zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 22:44 Uhr

Auszeichnung : Ehrenmedaille für Bahn-Kämpfer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lutz Thieme und Heiko Schlüter unter langanhaltendem Applaus der Glückstädter Stadtvertreter geehrt. Einsatz für Halte in Glückstadt geht weiter.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2013 | 16:30 Uhr

„Ich höre erst auf, wenn nichts mehr zu machen ist.“ Das sagte Heiko Schlüter in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung. Dem 52-Jährigen sowie Lutz Thieme (73) ist in der Sitzung die Ehrenmedaille der Stadt Glückstadt verliehen worden.

Beide Glückstädter Bürger wurden für ihren unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz geehrt. Und der gilt einem Zweck: dass Glückstadt nicht von den Bahnstopps abgekoppelt wird (wir berichteten). Ihren Einsatz würdigten die Stadtvertreter aller Fraktionen: Sie standen auf und applaudierten lang anhaltend.

„Ab Dezember 2014 wird durch die Bevölkerung ein Aufschrei gehen“, kündigte Heiko Schlüter in seiner Dankesrede an. Damit meinte er die vielen Bahnstopps, die dann in Glückstadt wegfallen werden. Der Glückstädter mahnte insbesondere die SPD-Stadtvertreter, aktiv zu werden und mit den SPD-Landtagsabgeordneten Kontakt auf zu nehmen, weil die Entscheidung in Kiel fällt. „Die Regierungsparteien tun sich schwer“, sagte Schlüter zu dem Problem, dass die Mehrheit im Landtag zurzeit dafür ist, dass es künftig in Glückstadt nur noch Bahnhalte für die Regionalbahn – ab Dezember 2014 die „nordbahn“ – geben soll. Alle anderen Züge werden dann spätestens ab 2015 nicht mehr in Glückstadt halten – und das festgeschrieben für einen Zeitraum von 15 Jahren.

Auch Lutz Thieme gab sich kämpferisch: Er bezeichnete die Ehrung als Vorschusslorbeeren. „Wir haben noch mehr vor“, kündigte der Bahn-Experte an. „Ich hoffe, dass wir weiterhin so gute Unterstützung bekommen.“

Die Laudatio hatte Bürgervorsteher Paul Roloff gehalten. „Sie haben viel Freizeit aufgewendet“, erklärte er. Und erinnerte daran, dass Glückstadt in den vergangenen Jahrzehnten 4000 Arbeitsplätze verloren hat. Viele Menschen müssten deshalb heute mit der Bahn zu ihren Arbeitsplätzen fahren.

Vor der Ehrung hatte Bürgermeister Gerhard Blasberg erklärt, dass die Arbeitsgruppe zum Erhalt der Bahnstopps – dazu gehören auch Heiko Schlüter und Lutz Thieme – weiterhin arbeitet. Jetzt soll ein Schreiben an den Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) herausgehen. Der Brief ist von der Stadt, Bürgermeister und Bürgervorsteher haben unterschrieben. Zudem soll es Gespräch mit Vertretern der „nordbahn“ geben, die auf Grund einer Entscheidung des Landes das Exklusivrecht bekommen haben. Blasberg erinnerte: „Niemand anders darf dann den Bahnhof anfahren.“ Und er zeigte sich pessimistisch: „Es scheint abgemachte Sache zu sein.“ Sein Gefühl sei: „Die Reihen der Regierung sind geschlossen.“ Allerdings misstraute auch er den amtlichen Zählungen der Bahnpendler. „Wir werden selber zählen.“

Für 2014 sind der Stadt einige weitere Bahnstopps der Nord-Ostsee-Bahn noch bewilligt worden. „Entscheidend ist 2015.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen