Eigene Ringleitung für Buchholz

Drei Pumpen sorgen für  Druck: Sven Röttger, Ingenieur des Wasserverbands Süderdithmarschen, erklärt die Technik. Foto: Götz (2)
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Drei Pumpen sorgen für Druck: Sven Röttger, Ingenieur des Wasserverbands Süderdithmarschen, erklärt die Technik. Foto: Götz (2)

Rohre verlegt und Pumpenstation gebaut: Trinkwasser kommt jetzt nicht mehr aus Burg, sondern aus dem Wasserwerk Odderade

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29. Oktober 2011, 07:05 Uhr

Buchholz | Die Buchholzer selbst haben es wahrscheinlich noch gar nicht gemerkt - doch seit wenigen Tagen fließt kein Burger Wasser mehr aus ihren Wasserhähnen. Die Gemeinde ist jetzt an eine eigene Ringleitung angeschlossen. Das Wasser kommt nicht mehr aus dem Burger Wasserwerk, sondern aus dem Wasserwerk Odderade.

"Buchholz war über eine Stichleitung an die Wasserversorgung in Burg angeschlossen. Immer wenn in dem Bereich irgendwo ein Problem war, hatte Buchholz kein Wasser", erklärt Sven Röttger, Verbandsingenieur des Wasserverbands Süderdithmarschen. Mit dieser "Insellage" der Gemeinde ist es nun vorbei. Buchholz ist jetzt an die bestehende Versorgung in Brickeln angeschlossen und wird über eine eigene Station mit Trinkwasser versorgt. Wenn Richtung Kuden die letzten Arbeiten abgeschlossen sind, gibt es eine eigene Ringleitung Brickeln-Buchholz-Kuden. Röttger rechnet damit, dass in drei bis vier Wochen alles erledigt und der Ring geschlossen ist.

Für den Verbandsingenieur liegt es auf der Hand, warum die "Sackgassenlösung" beseitigt wurde: "Die Versorgungssicherheit wird erhöht." Indem die Orte nun im Ring über zwei Hauptleitungen versorgt werden, müsse bei Störungen oder Wartungsarbeiten nicht mehr der ganze Ort vom Versorgungsnetz genommen werden. "Das ist ein riesen Vorteil."

Im Juni war Baubeginn für die 6200 Meter lange Leitung. Es wurden in einer Tiefe von 1,50 Metern Polyethylen-Rohre mit einem Durchmesser von 160 bis 225 Millimetern verlegt - und zwar durch horizontale Bohrungen mit dem so genannten Spülbohrverfahren.

Auf dem Parkplatz neben dem Reha-Haus gleich rechts hinter dem Ortsschild wurde ein kleines Pumpenhäuschen gebaut. In dem grünen Gebäude kommt das Wasser in einem dicken Rohr mit etwa 4,6 bar an. Durch drei Pumpen wird der Druck dann auf rund 6 bar erhöht, bevor das Wasser zu den rund 1050 Einwohnern in Buchholz fließt. In Kuden werden noch einmal 650 Einwohner dazu kommen. Die lieferbare Wassermenge liegt bei rund 50 Kubikmetern pro Stunde. Der Wasserpreis beträgt 70 Cent pro Kubikliter.

Für die Ringleitung hat der Wasserverband Süderdithmarschen 390 000 Euro investiert, für die Druckerhöhung weitere 70 000 Euro.

Einbußen bei der Wasserqualität müssen die Buchholzer und Kudener nicht fürchten. "Es ist das gleiche Wasser, die gleiche Quelle", betont Sven Röttger. Aus dieser werden weite Teile Süderdithmarschens gespeist. "Wir versorgen von Odderade aus sogar Brunsbüttel mit Wasser", erklärt Röttger. "Wir versorgen eigentlich ganz Süderdithmarschen - außer Burg."

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