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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 05:01 Uhr

Ein Gespenst auf verlorenem Posten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sehenswertes Kremper Theater hätte mehr Zuschauer verdient gehabt

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 05:00 Uhr

So richtig gruselig ging es in der Kremper Stadthalle zu. „Hubert, das Gespenst von Canterville“ verbreitete auf der Theaterbühne Angst und Schrecken. Genauer gesagt: Hubert hätte gern Angst und Schrecken verbreitet, doch die neureiche Familie Meier, die sein Schloss bezieht, denkt gar nicht daran, sich von dem kettenrasselnden Gespenst aus der Ruhe bringen zu lassen.

„Ich bin ein Profi“, zeigt sich Hubert am Anfang noch überzeugt. „Ich werde sie das Fürchten lehren!“ Doch schon bei der ersten Spuk-Attacke auf den neuen Hausherren werden Hubert die Ketten geölt, und der Hausherrin gelingt es sogar, seinen legendär-hartnäckigen Blutfleck von der Wand zu entfernen. Harte Zeiten für Hubert, der sich an Familie Meier die Zähne ausbeißt.

Seit Jahren schon gehören die Vorweihnachtsstücke des Vereins „Krempe macht Kultur“ (KmK) zum festen Inventar der kleinen Marschenstadt. „Hubert, das Gespenst von Canterville“, ein Familienstück frei nach Oscar Wilde von Christa Margret Rieken, dürfte fraglos eine der besten Aufführungen des Laien-Ensembles gewesen sein.

Schon das beeindruckende Bühnenbild war ein „Hingucker“. Doch vor allem die schauspielerischen Leistungen der ambitionierten Truppe ließen Hubert und seine Mitstreiter auf heiter-hintersinnige Weise lebendig werden.

Schade nur, dass Sturmtief „Xaver“ die Vormittagsvorstellung für die Schulkinder förmlich weggeblasen hatte. Und mindestens ebenso schade ist es, dass Hubert vermutlich schon nach wenigen Vorführungen in der Stadthalle wieder von der Bühne verschwinden wird. Die Aufführung hätte fraglos mehr Publikum verdient – auch über die Kremper Stadtgrenzen hinaus. Vielleicht bietet sich ja noch die Chance, zumindest eine kleine Tournee zu starten. „Hubert, das Gespenst von Canterville“ bietet jedenfalls beste Unterhaltung für Jung und Alt. Und die Spielfreude der KmK-Mimen ist wahrhaft sehenswert.

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