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Bürgerengagement : Ehrenamtliche Hilfe besser vernetzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amt Itzehoe-Land will die Hilfs-Angebote für Asylbewerber ausbauen und doppelte Strukturen abschaffen.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 05:14 Uhr

Viele Menschen im Kreis Steinburg wollen Flüchtlingen ehrenamtlich helfen, sie bei alltäglichen Problemen unterstützen und ihnen den Aufenthalt in der Region erleichtern. Doch häufig mangelt es an Ansprechpartnern, fehlt die Vernetzung. Um dies zu verbessern, haben sich am Mittwoch mehr als 20 Vertreter von Vereinen, Kirchengemeinden und sozialen Organisationen sowie interessierte Privatpersonen im Amt Itzehoe-Land getroffen.

Eingeladen zu dem „runden Tisch“ hatten der Leiter des Ordnungs- und Sozialamts, Mathias Siebenborn, und Amtsvorsteherin Renate Lüschow. Dabei wurde deutlich: Die ehrenamtlichen Angebote müssen besser koordiniert werden. Dafür soll nun eine Datenbank mit Ansprechpartnern erstellt werden. „Bei Bedarf werden wir dann an die Ehrenamtler herantreten“, so Siebenborn. Ein weiteres Thema war die Unterbringung der Asylbewerber. Um diese zu gewährleisten, möchte das Amt weitere Wohnungen anmieten.

r60 Asylbewerber leben derzeit in einer der Amts-Gemeinden. Für 2015 wird mit weiteren 40 Menschen gerechnet − ausgehend von der derzeit gültigen Quote. Doch es könnten durchaus mehr werden. Denn: „Ob die Quote steigt, ist die große Unbekannte“, so Siebenborn. Entsprechend ist das Amt ständig auf der Suche nach Wohnungen. „Wo immer wir eine Wohnung finden, mieten wir sie an“, beschreibt Siebenborn die derzeitige Situation. Deswegen könne es auch sein, dass in manchen Gemeinden keine, in anderen dafür mehrere Familien lebten. Auf acht bis zehn Wohnungen schätzt Siebenborn den Bedarf für 2015.

Weiterhin wurde deutlich, wie vielfältig die Angebote der Ehrenamtler im Kreis sind. Diese reichen von Deutsch-Unterricht über Fahr-Service bis zur Hilfe bei Behördengängen. Anwesend waren unter anderem Vertreter von Kirchengemeinden, Caritas, AWO, dem Lions-Club Itzehoe, Kommunalpolitiker sowie die Bürgermeister von Kaaks und Mehlbek. Nun gelte es, diese zu vernetzen, so Siebenborn. „Wir müssen doppelte und dreifache Strukturen abschaffen“, sagte der Leiter von Ordnungs- und Sozialamt.

Ein wichtiger Baustein für die Integration der Asylbewerber seien Familienpatenschaften − da waren sich die Anwesenden einig. Denn diese würden maßgeblich dazu beitragen, Hemmschwellen abzubauen und Berührungsängste zu verringern. Entsprechend wünscht sich Siebenborn mehr Patenschaften, denn diese seien die beste Möglichkeit, einen Kontakt zwischen den in einer Gemeinde lebenden Menschen herzustellen.

Der Leiter von Ordnungs- und Sozialamt betonte, dass den Ehrenamtlern durch ihre Hilfe keine Nachteile entstehen dürften. „Ich möchte, dass sie abgesichert sind.“ Ein Versicherungsschutz bestehe bereits, zudem plane das Amt eine Fahrtkostenerstattung einzuführen, etwa für den Fall, dass Asylbewerber mit dem Pkw mitgenommen werden. Siebenborn: „Sie sollen nicht noch Geld mitbringen.“

Amtsleiterin Renate Lüschow bedankte sich für das Engagement der Anwesenden. „Es ist wichtig, dass die Asylbewerber nicht in Isolation geraten. Dafür sind wir auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen.“ Doch man müsse auch den Bürgern die Ängste nehmen, sie mitnehmen. Entsprechend müsse man sich sowohl um die Asylbewerber als auch um die Bürger kümmern, so Lüschow.

Als nächstes soll nun ein Fragebogen an die Ehrenamtler versendet werden, die damit ihre Angebote konkretisieren können. Auch weitere Treffen sind geplant.

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