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Gesellschaft : Ehrenamtliche Hilfe aus Erfahrung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vier neue Seniortrainer verstärken das Team in Itzehoe und wollen vor allem Flüchtlingen unterstützen

Itzehoe | Der „Bayer“ wie sie ihn liebevoll nennen, brennt für sein neues Projekt. Manfred Weinrich ist einer der neuen Seniortrainer, die das Kompetenzteam Itzehoe verstärken. Die aktiven Männer und Frauen bringen nach Beruf und Familienzeit ihre Erfahrungen und Fähigkeiten in ein bürgerschaftliches Engagement ein. Das Programm wird vom Sozialministerium gefördert. Die Anlaufstelle ist im Kreis Steinburg die Volkshochschule Itzehoe (VHS) mit Leiterin Corinna Ahrens-Gravert.

Seit 2011 ist Weinrich qualifizierter Seniortrainer – erst in Bayern, seit Juni 2014 im Kreis Steinburg. „Das war schon ein Kulturschock hier für mich“, sagt der Maschinenbautechniker. Er lebt in Kellinghusen, ein Ort, in dem es nicht einmal ein Café gebe. So entstand die Idee, ein Projektcafé „Bi uns to huus“ aufzubauen. Lange war er beruflich selbstständig und konnte so auf seine Erfahrungen zurückgreifen. Er mietete ein Ladenlokal, fand Mitstreiter und entwickelte einen Businessplan. Jetzt werden immer sonntags die Landfrauen backen, für fünf Euro gibt es im Projektcafé Kuchen und Kaffee satt. An einem anderen Tag soll es für Mütter mit ihren Kindern Getränke kostenfrei geben, Essen kann mitgebracht werden. Auch ein gemeinsames Kochen mit Flüchtlingen ist geplant. Behördliche Hürden umschiffte der Rentner dank seiner Erfahrung und vieler Ideen.

Genau diese Projekte sind es, die die Seniortrainer entwickeln und betreuen. In einer zweimal stattfindenden dreitägigen Qualifizierung in der Akademie am See auf dem Koppelsberg (Kreis Plön) werden die Seniortrainer ausgebildet. Sieben von ihnen treffen sich in Itzehoe regelmäßig einmal im Monat.

Derzeit beschäftigt sie vor allem das Thema Flüchtlinge. Uwe Radzuweit, Sprecher der Seniortrainer, sagt über das neueste Projekt in Zusammenarbeit mit VHS und Caritas: „Wir suchen Sprachpaten, die mit Migranten in die Deutschkurse der Volkshochschule gehen.“ Derzeit käme eine Lehrkraft auf bis zu 25 Schüler, die Warteliste für die Deutschkurse sei lang. Die Sprachpaten begleiten einzelne Schüler ehrenamtlich. Er selber ist schon lange Sprachpate und betreut einen Iraner. „Wir trinken Kaffee zusammen und reden.“ Der persönliche Austausch würde auch ihm selber viel geben, er erfahre viel über die Kultur eines anderen Landes.

Auch Tom Liewehr ist einer der neuen Seniortrainer. Der Wirtschaftsingenieur beteiligt sich an der Gemeinschaftsschule Wilster an dem Projekt „Jugend-Mentoring Europäischer Unternehmensführerschein“. Den Schülern der 8. und 9. Klassen vermittelt er wirtschaftliches Grundwissen. Im März nehmen diese an der Prüfung „Unternehmerführerschein“ teil. „Es ist nicht Voraussetzung, aber schon sinnvoll, wenn man seine Vorerfahrung einbringen kann“, sagt er. Wirtschaftliche Themen würden ihn selbst sehr ansprechen.

Heinz-Werner Thamm hat seine Qualifizierung noch nicht abgeschlossen. „Ich befinde mich noch in der Anlaufzeit“, erklärt der ehemalige Einzelhändler. Er beteiligt sich am Projekt „Triebwerk“, bei dem er drei Jugendliche coacht. Er hilft ihnen beim Bewerbungstraining oder bereitet die jungen Menschen auf Vorstellungsgespräche vor.


>Weitere Seniortrainer werden gesucht. Auch bei dem Angebot „Rente – und dann?“ der VHS am 21. April geht es um dieses Ehrenamt. Kontakt: 04821/8040830.


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