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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 14:15 Uhr

Schramm-Group : Ein Hafen für die ganze Welt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schramm-Group bietet neuen Container-Service für Glückstadt an.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 17:00 Uhr

Er ist der kleinste Hafen der Schramm-Group: Der Glückstädter Hafen. Aber mit einer „wichtigen Bedeutung“, sagt Geschäftsführer Frank Schnabel. „Es gibt regionale Kunden, die mit ihrem Unternehmen da sind, weil es den Hafen gibt.“

14,3 Millionen Tonnen hat das Unternehmen in ihren Häfen im vergangenen Jahr umgeschlagen. Da muten die 140 000 Tonnen davon für „Glückstadt Port“ wenig an. Doch das ist für Frank Schnabel nicht ausschlaggebend. „Wir sind mit Glückstadt sehr zufrieden.“ Entscheidend sei, dass es sich rechnet. Zudem sieht er die Häfen an der Unterelbe als Ganzes.

Die Brunsbütteler Häfen sind im Besitz des Unternehmens, Glückstadt und andere Häfen, wie Rendsburg, sind vom Land oder der kommunalen Hand gepachtet. Um wirtschaftlich zu arbeiten, gibt es an den kleineren Standorten nur Kernmannschaften. „Wir arbeiten im Pool“, sagt er. „Die Mitarbeiter sind extrem flexibel und orientieren ihre Arbeitszeiten an der Arbeit. Es sind echte Hafenmenschen.“ Das heißt, dass zum Löschen von Ladung dann auch Mitarbeiter von Brunsbüttel nach Glückstadt gefahren werden. „Auch deshalb sind wir so erfolgreich.“

Mit der Folge, dass die Schramm-Group im vergangenen Jahr – anders als andere große Hafenbetreiber im Norden wie Kiel und Lübeck – gewachsen ist. „Ganz gegen den Trend. Wir haben Wachstum, also machen wir etwas richtig.“ Ihn persönlich freut es, denn als er seinen Geschäftsführer-Posten antrat, war zum Beispiel Lübeck mit 17 Millionen Tonnen Umschlag noch weit entfernt. Diesen Umschlagszahlen komme das stetig wachsende Unternehmen jetzt immer näher. „Wir sind mittlerweile Nummer sechs in Deutschland“, sagt Schnabel zur Größe des Brunsbütteler Hafens, dem Kerngeschäft der Schramm-Group. Als wichtig und richtig habe sich herausgestellt: Das Unternehmen verlade alle Produkte, „die auf dem Markt sind“. Für Glückstadt gelte dies im Prinzip auch. Wobei dort die Bandbreite kleiner ist, aber auch wächst. In der Elbestadt werden in erster Linie Dünger, Gips, Kalk, Cellulose und neuerdings Glas verladen. „Vorrangig Dünger. Doch wir packen alles“, sagt Sven Hargens, der für das Marketing im Unternehmen zuständig ist.

Gut laufe in neben dem Be- und Entladen von Schiffen auch das Geschäft mit dem Packen von Containern für den Hamburger Hafen. Mittlerweile – und das ist neu – kommen Container aus Australien, Brasilien, Kenia, Chile, Island, Südkorea, der Dominikanischen Republik und St. Domingo nach Glückstadt. Schnabel macht es sichtlich Freunde, die Länder aufzuzählen. Wohl auch, weil er bereits in den 90er Jahren Mitinitiator des Container-Geschäftes in der Elbestadt war.

2015 machten darüber hinaus 72 Fahrgastschiffe an der Norderseite des Hafen fest. Die Verwaltung dieser Schiffe obliegt auch dem Unternehmen, die Liegegebühr bekommt das Land als Eigentümer des Außenhafens – zahlt dafür wiederum eine Verwaltungsgebühr an die Schramm-Group.

Im vergangenen Jahr kündigte Frank Schnabel bereits an, dass die Elbestadt einen neuen Shuttle-Service für Container bekommen soll. Auch davon verspricht sich Schnabel mehr Leben für den Glückstädter Hafen. Doch die günstigen Dieselpreise machten der Planung bisher einen Strich durch die Rechnung. Der Lkw-Verkehr ist günstig wie lange nicht. Aber Schnabel ist zuversichtlich, dass der Shuttle-Schiff-Verkehr auf der Route Brunsbüttel-Glückstadt-Stade Hamburg kommt: „Die Straßen werden voller, der Straßenausbau vor Hamburg wird rund 20 Jahre dauern.“ Die Schiff-Shuttle bieten eine Alternative zu den Staus auf der Straße.

Es müsse jedoch noch geklärt, ob die Binnenschiffe dann in Hamburg an den Terminals entladen könnten, um die Container gleich auf die großen Schiffe umzuladen. Ein weiteres Problem: Die Kunden müssen noch überzeugt werden, ihre Ware per Schiff und nicht per Lastwagen transportieren zu lassen. Und dies sei zurzeit nicht ganz einfach. „Aber wir kämpfen weiter.“ Die Planungen stehen, eigentlich könnte es losgehen. Unter dem Motto: „Road to See“ als Vorzeigeprojekt.

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