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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 21:31 Uhr

Ein Leben für die Blasmusik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Alter von 70 Jahren blickt Heinz Brockmann auf seine Zeit bei den „Störboys“ und die Jahre als Leiter des Wewelsflether Orchesters zurück

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erstellt am 04.Jan.2016 | 16:33 Uhr

Seit seinem 13. Lebensjahr macht Heinz Brockmann Musik. Der heute 70-Jährige erlernte das Blasinstrument Trompete bei Ernst Trumpf in Brokdorf. „Es war eine gute Ausbildung in Theorie und Praxis.“ Die Fahrt zu den wöchentlichen Unterrichtsstunden in Brokdorf wurde damals natürlich mit dem Fahrrad erledigt – und das bei Wind und Wetter. Jetzt blickt der Beidenflether auf die Anfänge seiner musikalischen Laufbahn zurück.

In der Konfirmandenstunde lernte Heinz Brockmann Pastor Hans Lohse kennen und wurde mit seiner Trompete Mitglied in der Dorf- und Werftkapelle Wewelsfleth, die von dem Geistlichen 1955 gegründet und seitdem geleitet worden war. Auch beruflich verdiente er sich erste Sporen: Als 15-Jähriger absolvierte Brockmann eine Lehre zum Kfz-Schlosser bei der Firma Opel-Bauer in Wilster. Auch diese Strecke wurde natürlich mit dem Fahrrad erledigt.

Mit dem 18. Lebensjahr durfte er mit Erlaubnis der Eltern in einer Band namens „Störboys“ mitwirken und an den Wochenenden auftreten. Brockmann war Gründungsmitglied und erweiterte seine Musikinstrumententätigkeit auf Saxophon und Bassgitarre. Er erinnert sich: „Wir sind durch Schleswig-Holstein getingelt. Nach zehn Jahren hat sich die Formation dann in Freundschaft aufgelöst.“ Während der Zeit bei den „Störboys“ blieb Heinz Brockmann aber auch immer der Dorf- und Werftkapelle treu und hat den Kontakt zu Pastor Lohse gehalten.

Beruflich setzte er seinen Weg in der Autobranche fort. Nach Bestehen der Gesellenprüfung absolvierte er die Bundeswehrzeit und machte im Dezember 1969 seine Meisterprüfung. 1970 hat er die Renault-Vertretung in Beidenfleth gegründet. „Zu dieser Zeit gab es einen alten Renault 16 in der Wilstermarsch. Heute sind es ein paar mehr.“

Neben der beruflichen Herausforderung blieb aber immer die Liebe zur Musik. Nachdem Brockmann 1973 seine Band aufgegeben hatte, war wieder mehr Zeit für die Dorf- und Werftkapelle Wewelsfleth. 1975 ernannte Pastor Lohse ihn zu seinem Nachfolger der Dorf- und Werftkapelle Wewelsfleth. „Ich hatte zu ihm immer ein gutes Verhältnis und ihm viel zu verdanken.“ Brockmann wünschte sich aber eine Ausbildung zum Kapellmeister und Dirigenten. Auch das organisierte der Pastor. Der Beidenflether fuhr nach Baden-Württemberg in ein Kloster-Internat, wo diese Amateur-Ausbildung möglich war. „Es war eine tolle, musikalische Erfahrung.“ So „ganz nebenbei“ engagierte er sich übrigens auch noch in der Gemeindepolitik und in der Feuerwehr.

Dank seiner musikalischen Ausbildung formte Heinz Brockmann das Blasorchester Wewelsfleth mit einer entsprechenden Orchesterbesetzung, die es bei der Dorf- und Werftkapelle Wewelsfleth vorher nicht gegeben hatte. „Ich wollte eine flotte Orchesterklangfülle erreichen.“ Es freut ihn, dass der Sound noch heute gepflegt wird. Highlight war für ihn eine Musikaufnahmen im Studio Hamburg, wo auch schon andere Musikgrößen ihre Visitenkarten abgegeben hatten. „Wir durften daran schnuppern“, so Heinz Brockmann. Nach einer Probeaufnahme entschieden die Ton-Ingenieure sich zu einer 24-Spuraufnahme – damals Stand der absoluten Technik. Sie waren vom Klangkörper des Orchesters positiv überrascht. Bis zum Jahr 2000, wo er nach 25-jähriger Tätigkeit den Dirigentenstock weitergab, ist durch viele Auslandskonzertreisen und Konzertauftritte in Norddeutschland und darüber hinaus der Sound des Blasorchesters Wewelsfleth verbreitet worden. Höhepunkte waren die Texasreisen, wo Brockmann am German Day in Dallas zum Ehrenbürger des Staates Texas ernannt wurde.

„Voraussetzung für den Erfolg des Blasorchesters Wewelsfleth war natürlich auch, dass die Musikerinnen und Musiker mitgezogen haben, Spaß an der Musik hatten, und dass im Orchester auch eigene Ausbildung stattgefunden hat.“ Organisationsleiter Wilfried Vollmers habe ebenfalls zum Erfolg des Orchesters beigetragen. Die finanzielle Unterstützung durch die Peters-Werft in Wewelsfleth, durch viele Spenden ortsansässiger Firmen und nicht zuletzt die Förderung der Gemeinde Wewelsfleth durch die zur Verfügungsstellung eines eigenen Übungsraumes, so Heinz Brockmann, machten eine so erfolgreiche Orchesterarbeit erst möglich. „Und dies alles im Amateur- und Ehrenamtsbereich.“ Inzwischen ist Heinz Brockmann nicht nur musikalisch, sondern auch beruflich Ruheständler. Die Entwicklung seines Blasorchesters verfolgt er natürlich mit großem Interesse weiter. Daneben widmet er sich der Pflege seiner Oldtimer-Sammlung.

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