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Kirchengemeinde : Ein Experiment: Gottesdienste am Abend

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Ab Dezember sollen in der Stadtkirche in Glückstadt Gottesdienste am Abend stattfinden. Ein Vorschlag, weniger Abendmahle zu feiern stößt auf Widerstand.

Rückblick auf ein gelungenes Erntedankfest, Ausblick auf eine neue Gottesdienst- und Abendmahlplanung. So lässt sich in wenigen Worten die jüngste Gemeindeversammlung zusammenfassen, zu der der Kirchengemeinderat eingeladen hatte. Mit in der Runde saß ein neues Gesicht der Kirchengemeinde: Gemeindepädagogin Elske Sophie Heinrich . Seit dem 1. November übt sie ihre Tätigkeit in der evangelischen Kirchengemeinde Glückstadt aus. Ein Hauptaugenmerk soll darauf liegen, Angebote für Jugendliche nach der Konfirmation zu schaffen, um auch diese Altersgruppe weiterhin in die Gemeinde einzubeziehen. Pastor Stefan Egenberger, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, stellte die neue Mitarbeiterin den Gemeindemitgliedern vor.

Auch im Gemeinderat selber gab es einige personelle Veränderungen: Für zwei ausgeschiedene Mitglieder wurden Helma von Bergen und Ovid Westermann in das Gremium gewählt. Sie werden im Gottesdienst am zweiten Advent in ihr Amt eingeführt.


Monatliche Abend- und Familiengottesdienste


 

Laut Pastor Egenberger plant die Gemeinde einige Neuerungen in der Gottesdienstordnung. Ab Dezember soll es monatlich einen Abend- und einen Familiengottesdienst geben. Diese sollen am ersten Sonntag im Monat um 19 Uhr sowie am dritten Sonntag im Monat um 11 Uhr stattfinden. An den beiden übrigen Sonntagen bleibt es bei der üblichen Gottesdienstzeit am Vormittag um 10 Uhr. Für die Abendgottesdienste sei eine besondere Themenbezogenheit geplant: „Im Dezember wird es ein Adventsgottesdienst werden“, kündigte Egenberger an. Im Januar sei ein Taizé-Gottesdienst geplant, im Februar ein Literatur-Gottesdienst und im März ein Jugendgottesdienst. „Nach einem Jahr werden wir sehen, ob wir mit dieser Entscheidung den richtigen Weg eingeschlagen haben oder doch nicht“, so Egenberger.

Heftige Reaktionen gab es in der Versammlung auf seine Ankündigung, dass das Abendmahl nur noch an einem Sonntag im Monat gefeiert werden solle. Es wurde klar, dass für die Glückstädter Kirchengemeinde das Abendmahl ein wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes ist. Mehrere Teilnehmer der Versammlung forderten, das Abendmahl wieder an jedem Sonntag anzubieten. Schließlich habe jeder Gottesdienstbesucher selbst die Entscheidungsfreiheit, daran teilzunehmen oder nicht. Pastor Egenberger versprach, dies an den Kirchengemeinderat weiterzugeben, damit darüber erneut entschieden werden könne.


Betriebserlaubnis für Kindergarten zurückgezogen


In Bezug auf die Kindergärten hatte der Pastor weniger Positives zu berichten. Nach umfangreichen Umbauten in drei Kindertagesstätten steht nun erneut ein Problem im Raum: Die bereits erteilte Betriebserlaubnis für die Kindertagesstätte im Paul-Gerhard-Haus wurde in Bezug auf die Räume im Untergeschoss zurückgezogen, weil diese nicht die erforderliche Mindesthöhe aufwiesen. „Es gibt Pläne für einen Anbau, in dem eventuell auch eine gemischte Gruppe von behinderten und nicht-behinderten Kindern ihren Platz finden könnte, aber die Situation ist noch nicht geklärt“, sagte Egenberger. „Alles muss recht schnell gehen, und es müssen wieder große finanzielle Mittel in die Hand genommen werden.“

Ebenso gäbe es noch keine Entscheidung zur Geschäftsführung der Kindertagesstätten. Aufgrund des großen Zeitaufwandes bei insgesamt vier Kitas ist diese Aufgabe nicht mehr nebenher von den Pastoren zu bewältigen. Es werde zurzeit mit dem Diakonischen Werk verhandelt, solange ein Beschluss zur Einrichtung eines kirchlichen Kita-Werkes noch ausstünde.

In Bezug auf das Kirchengebäude gab es einige Neuigkeiten: So solle laut Egenberger das derzeit wegen Bauarbeiten im Turm ausgesetzte Glockengeläut in der Adventszeit wieder erklingen. Anhand eines morschen und vom Holzwurm zerfressenen Stück Holz demonstrierte er der Versammlung, in welch schlechtem Zustand die Balken im Kirchturm waren. Der Turm wurde in der Vergangenheit zwar jährlich begangen, aber erst vor drei Jahren fiel den Entscheidungsträgern auf, dass es im oberen Bereich größere Schäden gab, als bisher angenommen. Zurzeit wird das poröse Holz ersetzt, sodass die Turmspitze wieder sicher auf dem Grund ruhen kann.

Im Innern der Kirche wurde die alte Mikrofonanlage ersetzt, sodass der Gottesdienst nun wieder von allen Plätzen gut verfolgt werden kann. Ein weiterer Schritt wurde in Richtung neuer Orgel getan. Den derzeitigen Spendenstand gab Pastor Christian Schröder mit rund 108 000 Euro an. Ein Architekt wurde beauftragt, gemeinsam mit dem Orgelsachverständigen eine Ausschreibung für einen Orgelbauer vorzubereiten.


Friedhofskapelle als Kolumbarium nutzen


 

Als Letztes stand ein besonders interessanter Punkt auf der Tagesordnung: Auf dem reformierten Friedhof an der Itzehoer Straße steht ein altes Kapellengebäude. Um dies zu erhalten und um auf Gelder aus dem Denkmalschutz zugreifen zu können, muss das Gebäude einen Zweck erhalten. Der Kirchengemeinderat könnte sich eine Nutzung als Kolumbarium, also als Grabstätte für Urnen, vorstellen. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung sehr positiv aufgenommen. Vor allem der ehemalige Glückstädter Pastor Wolfgang Feige freute sich sehr, dass die Glückstädter Kirchengemeinde einen solch mutigen Schritt gehen würde.

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erstellt am 05.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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