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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 00:20 Uhr

Ein Friesenschrei im Landgericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jede Kleinstadt hat einen Umschlagplatz für die Neuigkeiten. Im nordfriesischen Risum-Lindholm ist es der örtliche Supermarkt. Dorthin schickt Kommissar Dirk Thamsen seinen alten Schulfreund Haye Ketelsen, um die aktuellen Gerüchte aufzuschnappen.

Die Hamburger Autorin Sandra Dünschede stellt den pflichtbewussten Kommissar auch in ihrem achten Nordfriesland-Krimi in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Dieses Mal ist es der Bademeister, der unfreiwillig aus dem Leben scheidet. „In Risum passiert nun fast jährlich ein Mord“, stellte die Autorin schmunzelnd im Landgericht die zum Glück fiktive kriminelle Bilanz für ihren Heimatort vor, den sie nach dem Abitur verließ. Sie studierte nach einer Bankausbildung in Düsseldorf Germanistik, bevor sie sich als freie Autorin in Hamburg niederließ.

„Keine Angst, alle Opfer sind selbst schuld an ihrem Tod“, beruhigte sie das Itzehoer Publikum, das der Einladung des Vereins Justiz und Kultur gefolgt war. Viele Fans fanden sich ein zur Lesung aus Dünschedes jüngstem Roman „Friesenschrei“, erschienen im Februar. „Ich liebe Regionalkrimis“, bekannte der Itzehoer Ratsherr Jürgen Stahmer. Auch die Art und Weise, wie Sandra Dünschede die Zuhörer mit kleinen Erzählungen zu ihrer Schreibpraxis und Rätseln zur Mordaufklärung durch das Buch führe, gefalle ihm sehr. Er ließ sich den druckfrischen Band von der Autorin signieren.

Sie stellte zum dritten Mal eines ihrer Bücher im Landgericht vor und zog auch wieder Teilnehmerinnen ihrer Schreibwerkstatt, die sie vor einigen Jahren bei der Itzehoer Volkshochschule angeboten hatte, in den Bann. Man denke, man müsse nur schnell jemanden verschwinden lassen. Aber das sei gar nicht so leicht, waren sich alle mit ihrem Vorbild einig.

Sandra Dünschede berichtete in der Fragerunde nach der Lesung von ihrer meist umfänglichen Recherche. Zirka zwei Jahre dauert die Entstehung eines Romans von der Idee bis zum fertigen Buch, die intensive Schreibzeit umfasst für einen Friesenkrimi mit viel Lokalkolorit rund sechs Monate. Die neue Reihe mit Hamburg-Krimis, die sie nun parallel schreibt, erfordere mehr Zeit pro Band. Die Hauptfiguren kenne sie noch nicht so gut wie beispielsweise Kommissar Thamsen, sagte Sandra Dünschede.

Dieser löst natürlich auch den jüngsten Fall im Risumer Schwimmbad, den Täter verriet die Autorin jedoch nicht. Die Ehefrau? Eine Geliebte? „Ich habe mich wie bei meinen vorigen Büchern selbst so zensiert, dass ich das letzte Kapitel vorlesen kann, ohne den Fall aufzudecken“, enthüllte die Autorin ein weiteres Schreibgeheimnis.

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