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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 07:19 Uhr

Waldfrüchte : Ein gutes Jahr für Pilze

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Essbar oder giftig? Die Frage stellt sich bei Pilzen immer wieder. Eine Sammlung im Burger Waldmuseum kann – neben gesunder Vorsicht – weiterhelfen.

Ein warmer Sommer, danach eine Zeit lang Regen im Spätsommer und wieder Wärme – 2014 ist ein Pilzjahr. Ob am Wegesrand oder im Wald, überall sieht und findet man sie derzeit, die leckeren, aber mitunter auch die tödlichen. Einziger Experte für Fragen zu Pilzen in Burg ist Waldmuseumsleiter Ernst-Otto Pieper (73).

Der wünscht sich gern fachkundige Unterstützung. ,,Ich bin seit drei Jahren auf der Suche nach einem Pilzexperten, der uns im Herbst hier unter die Arme greift“, sagt Pieper. ,,Der kann uns dann dann auch helfen die essbaren Pilze zu uns in den Wald zu bringen.“ Denn im Burger Erholungswald wie auch im Paradiestal wachsen nur wenig essbare Pilze. Gerne würde Pieper auch Pilzexkursionen anbieten. Auch das wäre eine Aufgabe für einen ehrenamtliche engagierten Pilzkenner.

Christianslust ist in Süderdithamrschen der Wald, in dem die Pilze wachsen. Dort sind vor allem Maronen weit verbreitet. Beim Steinpilz muss man die guten Stellen kennen oder entdecken. Beide sind immer noch die beliebtesten Arten unter den essbaren Pilzen. Am mit Bäumen bestandenen Wegesrand wie beispielsweise an der Abzweigung nach Frestedt in Quickborn oder in Burg am Rand des Weges zum Kattenstieg findet der aufmerksame Spaziergänger sogar Birkenpilze. Sie gehören zu den leckersten Speisepilzen.

Wer sich nicht so gut auskennt mit Pilzen, für den gibt es eine große Sammlung aller in der Region beheimateten Pilzarten im Burger Waldmuseum. Bis zum 31. Oktober hat das Waldmuseum noch geöffnet. So lange kann sich jeder dort schlau machen, ob seine Pilze auch genießbar oder gar giftig sind.

Man sollte aber auch wissen, dass die Atomkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 über den Wind auch die Pilze in Norddeutschland mit radioaktiven Isotopen belastet hat. Zudem gibt es in Dithmarschen inzwischen den Fuchsbandwurm. ,,Auch wenn er Fuchsbandwurm heißt, er kommt natürlich auch bei anderen Tieren vor“, warnt Pieper. Der Leiter des Waldmuseums ist auch Jäger und zählt auf: ,,Hunde, Katzen, Waschbären und vor allem Marderhunde können infiziert sein.“ Gerade Marderhunde seien flächendeckend in Schleswig-Holstein verbreitet“, berichtet Pieper. Bisamratten sind in unserer Region einer der häufigsten Überträger vom Fuchsbandwurm.

Fuchsbandwürmer sind vor allem für die Leber hochgefährlich, weil sich die Finnen, die Larven der Bandwürmer, in dem Organ gerne festsetzen. Der Fuchsbandwurm spielt auch bei Pilzen eine Rolle, können seine Eier doch unsichtbar auf ihrer Oberfläche haften. ,,Deshalb gilt: Einige Minuten die Pilze unter mindestens 70 Grad heißes Wasser halten, auch wenn der Geschmack leidet. Einfrieren bringt nichts, außer man schafft über minus 70 Grad“, mahnt Piper zur Vorsicht.

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