Ein Meilenstein für Heiligenstedten

Entlasten Heiligenstedten:  die neuen Zufahrten zur Bundesstraße 5.
Entlasten Heiligenstedten: die neuen Zufahrten zur Bundesstraße 5.

Akteure feiern die Fertigstellung der neuen Anbindung an die Bundesstraße 5 / Jetzt starten die Bauarbeiten in der Blomestraße

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04. Juni 2014, 11:29 Uhr

Acht Jahre nach den ersten Verhandlungen rollt seit einigen Wochen nun der Verkehr. In einer kleinen Feierstunde im Gemeindezentrum Heiligenstedten erinnerten die an dem Projekt beteiligten Akteure jetzt noch einmal an die schwere Geburt für die beiden Abfahrten an der Bundesstraße 5 nach Heiligenstedten und Oldendorf. Bürgermeister Gerfried Klitz sprach von einem „Meilenstein für die Gemeinde“. Die Hoffnungen auf Verkehrsentlastung durch den Bau der B 5 hatten sich seinerzeit nämlich nicht erfüllt. Kein Wunder, wie Volker Tüxen vom Amt Itzehoe-Land vorrechnete: Als die Kreisstraße 1950 gebaut wurde, habe es zum Beispiel in Oldendorf ganze 70 Kraftfahrzeuge gegegeben – bei 690 Einwohnern. Heute habe Oldendorf 1150 Einwohner und es seien dort 600 Fahrzeuge gemeldet. Tüxen: „Das müssen unsere Verkehrswege erst einmal leisten – vom Schwerlastverkehr ganz zu schweigen.“

Dabei war die neue Anbindung keineswegs ein Selbstläufer. Nach ersten Gesprächen, so erinnerte Bürgermeister Klitz, habe der CDU-Abgeordnete Hans-Jörn Arp zum Handy gegriffen und auf dem kurzen Dienstweg eine Erhöhung des Landeszuschusses erreicht. Verkehrsminister war damals Dietrich Austermann. Beide saßen jetzt in Heiligenstedten mit am Tisch, dazu Vertreter der Landesstraßenbaubehörde und des Amtes Itzehoe-Land mit Amtsvorsteherin Renate Lüschow an der Spitze. Ebenfalls in der Runde: Dirk Haupthoff. Der Betreiber des Baufachzentrums und des OBI-Marktes hatte sich maßgeblich an der Finanzierung der neuen Zufahrten beteiligt. Unterm Strich kostet die Baumaßnahme rund 1,26 Millionen Euro, wovon das Land dank des damaligen Arp-Telefonats 85 Prozent übernahm. 75 000 Euro steuerte der Kreis bei, 330 000 Euro die Gemeinde, woran sich die Firma Haupthoff wiederum mit 50 Prozent beteiligte. Dirk Haupthoff hofft nun natürlich auch auf eine noch höhere Kundenresonanz. Schon jetzt sei die bessere Anbindung spürbar. Nur der Lieferverkehr müsse sich noch besser zurechtfinden. Haupthoff regte aber auch an, jetzt die große Südspange in Itzehoe als innerstädtische Ortsumgehung weiter zu verfolgen.

Gerfried Klitz ist jedenfalls über eine Entlastung der Heiligenstedtener Ortsdurchfahrt froh. Gleichzeitig wies er auch kritische Stimmen zurück, nach denen die neue Anbindung eine Gefährdung für den Schülerverkehr darstelle. Volker Tüxen meinte: „Auch Kinder im ländlichen Raum müssen den Umgang mit Verkehr lernen.“ Bei einem Ortstermin mit der Polizei sollen die Schüler noch einmal sensibilisiert werden.

Dietrich Austermann erinnerte daran, dass mit der neuen Anbindung eigentlich der Startschuss für den weiteren Ausbau der B 5 fallen sollte. Er hofft, dass dieses Projekt jetzt zügig vorangetrieben wird, um den Wirtschaftsraum Brunsbüttel angemessen anzuschließen. Ute Spieler vom Kreisbauamt freut sich ebenfalls über die Fertigstellung der neuen Zufahrten. Jetzt könne nämlich bald mit der Sanierung der Blomestraße begonnen werden, die dafür zeitweise voll gesperrt werden muss. Landrat Torsten Wendt machte auf den insgesamt schlechten Zustand des Straßennetzes aufmerksam. „Das wird noch Jahrzehnte dauern“, sagte er langwierige Sanierungsmaßnahmen auch vor dem Hintergrund immer größerer landwirtschaftlicher Fahrzeuge voraus.

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