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SH Tour : „Ein ganz hervorragendes Wanderrevier“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dieter Peters von den Wanderfreunden Eddelak und Umgebung ist überzeugt: Dithmarschen bietet reizvolle Routen auf der Geest sowie entlang der Küste.

Seit 27 Jahren machen sich die Wanderfreunde Eddelak und Umgebung regelmäßig auf den Weg. Der Verein ist Dithmarschens einzige organisierte Wandergruppe und zählt 181 Mitglieder, sogar aus Lübeck und Hamburg. Seit der Gründung 1987 ist der pensionierte Kapitän Dieter Peters Vorsitzender. Der heute 71-Jährige hatte die Wanderfreunde ins Leben gerufen, weil er Gleichgesinnte suchte. Im Interview erzählt Peters, was ihn am Wandern reizt und warum das vermeintlich platte Dithmarschen so attraktive Strecken bietet.

 

Herr Peters, wer wandert heute noch?

Das sind alle Bevölkerungsschichten. Gerade bei jungen Leuten ist Wandern im Kommen. Das sind oft Individualwanderer, viele von ihnen sind gleichzeitig Mountainbiker. Das klassische Wandern fängt mit Mitte 40 an. Damit kann man nichts verkehrt machen, so lange man körperlich fit ist. Und wandern kann man bis ins hohe Alter. Im Vordergrund steht beim Wandern im Verein das gemeinsame Naturerlebnis.

 

Wie sind Sie zum Wandern gekommen?

Mich reizt es, die Natur zu erleben. Das war schon bei der Seefahrt so. Als ich dann später im Schichtdienst bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung arbeitete, suchte ich einen Ausgleich. Zwei Jahre lang habe ich die Leute im Dorf angesprochen, habe für meine Idee eines Wandervereins geworben. Das Schöne sind die Bewegung im Freien und der Naturgenuss. Man vergisst seine Alltagssorgen.

 

Woher kommen die Mitglieder?

Die kommen längst nicht mehr nur aus Eddelak. Ich schicke unser Programm sogar an den Bodensee. Wir sind für alle offen.

 

Ist die Fortbewegung zu Fuß in der Gruppe schöner als alleine?

In der Gruppe ist der Austausch mit den anderen wichtig. Das hilft auch denjenigen, die mal nicht ganz so gut drauf sind. Ganz wichtig ist natürlich: Der Langsamste gibt das Tempo vor.

 

Sind Sie schon den berühmten Jakobsweg entlangmarschiert?

Das ist für Wanderer nicht unbedingt das Highlight. Ich finde den Fernwanderweg E 1 von Skandinavien bis zum Mittelmeer viel interessanter. Ich habe schon die Strecke zwischen Flensburg und Pforzheim zurückgelegt. Da sieht man, wie schön es in Deutschland ist.

 

Wie viele Kilometer haben Sie schon auf Schusters Rappen zurückgelegt?

Im Jahr laufe ich allein im Verein bis zu 1000 Kilometer – seit der Gründung vor 27 Jahren bis 2013 hatte ich 26 500 Kilometer gewandert. Außerdem wandere ich ich im Urlaub mit meiner Frau.

 

Worauf kommt es an, was muss jemand beherzigen, der das Wandern für sich entdecken möchte?

Wandern kann jeder. Man muss sich fit genug fühlen, braucht wetterfeste Kleidung und einen Rucksack, in dem ein bisschen Verpflegung und Getränke sowie Pflaster mitgenommen werden. Und: Man sollte bei den Schuhen nicht auf den Pfennig gucken.

 

Für Auswärtige ist Dithmarschen plattes Land mit Windkraftanlagen und Kohlfeldern. Gibt es spannende Wanderstrecken?

Dithmarschen ist sogar ein ganz hervorragendes Wanderrevier. Zwei Drittel des Kreises sind Geest, die einstige Küste der Nordsee zwischen Burg und Gudendorf sowie bei Welmbüttel die sogenannte Dithmarscher Schweiz. Aber auch am Deich ist Wandern ein besonderes Erlebnis, gerade morgens bei klarem Himmel. Wenn man beispielsweise vom Kaiser-Wilhelm-Koog bis Brunsbüttel wandert, und auf der Elbe ziehen die Schiffe vorbei – das ist eindrucksvoll. Es gibt einfach immer wieder besondere Ausblicke. Wir haben das alles hier vor der Haustür, schöner geht es doch kaum. Durch das Wandern haben wir selbst erst Dithmarschen richtig kennen gelernt.

 

Was ist Ihre Lieblingsroute in Dithmarschen?

Die führt entlang der ehemaligen Küstenlinie und ist sogar Teil des Fernwanderwegs E 1. Die Route reicht vom St. Michaelisdonner Bahnhof entlang der Bahnlinie zum Bismarckstein beim Flugplatz in Hopen, führt weiter über Friedrichshof und Kuden – hier gibt es eine Aussichtsplattform in der Bergstraße – nach Burg. Dort könnte man die Strecke verkürzen und wieder in die Bahn steigen. Oder man macht sich auf den Rückweg am Aussichtsturm beim Waldmuseum vorbei Richtung Forst Christianslust. An der Sechs-Wege-Kreuzung geht es dann weiter bis nach Hopen, an der St. Michler Mühle vorbei wieder zum Bahnhof.

 

Kann man mit Kindern wandern?

Sogar sehr gut. Wir sind auch mit Kind und Kegel gewandert. Heute sind sie erwachsen, erzählen aber immer noch begeistert davon.

 

Wie alt sollten Kinder denn sein, wenn Eltern sie mitnehmen?

Jedes Alter geht. Die Lütten sitzen dann im Bollerwagen. So haben wir angefangen.

 

Welche Route in Dithmarschen ist besonders für Familien geeignet?

Das ist ganz einfach: Alle Routen eigenen sich. Das ist im Mittelgebirge sicherlich anders.

 

Wo findet der Wanderer in Dithmarschen bei einer Rast den schönsten Blick ins Land?

Den hat man vom Spiekerberg am Flugplatz. Von dort reicht der Blick – je nach Wetterlage – bis über die Elbe.

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erstellt am 15.Mai.2014 | 17:00 Uhr

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