Segeltour : Ehepaar Wulff wieder auf Nordkurs

Machen an der Schleuse Kasenort ihr Boot startklar: Inge und Thomas Wulff kurz vor der Abreise.
Machen an der Schleuse Kasenort ihr Boot startklar: Inge und Thomas Wulff kurz vor der Abreise.

Wilsteraner sind mit ihrem historischen Gaffelkutter zur achten Reise durch schwedische Gewässer aufgebrochen.

shz.de von
19. Mai 2018, 07:00 Uhr

Am liebsten steuern sie alte Handels- und Fischerhäfen an. Ansonsten kennen Inge und Thomas Wulff jetzt wieder nur eine Richtung: Kurs Nord. Das Wilsteraner Ehepaar ist mit seinem originalgetreuen Nachbau eines historischen Gaffelkutters in Richtung Schweden unterwegs. Alle zwei Jahre unternimmt das Paar eine mehrmonatige Tour und hält dabei immer auch die Wilstermarsch-Flagge hoch.

Gestern meldete der Onlinedienst Vesselfinder bereits einen Ankerplatz der „Fritz Lexow“ im Norden von Bornholm. Gestartet waren die Wilsteraner wie immer an der Schleuse in Kasenort. Ziel ist das schwedische Örnsköldsvik. „Wenn alles gut läuft, geht es noch weiter an den Polarkreis“, erzählte Thomas Wulff. Den 68-Jährigen kann die Aussicht auf eine Tour von mehr als 2000 Meilen nicht schrecken. Für den erfahrenen Skipper und seine 67 Jahre alte Ehefrau ist es bereits die achte Nordlandtour, die immer auch mit einem Besuch der in Schweden lebenden Enkel verbunden wird.

Vor dem Vergnügen gab es allerdings reichlich Arbeit. Im vergangenen Jahr wurde der hölzerne Gaffelsegler auf der Werft grundüberholt. In diesem Frühjahr legte der gelernte Malermeister bei Rumpf und Aufbau wieder selbst Hand an. Wochenlanges Schleifen und Lackieren war angesagt. „Auch die Maschine habe ich komplett überholt.“ Er sprach dabei den ständigen Kampf gegen die „Dieselpest“ an, bei der wegen langer Standzeiten Bioschlamm das Antriebssystem lahm legt.

Schon beim Bunkern der letzten Vorräte – unter anderem sind als traditionelle Nahrung auf See Störkringel an Bord – war bei dem Paar die Vorfreude zu spüren. „Ich freue mich vor allem auf die Begegnung mit den Menschen“, sagte Inge Wulff. „In Schweden haben wir da nur positive Erfahrungen gemacht.“ Ehemann Thomas ergänzte im Wissen um die viele Arbeit, die er immer wieder in die „Fritz Lexow“ stecken muss: „Dort hat man auch noch sehr viel Achtung vor einem Holzschiff.“ 30 bis 50 Seemeilen pro Tag wollen sie durchschnittlich zurücklegen, je nach Bedarf mit Wind- oder mit Motorkraft. Und falls doch mal was schief läuft: „Vorsorglich bin ich auch Mitglied bei den schwedischen Seenotrettern geworden“, sagte Thomas Wulff. Im Spätsommer wollen die beiden zurück in heimischen Gewässern sein – allein schon, um am Gaffeltreffen rund um die Rhinplate vor Glückstadt teilnehmen zu können. Im nächsten Jahr haben sich die Wulffs allerdings schon jetzt sozusagen Heimaturlaub verordnet. Dann soll die Sanierung der Schleuse Kasenort abgeschlossen sein und groß gefeiert werden. „Wir freuen uns schon jetzt auf die restaurierte Schleuse und ein Super-Hafenfest.“ Noch größer dürfte aber erst einmal die Vorfreude auf die schwedische Mittsommernacht in gut vier Wochen sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen