

Die Vorfreude auf den Töpfermarkt bei Michael Gatke (l.), Andreas Dethlefsen und Regina Nürnberg ist groß.
Die Vorfreude auf den Töpfermarkt bei Michael Gatke (l.), Andreas Dethlefsen und Regina Nürnberg ist groß.

Beim Töpfermarkt präsentieren 65 Aussteller ihre Werke. Viele Werkstätten und Ateliers geöffnet

shz.de von
04. August 2018, 12:00 Uhr

Der Töpfermarkt lockt am Sonnabend und Sonntag, 11. und 12. August, einmal mehr die Keramiker-Elite in die Störstadt. Insgesamt 65 Aussteller werden in der bunten Budenstadt auf den Marktplätzen jüngste Erzeugnisse aus Werkstätten und Ateliers präsentieren. „Außerdem öffnen die Keramiker Annelies Liebschner-Stabenow sowie Si-Sook Kang und Kap-Sun Hwang ihre Arbeitsstätten für Besucher“, sagt Michael Gatke.


Jury wählt Teilnehmer aus

Vor einigen Jahren gab die Stadt die Verantwortung für den renommierten Töpfermarkt in die Obhut des Vereins Keramik Centrum (KCK) Kellinghusen. Seither zeichnet Gatke für die Organisation der Großveranstaltung verantwortlich. Nach dem Eingang der Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet übernimmt eine hochkarätig besetzt Jury die Teilnehmer-Auswahl. Heraus komme eine qualitativ hochwertige Mischung aus bekannten Gesichtern und jungen aufstrebenden Talenten. Erstere machten den Markt zu einer Veranstaltung mit Wiedersehensfreude, letztere sorgten oft genug für kreative Überraschungen auf hohem Niveau. „Berücksichtigt werden stets auch Bewerber aus dem jeweiligen Gastland“, erklärt Gatke.

Traditionell bietet der Markt jedes Jahr Ton-Handwerkern aus dem europäischen Ausland die Möglichkeit, ihre Erzeugnisse zu präsentieren. Aktuell werden Job Heykamp, Stefan Sluyter und Hiltje Talsma die Besucher mit Töpferkunst aus den Niederlanden überraschen. Außer Konkurrenz sind zudem Kellinghusener Keramiker dabei. In der Störstadt gelangten Töpferei und Fayenceherstellung vor rund 250 Jahren zur Blüte.

Seit den 80er Jahren können Keramikfreunde sich in dem vom Land geförderten einzigen Keramik-Fachmuseum Schleswig-Holsteins über die Keramik-Geschichte der Stadt informieren. Auskunft darüber gibt außerdem ein Keramik-Pfad, der zu früheren Stätten des Tonabbaus und der Herstellung irdener Ware führt.

Eröffnet wird der Markt am Sonnabend um elf Uhr mit einem Rundgang über die Ausstellungsfläche auf dem oberen und unteren Markplatz. „Beim Rahmenprogramm haben wir besonders an die Kinder gedacht“, sagt Andreas Dethlefsen, Vorsitzender des KCK. Der Nachwuchs kann die Arbeit mit Ton im Museum beim Mini-Ziegel-Bauen ausprobieren. Spielerisch-kreatives Schaffen mit Ton bieten auf dem Marktgelände überdies der Rantzauer Töpferbedarf in Kooperation mit der Töpferei Debora Stock aus Kappeln an. Daneben informieren Vertreter der Landesberufsschule für das Keramikhandwerk in Heide über die Ausbildung in ihrer Einrichtung. An beiden Tagen hält das Keramik-Museum seine Türen offen. Ergänzend zur Dauerausstellung mit einer Auswahl von historischen und modernen Exponaten demonstriert jeweils von elf bis zwölf Uhr eine Keramikmalerin, wie die floralen Dekore – ehemals typisch für Kellinghusener Fayencen – mit feinem Pinselschlag auf die Keramik gelangen.

Am Stand der Info-Kellinghusen auf dem unteren Markplatz wird der Töpfermarktbecher als Souvenir veräußert. Die mit Jahreszahl versehenen und in limitierter Auflage (100 Stück) erstellte echte Fayence stammt auf der Werkstatt von Töpfermeisterin Erika Kuczewski. An beiden Markttagen startet jeweils um 14 Uhr eine historische Stadtführung. Treffpunkt ist der obere Marktplatz vor dem Bürgerhaus. Von zehn bis 14 Uhr sind außerdem der Luisenberger Turm sowie die St. Cyriacus Kirche – mit Turm- und Orgelbegehung – geöffnet.

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