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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 15:35 Uhr

Ein Leben für den Basketball

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Patrick Elzie, Cheftrainer der Itzehoe Eagles, erzählt in seiner Autobiographie aus mehr als 30 Jahren im Profisport

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2016 | 09:00 Uhr

New York im Jahr 1984. Eigentlich will Patrick Elzie nur feiern. Doch plötzlich findet er sich in einem ernsthaften Streit mit einem anderen Mann wieder. Der ist nicht irgendwer – sondern der Neffe von Mafiaboss John Gotti. Elzie und sein Freund sehen zu, dass sie wegkommen. Danach fällt ihm die Entscheidung über seine Zukunft nicht mehr schwer: Wenige Tage später fliegt Elzie nach Deutschland und startet eine Karriere als Basketballspieler und -trainer. Vieles hat der heute
56-Jährige seither erlebt. In der Autobiografie „Teamplayer“ ist es jetzt zu lesen.

„Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben“, sagt Elzie, der seit Juli 2015 die Itzehoe Eagles aus der 2. Basketball-Bundesliga ProB trainiert. „Erstmal war ich total baff.“ Verantwortlich dafür war Klaus Schütz: Der pensionierte Lehrer, Jahrgang 1950, war selbst Zehnkämpfer, betreute viele Jahre erfolgreiche Bahnradsportler und konzentriert sich seit 2005 auf Basketball, unter anderem als Athletiktrainer und als Vorstandsmitglied der BBG Herford aus der 1. Regionalliga West. Als sein Sohn Julian bei Rasta Vechta und Pat Elzie vorspielte, lernte Schütz den Coach kennen. „Seitdem habe ich Pats beeindruckenden Werdegang weiter verfolgt“, sagt der Autor, der bereits einige Sportbücher verfasste.

Der erste Plan sei ein Basketball-Roman über einen Trainer aus den USA gewesen. Pat Elzie diente als Vorbild, doch Schütz war schon mit dem ersten Kapitel unzufrieden. So entstand die Idee zur Autobiografie, und der Coach ließ sich überzeugen. In vielen Treffen zeichnete Schütz die Lebensgeschichte Elzies auf, erst in Vechta, später in Itzehoe.

Elzie wuchs in Missouri auf, auch Einblicke in die Zeit der Rassentrennung in Amerika fehlen in „Teamplayer“ nicht. Es gehe ihm nicht darum, mit dem Buch Geld zu verdienen oder sich selbst darzustellen, sagt Elzie. Er hoffe einfach, dass es für das Publikum interessant, gut zu lesen und unterhaltsam sei. Das Werk schildere nicht sein ganzes Leben, enthalte aber zentrale und auch witzige Geschehnisse. „Und es gibt einen kleinen Einblick hinter die Kulissen im Profi-Basketball.“

Seine Basketball-Karriere verbrachte Elzie vorwiegend in Deutschland, war aber auch Nationaltrainer in Syrien und als Coach auf Zypern aktiv. Heute ist er ein „gefühlter Amerikaner mit deutschem Pass“, Deutschland sei seine zweite Heimat, vor allem wegen der beiden Ehen und der drei Kinder, von denen zwei in Hamburg leben. „Teamplayer“ schildert viele Erfolge aus Elzies Sportlerleben, aber auch eine Reihe unschöner Erlebnisse. „Manche werden es lesen und denken: Warum tut er sich das an?“, weiß der 56-Jährige. Seine Antwort: „Ich liebe diesen Sport, und die Liebe zum Sport ist immer weiter gewachsen.“

Fast nebenbei lernt der Leser den Menschen Pat Elzie kennen, der sich stets für den Nachwuchs einsetzte und sozial engagierte. „Wo auch immer er unterwegs war, lernte er Menschen kennen, berührte sie mit seiner herzlichen Art, baute sie auf und förderte sie“, schreibt im Vorwort Markus Röwenstrunk, Coach der BBG Herford und einer von vielen, die von Elzie auf ihrem Weg unterstützt wurden.

Röwenstrunk erlebte beim heutigen Erstligisten Rasta Vechta, wie Elzie aus einem Kleinstadtverein einen Bundesliga-Verein machte und eine ganze Region für Basketball begeisterte. „Ein Märchen“, wie der Trainer selbst sagt. In Itzehoe fand er ganz ähnliche Bedingungen vor, seitdem geht es steil bergauf. Also vielleicht der Auftakt für ein zweites Märchen? Ein breites Lächeln: „Das wäre schön.“
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„Teamplayer“ ist erschienen im Self-Publishing bei „Books on Demand“, ISBN 3743102455, 248 Seiten, 9,99 Euro. In Itzehoe ist es erhältlich im Bücher-Känguru und bei der Buchhandlung Heymann, außerdem beim Spiel der Eagles Sonntag, 18. Dezember, 17 Uhr, am Lehmwohld gegen Lok Bernau, bei dem Pat Elzie auch signiert.



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