Ein Kraut zum Lindern der Krebstherapie

Seit zehn Jahren verteilt Jens Rusch das „Unsterblichkeitskraut“ an Krebsbetroffene.
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Seit zehn Jahren verteilt Jens Rusch das „Unsterblichkeitskraut“ an Krebsbetroffene.

Jiaogulan: Jens Rusch gibt Stecklinge aus eigener Zucht an Betroffene ab

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22. Juli 2015, 14:05 Uhr

Typisch für die Pflanze sind die fünffingrigen Blätter, sie ist recht einfach zu züchten, vermehrt wird sie mit Stecklingen, seinen besonderen Ruf hat das in China auch als „Unsterblichkeitskraut“ bezeichnete Jiaogulan als Komplementär-Medikament in der Krebstherapie erlangt. Noch bis Ende der Woche gibt der Brunsbütteler Jens Rusch Setzlinge an Betroffene ab. Eine Aktion, die sich jetzt zum zehnten Mal jährt.

„Das nimmt Formen an“, sagt Rusch über die Nachfrage. Als er bei einer Asienreise auf Jiaogulan und die ihm zugesprochene lindernde Wirkung in der Krebstherapie aufmerksam wurde, brachte er einige Stecklinge mit nach Brunsbüttel. Seitdem gehört ein Tee aus den Blättern für ihn stets dazu. Rusch, zugleich Vater der Wattolümpiade, war selbst an Krebs erkrankt. Acht Jahre lang verschenkte er in der Folgezeit „tausende von Pflanzen“ aus seinen Ernteüberschüssen an Krebsbetroffene. Vor zwei Jahren allerdings zog er angesichts der Eigendynamik die Reißleine – Rusch ist freiberuflicher Künstler. Und das Malen litt unter der Verschenkaktion, ihm fehlte die Zeit fürs Atelier. Inzwischen hat er ein Gewerbe angemeldet, gibt die Stecklinge für 10 Euro ab, bis einschließlich 24. Juli sind es lediglich ein bis drei Euro. Dazu gibt es Tipps über den Anbau im heimische Garten.

Um den europaweiten Versand kümmert sich Ehefrau Susanne. Dabei nutzt sie die Erfahrungen holländischer Pflanzenversender und verwendet Blister-Packungen, die einen weitgehend unbeschadeten Versand möglich machen. Österreich, Spanien, Irland stehen auf ihrer wöchentlichen Liste. „Schäden gab es bisher lediglich durch den Poststreik“, sagt Susanne Rusch. Ihr Ehemann gilt mittlerweile vielen als ein Pionier, der Jiaogulan nach Europa brachte. Die Deutsche Gesellschaft für biologische Krebsabwehr verlinkte ebenso auf seine Website, wie zahlreiche Gruppen spezieller Krebserkrankungen im sozialen Netzwerk Facebook.

Dass Jens Rusch seine Pflänzchen nicht mehr kostenlos abgibt, liegt auch daran, dass andere versucht hätten, auf diesem Weg Geld zu machen, erzählt der Brunsbütteler: „Das hatte Händler auf den Plan gerufen, die eine Krebserkrankung vorgetäuscht haben.“ Er selbst wolle kein großes Geschäft machen mit dem „Unsterblichkeitskraut“. Er wolle aber auch nicht auf Kosten sitzen bleiben.

Ganz wichtig ist Rusch der Hinweis darauf, dass das grüne Gewächs ungeachtet seines Namens eben nicht zur Unsterblichkeit führe. Vor allem: „Es ersetzt keine Krebstherapie!“, warnt Rusch: „Wer einen Tumor hat, kann nicht auf herkömmliche Behandlung verzichten.“ Aber ein Tee oder die Verwendung von Jiaogulan in Speisen könne dazu beitragen, die Folgen einer Chemotherapie zu lindern.


>Jiaogulan bei Jens Rusch: Schulstraße 38 in Brunsbüttel, Hintereingang (Parkplatz), bis einschließlich Freitag, 24. Juli, 15 bis 18 Uhr.

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