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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 09:45 Uhr

Vorschlag : Ein Kreisel wie ein Meer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Zeichen des Störs: Ausschuss billigt Konzept zur Neugestaltung des Kreisverkehrs Potthofstraße/Leuenkamp.

Noch ist er grün und sieht wenig attraktiv aus: Der Kreisverkehr an der Potthofstraße/Leuenkamp, der dort im Zuge der Arbeiten an der Südspange entstanden ist. Doch das soll sich ändern, zumindest nach dem Willen der großen Mehrheit der Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, denen der Leiter der Umweltabteilung der Stadt, Heinz-Rüdiger George, jetzt seine Entwürfe zur Verschönerung des Kreisels vorgestellt hat.

Eigentlich habe er eine größere Lösung im Sinn gehabt, so George. Doch der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr habe ihn belehrt, dass laut dem „Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren“ nur eine Bebauung im Zentrum des Kreisels möglich sei, der einen Gesamtdurchmesser von 12,40 Metern hat. Denn falls Autos oder Lastwagen über den Kreisel ausweichen müssten, dürften sie nicht durch hohe Aufbauten behindert werden, so George weiter. Nun wird der Kreisel nur noch in einem Durchmesser von 5,40 Metern bebaut, außerhalb dieses Radius’ werden jedoch Blumen und andere kleine Pflanzen stehen.

„Dadurch sinkt der Gestaltungsspielraum natürlich erheblich“, sagt George. Allerdings spare die Stadt auch viel Geld: Waren für die ursprünglichen Pläne Materialkosten von bis zu 60  000 Euro geplant, rechnet George jetzt nur noch mit 7000 Euro. Insgesamt soll der Kreisel rund 18  000 Euro kosten.

Und so soll er gestaltet werden: In der Mitte sollen fünf Platten aus rostfarbenem Stahl in einer Stärke von drei Millimetern diebstahlsicher verankert werden. In jede der Platten ist die Silhouette eines Störes geschnitten, der den Blick auf die dahinter liegende Bepflanzung frei gibt. Die Platten sind einen Meter hoch und werden in einem Abstand von 60 Zentimetern kreisförmig angeordnet. Der Stör im Stahl, der so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt werden könne, solle von Pflanzen umgeben werden, die seine Heimat – das Meer und die Seen – symbolisieren, so George.

Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich beeindruckt von den Entwürfen. „Fantastisch, ganz hervorragend“, sagte etwa Heinz Köhnke (CDU). „Gut gelungen und künstlerisch gut umgesetzt“ sei der Vorschlag, meinte Ernst Molkenthin (Linke). Berndt Doege (UWI) warnte jedoch davor, dass die Straße im Kreisel nicht breit genug sein könnte, wenn etwa schwere Lastwagen dort hindurchfahren – und plädierte für eine Pflasterung des äußeren Bereiches.

George konnte die Bedenken nicht teilen, versprach aber, den Untergrund so zu verstärken, dass auch bei einem etwaigen Überfahren der Grünfläche keine größeren Schäden entstünden.

Bei einer Enthaltung billigte der Ausschuss die Pläne, Köhnke sprach sich dafür aus, sie „möglichst bald“ zu verwirklichen. Laut George soll die Ausschreibung demnächst erfolgen, im Spätsommer könnte der Bau fertig sein. „Dann muss es nur noch blühen.“

Heinz Köhnke hofft, dass der neu gestaltete Kreisel ein „Blickfang“ wird, und plädiert dafür, das Motiv des Störs auch an anderen Stellen ins Stadtbild miteinzubeziehen. „Wir haben jetzt mit einem Kreisverkehr begonnen. Wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, sollten wir das auch woanders tun.“

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erstellt am 25.Feb.2016 | 05:00 Uhr

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