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Erst Abitur, dann ins Ausland : Ein Jahr Kindern in Bolivien helfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im September bricht die angehende Abiturientin Rieke Gripp (19) aus Krempe für zwölf Monate nach Santa Cruz auf – und hilft dort Kindern.

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erstellt am 07.Apr.2016 | 17:05 Uhr

Erst Abitur, dann ins Ausland: Neuseeland mit dem Rucksack erkunden, Work and Travel in Australien oder als Au pair in die Vereinigten Staaten. „Das macht mittlerweile jeder“, findet Rieke Gripp aus Krempe. Auch die 19-Jährige zieht es in die Welt hinaus, aber sie will nicht einfach nur reisen: Im September packt sie die Koffer und fliegt nach Südamerika. In einem Bolivianischen Kinderhilfswerk wird die angehende Abiturientin des Glückstädter Detlefsengymnasiums ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. „Ich möchte auch etwas Sinnvolles tun.“

Mit Bolivien hatte Rieke vorher kaum Berührungspunkte, „ein Freund war für ein Projekt dort und hat mir viel erzählt.“ Die Schülerin reizte an dem Land an den Anden aber vor allem, dass sie hofft, viel bewegen zu können. „Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas, viele Menschen sind Analphabeten, die Bildungsstruktur ist schwach“, informiert sie. „Ich bin keine Weltverbesserin, ich kann nicht alles ändern, aber ich möchte die Kinder dort unterstützen.“

Also bewarb sich der Teenager für verschiedene soziale Projekte, die Organisationen unter dem Dachverband „Weltwärts“ anboten. „Auf jeden Fall wollte ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten“, betont sie. Ab September lebt Rieke Gripp zusammen mit einer anderen jungen Frau in einem Kinderhilfswerk in der Großstadt Santa Cruz im südöstlichen Bolivien. „Wir werden den Schülern bei den Hausaufgaben helfen und verschiedene Workshops für die Kinder und Jugendliche anbieten: Basteln, singen, tanzen oder auch ein Zirkusprojekt“, so Rieke. Außerdem gebe die Organisation regelmäßig ein Magazin für Lesben und Schwule heraus, an dem die Kremperin ebenfalls mitarbeitet.

Angst vor dem fremden Land hat Rieke nicht. „Ich habe von Projektteilnehmern aus dem letzten Jahren schon viel gehört.“ Von Mini-Bussen beispielsweise, „vergleichbar mit einem Taxi, nur eben für mehrere Fahrgäste“. Um einzusteigen, müsse man winken, die Routen seien mehr oder weniger willkürlich, „aber irgendwann hat man den Dreh raus“, ist sie optimistisch.

Für ein Jahr ins Ausland zu gehen, ist für sie gar kein Problem. „Ich war mit 16 Jahren für ein Auslandsjahr in den USA. Als ich zurück kam, wollte ich gleich wieder los“, berichtet die reisebegeisterte junge Frau. Südamerika sollte es sein. „Ich wollte unbedingt Spanisch lernen.“

Noch kann sie nur ein paar Vokabeln. Dass sie für das Projekt die Zusage bekam, wundert Rieke deshalb ein bisschen. „Beim Auswahlwochenende konnte ich kaum Spanisch. Das ist in Bolivien die Amtssprache.“ Mit den anderen Kandidaten musste sie sich bei Gesellschaftsspielen wie „Tabu“ beweisen - auf Spanisch. „Mit Händen und Füßen ging das aber gut.“ Einen Crashkurs wird sie vor ihrem Abflug noch absolvieren, im Moment muss die Kremperin aber für die Abiturprüfungen lernen. Auch wenn Rieke noch an ihren Spanisch-Kenntnissen arbeiten muss, ist sie eine geeignete Kandidatin für das Projekt im Bolivianischen Kinderhilfswerk. „Ich habe vier Jahre die Kindergruppe der evangelischen Jugend in Glückstadt geleitet.“

Wie es nach dem Jahr weitergeht, weiß Rieke noch nicht sicher. „Ich tendiere dazu, Sozialpädagogik zu studieren.“ Vor ihrem Abflug will Rieke Gripp aber entschieden haben, welchen Weg sie einschlagen wird, „in Bolivien werde ich dafür bestimmt keine Zeit haben“. Ihre Zeit möchte Rieke dann voll und ganz den Schülern widmen, „eben etwas Sinnvolles tun“.



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