Wacken Open Air : Ein Festival auch für Diebe

Das dichte Getümmel vor der Bühne und auf dem Festivalgelände ist auch ein Tummelplatz für Langfinger.
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Das dichte Getümmel vor der Bühne und auf dem Festivalgelände ist auch ein Tummelplatz für Langfinger.

Die Polizei hat sich auf das WOA vorbereitet – und warnt vor organisierte Diebesbanden aus Osteuropa.

shz.de von
26. Juli 2015, 15:57 Uhr

In der kommenden Woche ist es wieder soweit: Wacken steht im weltweiten Fokus der Heavy-Metal-Fans. Das Wacken Open Air (WOA), eines der größten Open-Air-Festivals Deutschlands, ist bereits seit August vergangenen Jahres ausverkauft – 75  000 zahlende Besucher aus ganz Europa und aus Übersee werden im Kreis Steinburg erwartet.

Auf den Ansturm hat sich die Polizei langfristig vorbereitet. „Die Planungen laufen bereits seit Monaten und werden von Kräften der Polizeidirektion Itzehoe mit Unterstützung von zahlreichen Beamten aus ganz Schleswig-Holstein umgesetzt“, teilt Polizeisprecherin Merle Neufeld mit. Für die Sicherheit auf dem Festivalgelände und rund um Wacken herum werden uniformierte und zivile Kräfte der Schutz- und Kriminalpolizei sorgen. Außerdem sind auch Mitarbeiter des Zolls, der Bundespolizei, verschiedener Dienststellen der Kreisverwaltung Steinburg wie der Lebensmittelkontrolle und des Jugendamtes sowie des örtlich zuständigen Ordnungsamtes Schenefeld anwesend. Mit aufgeboten im Sicherheitssystem sind zudem mehrere freiwillige Feuerwehren aus dem Bereich des Amtes Schenefeld, das Technische Hilfswerk, Mitarbeiter von Sanitäts- und Rettungsdiensten verschiedener Organisationen und Ärzte.

Aber auch die Festivalbesucher selbst sind aufgerufen, in erhöhtem Maße auf sich zu achten. Das beginnt schon bei der Anreise, setzt sich auf und vor dem Festivalgelände fort und endet letztlich mit der Abreise in Richtung Heimat.

Besucher, die schon mal in Wacken gewesen sind, wissen, dass regelmäßig Verkehrs-, Alkohol- und Drogenkontrollen stattfinden, um die Sicherheit zu erhöhen. „Nicht jeder, der zum Festival reist, tut dies in ausschließlich guter Absicht“, so Neufeld. Ein Blick in die polizeilichen Statistiken vergangener Jahre zeige, dass es rund um die Veranstaltung regelmäßig zu Zelt- und Taschendiebstählen kommt. Zum Teil sind die Straftaten organisiert. Ermittlungen nach Festnahmen ergaben, dass sogar reisende Täter aus Osteuropa verantwortlich waren. „Sie haben vielfach ein leichtes Spiel und können im dichten Gedränge schnell an die Geldbörsen gelangen, die von vielen unvorsichtigerweise lose in der Tasche mitgeführt werden.“ Ohne Mühe an Beute kommen die Diebe auch dann, wenn sie die mitunter über Stunden verwaisten Zelte der Festivalbesucher aufsuchen. Deshalb der Rat der Polizei an alle Besucher: „Nehmen Sie ihr Geld, Smartphones und sonstige Wertgegenstände mit, wenn Sie die Unterkünfte verlassen. Tragen Sie Geld und wichtige Dokumente in einem Brustbeutel oder in den vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Gürteltaschen. Nutzen Sie das Angebot des Veranstalters und schließen Sie Ihr Eigentum in einem Safe ein.“ Denn, so Polizeisprecherin Merle Neufeld: „Wir wollen, dass Sie das Wacken Open Air mit viel Freude genießen können und schadlos überstehen.“

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