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Sport in Glückstadt : Ein Fußball-Talent geht in die USA

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lea Hippauf aus Borsfleth hat ein Sport-Stipendium am Rocky Mountain College in Montana / Die 19-Jährige begann ihre Karriere beim ETSV

Glückstadt | Sie ist dann mal weg. Denn Lea Hippauf hat ein Sport-Stipendium für die USA bekommen. Die 19-Jährige ist eine begnadete Fußballerin und spielte in den zurückliegenden drei Jahren für den Magdeburger FFC in der 2. Bundesliga. Nebenbei legte die Borsfletherin in der dortigen Eliteschule des Fußballs noch ein Abitur der Güte 1,8 ab. Dieses Abi mit Zertifikat ebnete Lea Hippauf jetzt den Weg in die USA.

Unaufgeregt hat die junge Frau in den zurückliegenden Tagen ihre Koffer für einen längeren Auslandsaufenthalt gepackt. Dieser führt die Borsfletherin in den US-Bundesstaat Montana, auf das Rocky Mountain College nach Billings. Dort will die bisherige Mittelfeldspielerin beim Frauen-Fußball in der 1. College-Liga Karriere machen und auch studieren. „Ich wollte schon immer ein Auslandsjahr absolvieren – und das nach Möglichkeit mit einer Fußballkarriere verbinden“, erklärt Lea Hippauf selbstbewusst.

Mit dem zwei Jahre und mehr dauernden College-Aufenthalt im Leichtathletik Rocky Mountain-Team, kommt die 19-Jährige ihrer schon seit Kindheitstagen ausgeprägten Fußballleidenschaft einen großen Schritt näher. Parallel will Lea Hippauf Wirtschafts-Psychologie studieren. „Ich habe mich für diesen Studienzweig entschieden, um später in der Marketing-Beratung sowie in der Werbung und Marktkommunikation arbeiten zu können“, erzählt sie.

Sport und Studium gibt es in den USA nicht für umsonst. 25  000 Dollar im Jahr plus Unterbringungskosten müssen Absolventen des Rocky Mountain College in der Regel bezahlen. Ein horrender Betrag, um den sich weder Lea noch ihre Eltern Frank und Nicole Hippauf Sorgen machen müssen. Denn die Borsfletherin hat es geschafft, ein begehrtes Stipendium zu bekommen. Geholfen haben ihr der Abi-Durchschnitt von 1,8 sowie zwei Motivations-Schreiben und ein Videofilm. Darin stellt die beim ETSV Fortuna Glückstadt groß gewordene Fußballerin in Spielszenen ihr Können unter Beweis.

„Ich selbst zahle nur die Kosten für Bücher und Verpflegung“, erzählt Lea. Das Taschengeld erhält sie von ihren Eltern – falls das Honorar nicht ausreicht, das ihr als Spielerin in der ersten Liga in Form eines Werbevertrags mit der Firma Nike winkt. Viele Freundinnen und frühere Mitstreiterinnen des Magdeburger FFC würden sie heute beneiden, erzählt Lea Hippauf. Am Ende hätten sich diese aber nicht getraut, den letzten Schritt zu machen. „Man muss es wirklich wollen. Und ich wollte ins Ausland.“

Schon im Kindergarten war Lea dadurch aufgefallen, dass sie für ihr Leben gern Fußball spielte. Sport ja – Fußball mit ständigen Wochenendbegegnungen nein, waren sich Leas Eltern vor zehn Jahren noch einig. Die Schule sei wichtiger. Zwei Jahre später dann die Wende: Zunächst überzeugte die Mutter ihrer Freundin, Frauke Czaja, Leas Eltern von der Teilnahme an einem Freizeit-Fußballturnier. Anschließend gab es kein Zurück mehr. „An einem nebligen Novembertag sind wir mit sieben Mädchen zum Frauen-Fußballtraining angetreten“, erinnert sich Leas erste Trainerin, Kristiane Wolter. Es dauerte nicht lange und auch der Trainer der Kreisauswahl, Volker Russ, wurde auf die talentierte Kickerin aufmerksam.

Im Jahr 2010 stieg die damals 13-Jährige dann in die Landesauswahl auf, stand zunächst im Tor und fungierte später als Mittelfeldspielerin. Lea sei total auffällig gewesen, erinnert sich Kristiane Wolter. „Mir bricht zwar das Herz, aber du bist zu gut für Fortuna“, eröffnete Wolter der inzwischen 15-Jährigen vor drei Jahren. Innerhalb der Familie Hippauf wurde danach viel diskutiert. „Die Sportschule Malente war uns zu weit weg und als HSV-Spielerin hätte Lea keine Zeit mehr für ihr Abi gehabt“, erklärt Vater Frank Hippauf.

Kristiane Wolter war es dann, die als Leas Mentorin den Kontakt zum Magdeburger Sport-Internat knüpfte. Dass es Lea jetzt in die USA zieht, freut Kristiane Wolter deshalb ganz besonders. „Ich bin seit zehn Jahren Trainerin und es kommt nicht so häufig vor, das man an Spielerinnen gerät, die so einen starken Willen wie Lea haben. Es ist so gekommen, wie ich es erwartet habe.“ Sie ist davon überzeugt, dass die kommende Zeit für Lea die ganz große Chance darstellt, denn im Vergleich zu Deutschland hat der Frauen-Fußball in den USA einen ganz anderen Stellenwert. Dort würden Jungen Baseball spielen und die Mädchen Fußball.

Von heute an werden Nicole und Frank Hippauf ihre Tochter erst einmal nur noch via Skype sehen und hören. Ein Tag ohne Fußball sei ein verlorener Tag, so lautet Leas Lebensmotto – und auf Fußball verzichten wird sie in Zukunft auch wohl nicht müssen.

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