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Literatur-Debüt : Ein Krimi aus dem wahren Leben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wilfried Voß aus Averlak: Der pensionierte Kripo-Mann bringt sein erstes Buch auf den Mark. Die Story spielt auf dem Hamburger Kiez.

Wer könnte besser über Ganoven und das „Milieu“ schreiben, als jemand, der damit beruflich zu tun hatte? Wilfried Voß, gebürtiger Dithmarscher und pensionierter Kripo-Mann hat jetzt sein Erstlingswerk herausgebracht: „Davidstraße 43“.

Wilfried Voß wuchs in Averlak, auf und ging später nach Hamburg, wo er als Kriminalhauptkommissar arbeitete. „Nach meinem Fachhochschulstudium wurde ich Fahndungskoordinator, dann Leiter der Ermittlungsgruppe ‚Diebstähle aus Kfz‘ in der Direktion Mitte“, erzählt Voß. Sein Werdegang bei der Polizei ging als Sachgebietsleiter für Gaststättenkriminalität mit Zechanschlussraub und als Sachbearbeiter in der Dienststelle für „Milieudelikte“ weiter. „Ich habe viel erlebt und gesehen, da waren schon spannende Sachen bei.“ Aber im Großen und Ganzen sei Polizeiarbeit hauptsächlich langweilig. Nachdem er vorzeitig in Pension gegangen war, zog er nach Erfurt, lernte dort seine zweite Frau Renate kennen. „Ich habe angefangen Fachunterricht im Ordnungsrecht zu geben und die Schulstunden mit kleinen Geschichten aus der Praxis gespickt“, erzählt Wilfried Voß im Gespräch. Seine Schüler waren davon so angetan, dass sie ihn aufforderten, doch ein Buch zu schreiben. „Das habe ich ganz weit von mir gewiesen, dazu hatte ich gar keine Lust“, lacht Voß. Doch dann machte er sich ans Werk zu „Davidstraße 43“.

Die Geschichte spielt – natürlich – in Hamburg, die Protagonisten agieren in vielen Stadtteilen und dem Umland und es laufen verschiedene Aktionsstränge parallel zueinander. „Der Anfang ist wohl ganz anders, als man erwartet, aber das klärt sich zum Ende auf“, erläutert der Autor verschmitzt. Es geht um Prostitution, um Drogen und Mord. „Die Sachverhalte haben alle stattgefunden, aber natürlich ist alles verändert und nicht mit den tatsächlichen Orten und Personen in Verbindung zu bringen.“ Reale Namen und Orte, wie das Bistro „Höner’s Köpi“ in Büsum hat er sich autorisieren lassen. „Sonst hätte ich das so nicht schreiben können.“ Das Buch hatte Wilfried Voß innerhalb von sieben Monaten fertig.

„Ich habe erst die Personen, ihre Positionen und Leben aufgeschrieben und dann mit der eigentlichen Geschichte angefangen“, berichtet er von seinem Vorgehen. Voß hatte sich im Vorwege informiert, was und in welchem Umfang er verändern muss. „Das war gar nicht so schlimm, ich habe ja einen Roman geschrieben und keinen Tatsachenbericht“, erklärt er. Der Rest ist der Kreativität und Fantasie des Schriftstellers überlassen.

Neben aller Fiktion ist ihm wichtig, dass in der Geschichte eine Botschaft an Eltern und Großeltern, irgendwie auch an die jungen Erwachsenen, steckt. „Die Prostituierten kommen aus allen Schichten und kaum eine kommt aus dem Milieu wieder heraus.“ Seiner Meinung nach bekommen Verbrecher heute viel zu viel Aufmerksamkeit. Wilfried Voß: „Schnell werden Opfer zu Tätern.“

Ob es ein zweites Buch geben wird, hängt vom Verkauf des ersten ab, sagt der Autor. Allerdings legt er die Hände nicht in den Schoß: „Ich habe da schon ein neues Thema mit sozialkritischem Hintergrund im Kopf“, macht Wilfried Voß es schon jetzt spannend.

>„Davidwache 43“ ist im der Edition-Fischer erschienen (ISBN 978-3-86455-105-5)

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