Experte freut sich: : Ein gutes Jahr für Eulen und Käuze

35 ausgeflogene Steinkäuze zählte der Landesverband Eulenschutz 2014. 15 Tiere mehr als ein Jahr zuvor.
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35 ausgeflogene Steinkäuze zählte der Landesverband Eulenschutz 2014. 15 Tiere mehr als ein Jahr zuvor.

Bestand in Steinburg ist stabil. Mehr Jungkäuze wegen guten Wetters.

shz.de von
25. Januar 2015, 16:34 Uhr

Die neuesten Zahlen für die Schleiereulen- und Steinkauz-Populationen im Kreis Steinburg liegen vor. „Für die heimischen Schleiereulen war 2014 ein richtig gutes Jahr“, sagt Dirk-Peter Meckel (kleines Foto), stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Eulenschutz in Schleswig-Holstein. „Wir hatten endlich auch wieder einmal viele Zweitbruten.“ Die Zahl der erfassten Jungeulen stieg von 50 Tieren im Jahr 2013 auf 146 im Jahr 2014. Die Zahl der Bruten erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 18 auf 31. Hauptgrund für die positive Bestandsentwicklung war ein hohes Wühlmausaufkommen. Die Lieblingsspeise der Schleiereulen ist ein lebenswichtiger Faktor für die Arterhaltung, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Eulenarten kann sich die Schleiereule keine Fettreserven anfressen.

Die taubengroße Eule mit ihrer charakteristischen herzförmigen Gesichtsmaske ist ein Kulturfolger, der sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Scheunen und Kirchtürme dienen ihr als Schlaf- und Nistplatz. Offenes Kulturland mit ganzjährig kurzer Vegetation ist ihr bevorzugtes Jagdgebiet. Durch den zunehmenden Grünlandumbruch verringert sich der Anteil der für die Nahrungssuche der Eulen so wichtigen Dauergrünlandflächen, auf denen sich Feldmäuse zu Hause fühlen. Die meisten Schleiereulen sind nach wie vor in der Marsch beheimatet, deutlich weniger in der Steinburger Geest-Region.

Ebenfalls verbessert hat sich die Lage beim Steinkauz. Zwar können sich die Vögel genau wie die Schleiereulen keinen Fettvorrat anfressen, „aber der Steinkauz ist flexibler, weil er den ganzen Tag auf Beutefang gehen kann“, so Meckel. Die Zahl der in Steinburg entdeckten Steinkauz-Bruten blieb zwar von 2013 auf 2014 mit zehn unverändert, doch der Landesverband Eulenschutz zählte 2014 immerhin 35 ausgeflogene Jungkäuze. 2013 waren es lediglich 20 gewesen. Als Grund nennt Meckel „die deutlich besseren Wetterbedingungen als in den Jahren zuvor.“

Der kleine Vogel mit dem bräunlichen, weiß gefleckten Gefieder, den strahlend gelben Augen und dem sich ständig wiederholendem „Guuuhk-Ruf“ ist kaum größer als eine Amsel und damit deutlich kleiner als seine großen Verwandten Waldkauz und Schleiereule. Er liebt den Dorfrandbereich und Einzelgehöfte, benötigt geräumige Bruthöhlen und Tageseinstände, extensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation, eingestreuten großen Bäumen und Viehbeweidung. Er ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäugern, Insekten und Regenwürmern. Früher gehörte der Kauz wie selbstverständlich zum Alltag der Landwirte. Heute findet er im Steinburger Raum vor allem noch in den Moordörfern eine Heimat.

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