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Ein Berg von Kleiboden kommt auf die Gemeinde Ecklak zu

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 15:05 Uhr

Im Dyhrrsenmoor der Gemeinde Ecklak wird eine 65 Hektar große Fläche für die Ablagerung des beim Neubau der 5. Schleusenkammer der Brunsbütteler Kanalschleusen anfallenden Kleibodens vorbereitet. Die Bauarbeiten haben begonnen. Zurzeit wird die Fläche für die Aufnahme des Bodenaushubs hergerichtet, mit den Ablagerungen ist erst ab dem Jahr 2016 zu rechnen. Das teilten Bauingenieur Fritz-Peter Eißfeldt als Leiter des gesamten Schleusenprojekts für das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel sowie die Firmenvertreter des beauftragten Ingenieurbau-Unternehmens Wayss & Freitag, Oberbauleiter Andrés L. Guevara Kluxen und Projektleiter Dipl.-Ing. Dirk Bennje, auf einer Sitzung der Gemeindevertretung Ecklak mit.

Nach dem Bau von zwei Anlegern im Nord-Ostsee-Kanal vor dem Dyhrrsenmoor ist man jetzt dabei, die 65 Hektar große Moorfläche mit einer insgesamt 60 Kilometer langen Horizontaldränage zu durchziehen und die Ablagerungsfläche mit bis zu vier Meter hohen Dämmen zu umzingeln. Diese sollen den Boden belasten und zusammendrücken, um das austretende Wasser mit Vertikaldränagen abzuleiten. Insgesamt wird die Fläche mit einer 50 Zentimeter hohen Sandschicht bedeckt, für die 325  000 Kubikmeter angefahren werden müssen.

„Der gesamte Transport erfolgt auf dem Wasserwege“, beruhigten Kluxen und Eißfeldt die Ecklaker Gemeindevertreter und Bürger, die in großer Zahl an der Gemeinderatssitzung teilnahmen. Allein für die erste der vier Lagerflächen werden 100  000 Kubikmeter Sand als Unterlage benötigt. „Das werden wir in 20 Tagen erledigt haben“, sagte der Oberbauleiter. Nach und nach sollen die weiteren Lagerflächen in gleicher Weise vorbereitet werden.

Einschließlich der Dämme werden sogar 450  000 Kubikmeter Sand benötigt. Das holländische Unternehmen Martens & van Oord ist mit den Erdarbeiten beauftragt worden. Der Sand wird aus einer Fläche bei Meldorf entnommen und per Schiff zum Dyhrrsenmoor transportiert. „Pro Tag werden etwa 5000 Kubikmeter Sand – das sind 10  000 Tonnen – verbaut“, kündigte der Diplom-Geologe Andrés L. Guevara Kluxen an. Das gesamte Baufeld soll mit einem Wildfangzaun umgezäunt werden. Innerhalb des Geländes werden hinter einer kleinen Verwallung die notwendigen Baustraßen angelegt. Kluxen geht davon aus, dass die Erddämme ab August/September zurückgebaut werden können.

Auf einer eineinhalb Kilometer langen und 450 Meter breiten Moorfläche werden vier Einlagerungsfelder vorbereitet, von denen eines zur Zwischenlagerung des nassen Kleibodens vorgesehen ist. Nach entsprechender Trocknung wird dieser Boden später auf die übrigen Lagerungsfelder verteilt.

Das aus dem Baufeld und dem angelieferten Kleiboden austretende Wasser soll, wie Kluxen erläuterte, in einer Wasseraufbereitungsanlage gereinigt und danach in den Nord-Ostsee-Kanal gepumpt werden. Der Grundwasserspiegel wird über sieben Messstellen kontrolliert. Interessierte können die Pegelstände und auch deren Langzeitwerte im Internet über „Pegel online“ abfragen.

Die Fachleute gehen davon aus, dass der gesamte Bauverkehr über die Fähre Hochdonn und dann über den WSA-eigenen Kanal-Betriebsweg zum Baugelände geleitet wird. Die Gemeinde werde also nicht belastet. Einen Großbagger, der den Sand aus den anliefernden Binnenschiffen entnehmen soll, habe man bereits auf dem Wasserwege vom Elbehafen zum Anleger gebracht. Allein dieser Transport habe 25  000 Euro gekostet. Eine freiwillige Leistung des Unternehmens, das auch eine Genehmigung für den Transport über Land gehabt habe.

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