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Kommunalpolitik : Ein Freiflug für jedes neue Mitglied

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heiner Rickers auf Parteitag in Wilster einstimmig als CDU-Kreisvorsitzender bestätigt. Professor Thiericke: „Steinburg braucht seinen Platz in der Metropolregion“.

Wer keine Höhenangst hat, sich kommunalpolitisch engagieren möchte und sich dabei auch noch mit einem christdemokratischen Parteibuch anfreunden kann, hat beste Aussichten auf den Kreis Steinburg. Der CDU-Kreisverband spendiert jedem neuen Mitglied einen Freiflug über das Kreisgebiet – am Steuer sitzt mit dem CDU-Fraktionschef im Kreistag, Dr. Reinhold Wenzlaff, ein erfahrener Pilot.

Mit dem Willkommensgeschenk will die Steinburger CDU sicherstellen, dass sie auch in Zukunft noch die stärkste politische Kraft im Kreisgebiet ist. Aktuell zählt der Kreisverband rund 1200 Mitglieder. Aber auch hier macht sich die demografische Entwicklung immer stärker bemerkbar.

Neben der Werbung in eigener Sache stand auf dem mit fast 130 Mitgliedern gut besuchten Kreisparteitag in Wilster die Wahl des kompletten Vorstands im Mittelpunkt. Nach zwei Jahren im Amt fuhr Kreisvorsitzender Heiner Rickers dann ein Traumergebnis ein: Er bekam eine hundertprozentige Zustimmung. Zuvor hatte der Landtagsabgeordnete aus Oeschebüttel sich noch über eine Steilvorlage aus Kiel gefreut: „Die Wende ist geschafft“, frohlockte Rickers mit Hinweis auf den Rücktritt der Bildungsministerin. „In Steinburg ist die Schullandschaft intakt“, meinte er weiter, um der Landesregierung dann gleich noch einen mitzugeben: „Auch die Kreis- und die Kommunalstraßen sind in einem hervorragenden Zustand.“ Für die künftige Arbeit seiner Partei forderte Rickers allerdings nachdrücklich, auch Themen wie Landwirtschaft, Umwelt und Wasser „wieder zu besetzen“. Abschließend noch ein Wort zum Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD): „Ignorieren geht nicht. Da engagieren sich auch viele Leute, die konservativ vernünftig denken.“ Auch sein Landtagskollege Hans-Jörn Arp mahnte: „AfD-Wähler sind Menschen mit Sorgen und Ängsten. Um die müssen wir uns kümmern.“ Ansonsten machte Arp ein weiteres Mal Druck für den Ausbau der Infrastruktur in der Region: „Schleswig-Holsteins größtes und einziges Industriegebiet wird zur Zeit über einen Bürgersteig erschlossen“, empörte sich der Abgeordnete mit Hinweis auf die Sperrung der Bundesstraße 5 und die Umleitung durch die enge St. Margarethener Ortsmitte.

Wie Steinburg seine Chancen im Strukturwandel nutzen kann, zeigte Professor Dr. Ralf Thiericke als Hauptredner des Abends auf: „Wir müssen die Region aus sich selbst heraus entwickeln und in der Metropolregion Hamburg platzieren.“ Der Chef des Itzehoer Innovationszentrums erinnerte an Steinburg vor 25 Jahren: Da gab es noch keine Autobahn nach Heide, ganz viel Bundeswehr, und der Spiegel wurde noch in Itzehoe gedruckt. Den Wegfall der Kasernen habe man „recht gut weggesteckt“, fuhr Thiericke fort. Überhaupt warnte er vor allzu großer Schwarzmalerei. Heute gebe es „einen gut bespielten Privatflughafen“ und einen Technologie-Standort mit mehr als 1200 Beschäftigten. Bemerkenswert fand Thiericke es aber auch, dass mittlerweile das Klinikum Itzehoe der größte Arbeitgeber im Kreisgebiet sei. Ebenso bemerkenswert ist für ihn, dass das größte Industriegebiet in Schleswig-Holstein nicht an eine Autobahn angeschlossen ist. Unterm Strich sieht er die Region aber gut gerüstet: „In Steinburg gibt es eine ausgeglichene Mischung von Chancen und Risiken.“ Und mit Wilster, so schloss er, besitze der Kreis ein echtes Kleinod. „Itzehoe allerdings“, so fügte er hinzu, „muss dringend etwas tun.“ Thiericke forderte alle Akteure schließlich auf, in die Steinburger Lebensqualität zu investieren. „Dann kommen auch die Menschen zu uns.“

Zuversichtlich äußerte sich auch der Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich, der für Steinburg und Westküste gute Entwicklungschancen sieht.

>Zwischen den Wortbeiträgen wählte der Parteitag einen neuen Kreisvorstand: stellvertretende Vorsitzende sind Marion Gaudlitz, Dr. Reinhold Wenzlaff, Mark Helfrich und Hans-Heinrich Barnick. Neuer Schatzmeister – und Nachfolger von Mark Helfrich auf dieser Position – ist Dr. Otto Martin Carstens, als sein Stellvertreter wurde Timo Nickels im Amt bestätigt. Die elf Beisitzer Annette Engemann, Annika Boeck, Diane Danielsen, Ingrid Reichhelm, Peter Mohr, Willem Lüschow, Dr. Markus Müller, Olaf Stahl, Marcel Ulrich, Gerd Dammann und Peter Löbel komplettieren den Vorstand.



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erstellt am 18.Sep.2014 | 16:53 Uhr

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