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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 09:16 Uhr

Eigene Straße für jüdischen Friedhof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Norbert Meinert vom Förderverein schlägt zur 400-Jahr-Feier Glückstadts die Umbenennung des Areals an der jetzigen Pentzstraße vor

von
erstellt am 31.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Der jüdische Friedhof ist weit über die Grenzen Glückstadts bekannt. Denn auf dem Areal sind Gräber sephardischer Juden zu sehen – mit gut erhaltenen historischen Grabplatten. Keine Selbstverständlichkeit in Deutschland, denn in der Nazi-Zeit sind jüdische Friedhöfe geschändet und viele Grabplatten vernichtet worden.

Norbert Meinert schlägt jetzt eine Umbenennung für das Gebiet um die Ruhestätte in „Am jüdischen Friedhof“ vor. Der Vorsitzende des Fördervereins Detlefsen-Museum bringt einen Antrag für den Museumsverein bei der Stadt ein. Meinert hat recherchiert, dass dies keine Nachteile für eventuelle Anwohner bringen würde. „In dem Bereich wohnt keine Privatperson“, erklärt der Glückstädter.

Heute liegt der jüdische Friedhof an der Pentzstraße. Gegenüber gibt es einen großen Parkplatz auf dem Areal, wo einst der Schlachthof stand. Die nächsten Anwohner – diese sind die Stadtwerke Glückstadt – haben bereits die Anschrift Bahnhofsstraße. Das Einzige, was Meinert bei einer Änderung des Straßennamens sieht: „Der Stadtplan müsste neu aufgelegt werden.“

Als Fördervereinsvorsitzender ist Meinert in die Feierlichkeiten der 400-Jahr-Feier der Stadt in 2017 eingebunden. Für ihn und die anderen Verantwortlichen des Detlefsen-Museums steht fest: Die Geschichte der sephardischen Juden in Glückstadt ist wichtig und soll ausreichend gewürdigt werden. „Es war gut für die Stadtgeschichte, dass Stadtgründer Christian IV. die Juden nach Glückstadt geholt hat“, sagt Meinert zur damaligen wirtschaftlichen Entwicklung, zu der diese Einwanderer – sie kamen vorwiegend aus Portugal – beitrugen.

Erwartet werden zum Glückstädter Stadtjubiläum zahlreiche auswärtige Gäste. Deshalb wünscht sich Norbert Meinert bis dahin die Änderung des Straßennamens. Schon heute kommen viele Menschen, um sich speziell den Friedhof anzusehen. 2014 wurde er mit erheblichen Mitteln aus dem Denkmalschutzfonds des Landes saniert – nach dem Konzept des Berliner Planers Joachim G. Jacobs. Und im kommenden Jahr wird ein neuer schmiedeeiserner Zaun das Areal zur Straße hin begrenzen. Die Spenden für den Zaun hat der Museums-Verein im Auftrag der Stadt Glückstadt gesammelt.

Joachim G. Jacobs hat sich bereit erklärt, 2017 wieder nach Glückstadt zu kommen, um einen Vortrag zu halten. „Er führt für uns auch Gespräche mit einem jüdischen Museum in London über einen Leuchter, um diesen wieder nach Glückstadt zu holen.“ Der Leuchter stand einst in der Synagoge in der Königstraße, welche 1912 aufgelöst wurde. „Keiner weiß, wie der Leuchter nach London gekommen ist“, sagt Meinert. Schön wäre es, wenn das historische Stück als Dauerleihgabe für das Detlefsen-Museum wieder nach Glückstadt kommen würde.

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