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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 12:16 Uhr

Jubiläum : Ehrung für streitbaren Geistlichen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katholische Kirche feiert das 50-jährige Priester-Jubläum von Wolfgang Kroker

Ganz still war es in der Kirche. Andächtig warteten die Mitglieder der Glückstädter katholischen Sankt Marien Gemeinde auf den Beginn des Gottesdienstes. Denn es gab etwas ganz Besonderes zu feiern. Pfarrer Wolfgang Kroker, der während seiner langen Amtszeit auch einige Zeit in Glückstadt als Pfarrer tätig gewesen war und seit vielen jahren in kellinghusen lebt, feierte hier sein 50-jähriges Priesterjubiläum.

Geboren wurde Wolfgang Kroker 1936 in Düsseldorf. Hier ging er auch zur Schule, bevor die Versetzung seines Vaters im Rahmen seiner Tätigkeit als Polizeibeamter ihn in den hohen Norden nach Kiel verschlug. „Am 29. Januar 1966 wurde ich durch Handauflegung und Gebet von Bischof Dr. Helmut Hermann Wittler im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht“, schreibt er selbst in der Einladung zu seinem goldenen Priesterjubiläum. Und als Priester führte ihn sein Weg an viele verschiedene Wirkungsstätten und mit vielen Menschen zusammen. Bei vielen davon hat er wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Davon zeugten die Gratulationskarte des Erzbischofs Stefan Heße vom zuständigen Erzbistums Hamburg sowie die persönlichen Worte von Pfarrer Ulrich Krause, der den Jubiläumsgottesdienst maßgeblich gestaltete. Auch ein langjähriger Wegbegleiters Krokers, Pfarrer Heinrich Schröder, war zur Feier gekommen.

Im Laufe des Gottesdienstes, der im Sinne der Ökumene auch mit evangelischen Gästen gefeiert wurde, bekamen die Gäste einen Eindruck vom Leben und Wirken des manchmal auch streitbaren Priesters. „In deinen Jahren als Priester hast Du immer sehr offen gesprochen. Das hat so manchem vielleicht nicht gefallen, aber uns als Priestern ist nun mal die Aufgabe gegeben, das Wort Gottes in all seinen Nuancen zu verbreiten, auch, wenn wir damit nicht immer auf Begeisterung stoßen“, erinnerte Ulrich Krause. Und deutlicher sagte es Heinrich Schröder: „Du bist jemand, der immer wieder seinen Mund aufmacht und das auch noch heute, mit deinen mittlerweile 80 Jahren.“ So hatte Kroker in seinem Leben auch immer wieder auf brisante Themen aufmerksam gemacht, wie etwa den Pflichtzölibat oder auch den Ausschluss von geschiedenen und wiederverheirateten katholischen Christen aus dem Gemeindeleben.

Dass er mit seiner streitbaren Haltung nicht alleine ist, das zeigte auch die Predigt von Ulrich Krause. Er wies darauf hin, dass viele Priester mit einigen Regelungen, die heutzutage kaum mehr als sinnvoll verstanden würden, nicht mehr einverstanden seien. Und in vielen Gemeinden werde nicht mehr geschwiegen, wenn es um strittige Regelungen ginge. „Wir alle hoffen, dass Papst Franziskus auf der jetzt einberufenen Synode kluge Lösungen findet, damit die katholische Kirche sich nicht weiter vom alltäglichen Leben entfernt und wir weiter unserer Aufgabe als Menschenfischer nachkommen können“, hoffte er.

Noch persönlicher wurde am Ende des Gottesdienstes Heinrich Schröder. Er erzählte von seinem ersten Zusammentreffen mit Pfarrer Wolfgang Kroker vor rund 30 Jahre und auch von den vielen Facetten des Menschen Wolfgang Kroker. „Er sammelt Waffen, was wohl von seiner Herkunft aus einem Polizeihaushalt stammt, er interpretiert Kunstwerke so, dass man seine Worte nachvollziehen und in dem Kunstwerk wiederfinden kann, wohl ein Überbleibsel seines begonnenen Kunststudiums, er malt und er stellt auch selbst Kerzen her. Und er ist sehr bewandert in Siegel- und Wappenkunde.“

Doch nicht nur seine Brüder im Amt gratulierten zu 50 Jahren im Priesteramt. Im Anschluss an den Gottesdienst hatte er zu einem Empfang ins Gemeindehaus eingeladen. Hier durfte er dann noch unzählige Hände schütteln, Gratulationen, gute Wünsche und Geschenke entgegennehmen.

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