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Blomesche Wildnis : Ein lauschiges Heim für alte Hunde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Verein Omihunde-Netzwerk nimmt sich Tieren in ihrer letzten Lebensphase an. 250 Hunde wurden schon an Gastfamilien vermittelt.

Munter geht es zu im Heim des gemeinnützigen Vereins Omihunde-Netzwerk in der Blomeschen Wildnis. 14 Hunde aller Rassen und Mischlinge tummeln sich im Haus der Vereinsvorsitzenden Heike Thiel, das den klingenden Namen „Sonnenhof“ trägt. Die meisten Tiere sind zehn Jahre oder älter, doch genauso voller Leben wie ihre jüngeren Artgenossen. Fast alle Hunde haben eine tragische Lebensgeschichte hinter sich. Entweder brauchen sie regelmäßige und teure tierärztliche Pflege, oder Herrchen und Frauchen sind gestorben oder schwer erkrankt. Alle diese Notfälle finden bei Thiel seit sieben Jahren ein neues Zuhause.

Im November 2010 gründete sie das Omihunde-Netzwerk. „Der Begriff steht für alte Hunde und ältere Besitzer“, sagt sie. Und weil die Idee derart gut ankam und stetig neue Tiere bei ihr einziehen wollen, gibt es derzeit einen Aufnahmestopp. „Wir sind voll belegt.“
Das Omihunde-Netzwerk agiert inzwischen deutschlandweit. Rund 20 Pflegestellen gibt es. „Dabei sind wir ein kleines Team, das nur aus sieben Frauen besteht“, so Thiel. Alle Hunde, die angenommen würden, hätten „mindestens einige Jahre in Deutschland gelebt“. Viele stammten „hier aus der Ecke“, also aus der Region von Itzehoe bis runter nach Hamburg. Die Gastfamilien, die die Tiere aufnehmen, seien „alles sehr genau ausgesuchte Leute“. Denn die Hunde des Netzwerkes sollen es auf ihre alten Tage gut haben. „Wir vermitteln nicht, sondern sind für die Tiere das neue Zuhause“, nennt Thiel den wesentlichen Unterschied zu einem Tierheim. Auch gibt es bei ihr keine Zwingerhaltung. Weil auch die verhaltensauffälligen Tiere so frei wie möglich leben können, sollten interessierte Besucher nicht einfach unangemeldet vorbeischauen.

„Ich hatte selbst immer Hunde“, sagt Thiel. „Erst einen, dann zwei, dann drei.“ Und jetzt 14. Ob Garten, Wohnzimmer, Flur oder Küche: Überall wuseln die kleinen und größeren Lieblinge frei herum. Streicheleinheiten inklusive. „Der Sonnenhof ist ein Fulltime-Job“, verrät Thiel. „Man hat quasi 24 Stunden Bereitschaft.“ Aber das stört sie nicht. Nicht zuletzt, „weil es immer wieder begeisternd zu sehen ist, wie die Hunde hier aufblühen.“ Und wie zum Beweis kuschelt sich die 19-jährige Flavia an ihre Füße. Etwa 250 Hunde hat das Omihunde-Netzwerk nach Aussage Thiels in den knapp sieben Jahren seines Bestehens an Gastfamilien vermitteln können. „Hier bei mir sind 55 Tierschutzhunde durchgelaufen.“ Eine stattliche Zahl, die dafür gesorgt hat, dass Thiel ihr ursprüngliches Konzept zwischenzeitlich deutlich verändern musste.

2010 ging sie das Projekt mit dem Ziel an, möglichst viele ältere Hunde zu vermitteln. Doch weil die meisten Tiere lebenslang auf tierärztliche Hilfe angewiesen sind, steht seit etwa 2013 die dauerhafte Betreuung im Mittelpunkt. „Für die Medikamente fallen die meisten Kosten an“, sagt Thiel. „Dafür sind wir dringend auf Spenden angewiesen.“ Mit mehreren Tierärzten in der Region habe sie eine stabile Zusammenarbeit. „Das funktioniert sehr gut, wir haben dadurch Tag und Nacht Ansprechpartner.“ Andererseits sorgt die Dauerbetreuung auch dafür, dass nur eine begrenzte Anzahl an Tieren neu aufgenommen werden kann. Doch für alle, die in Thiels „Sonnenhof“ oder eine der Pflegefamilien einziehen dürfen, ist es wie ein Lottogewinn. „Gerade für ältere Hunde ist es eine Katastrophe, aus einer Familie plötzlich in einen Tierheimzwinger abgeschoben zu werden“, weiß sie. Die Hunde würden die Welt nicht mehr verstehen, litten unter Einsamkeit und Stress. Alles Dinge, die es auf dem „Sonnenhof“ nicht gebe.

>  Infos zum Verein „Omihunde-Netzwerk“ auf www.omihunde-netzwerk.de und bei Facebook.


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